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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ist der Monotheismus der größte Scheiß, der je erfunden wurde?



Lumpenhund
16.02.2009, 17:07
Hallo!

Diese Frage stellt sich mir berechtigterweise, wenn ich mir vor Augen führe, dass es seit der "Erfindung" des Monotheismus, (sprich hauptsächlich Judentum, Christentum, Islam) Religionskriege und Gewalttaten im Namen der Religion, oder im Namen des eigenen Gottes gibt.
Selbstverständlich, Kriege gab es schon immer, so waren auch Polytheisten, wie Römer, Griechen und Wikinger ziemlich streitsüchtige Völkchen, doch sie haben soweit ich weiß, nie Kriege im Namen ihrer Religion geführt. Dies geschah meist aus politischen, oder imperialistischen Gründen. Auf jeden Fall sind im Namen Jahwes, Jesu, oder Allahs mehr Menschen gestorben, als im Namen von Zeus, Jupter, oder Odin.
Auch wurde vor der Zeit des Monotheismus, im Namen Gottes, nie in einer so fanatischen Weise, Gewalt und Unterdrückung verbreitet. Mal davon abgesehen, dass dem ersten Priester, der nach Finnland kam, der Kopf abgeschlagen und an den höchsten Baum im Wald genagelt wurde, sprechen Hexenverbrennungen, Heilige Inquisition, Terroranschläge etc. doch eine deutliche Sprache.


Daher stellt sich mir dann noch eine zweite Frage:
Was macht den Monotheismus denn soviel besser, als den Polytheismus?
Eins steht auf jeden Fall schonmal fest: Polytheistische Mythologie ist auf jeden Fall wesentlich interressanter und spannender^^

Was sind eure Meinungen dazu?


&bär

besserwisser
16.02.2009, 17:27
Die beiden Fragen erscheinen mir provokant und gehen am Wesentlichen vorbei. Fangen wir mit der zweiten an.
Wesenliche Fragen sind die nach deiner Herkunft, nach dem Sinn und Zweck deiner Existenz und letztlich deiner Bestimmung. Bei der Beantwortung dieser Fragen geht es nicht um Interesse oder Spannung sondern eher um Glaubwürdigkeit und Wahrheit. Lass dich bei der Suche nach Gott und der Wahrheit nicht von Äusserlichkeiten blenden, suche Gott von ganzem HERZEN, dann wird ER sich finden lassen.
Falls deine erste Frage ernst gemeint sein sollte gebe ich zu bedenken, dass die letzten beiden Weltkriege keine Glaubenskriege waren und dass Monotheismus nicht erfunden wurde, er war einfach da.

herold
16.02.2009, 18:03
Hallo!

Diese Frage stellt sich mir berechtigterweise, wenn ich mir vor Augen führe, dass es seit der "Erfindung" des Monotheismus, (sprich hauptsächlich Judentum, Christentum, Islam) Religionskriege und Gewalttaten im Namen der Religion, oder im Namen des eigenen Gottes gibt.
Selbstverständlich, Kriege gab es schon immer, so waren auch Polytheisten, wie Römer, Griechen und Wikinger ziemlich streitsüchtige Völkchen, doch sie haben soweit ich weiß, nie Kriege im Namen ihrer Religion geführt. Dies geschah meist aus politischen, oder imperialistischen Gründen. Auf jeden Fall sind im Namen Jahwes, Jesu, oder Allahs mehr Menschen gestorben, als im Namen von Zeus, Jupter, oder Odin.
Auch wurde vor der Zeit des Monotheismus, im Namen Gottes, nie in einer so fanatischen Weise, Gewalt und Unterdrückung verbreitet. Mal davon abgesehen, dass dem ersten Priester, der nach Finnland kam, der Kopf abgeschlagen und an den höchsten Baum im Wald genagelt wurde, sprechen Hexenverbrennungen, Heilige Inquisition, Terroranschläge etc. doch eine deutliche Sprache.


Daher stellt sich mir dann noch eine zweite Frage:
Was macht den Monotheismus denn soviel besser, als den Polytheismus?
Eins steht auf jeden Fall schonmal fest: Polytheistische Mythologie ist auf jeden Fall wesentlich interressanter und spannender^^

Was sind eure Meinungen dazu?


&bär
zur ersten frage: machen wir es doch mal wie du es denkst: da geht nun einer hin und schlägt jedem, dem er zufälig begegnet in deinem namen den kopf ab! bist du dann der grösste scheiss, der jemals erfunden wurde?

zur zweiten frage:wenn der glaube dich bloss unterhalten soll, ja, dann wechsle ihn doch einfach immer wieder, wenns langweilig wird.

einen schönen tag noch.

Lumpenhund
16.02.2009, 18:48
Hallo herold & besserwisser


1. Dass die letzten beiden Weltkriege keine Glaubenskriege waren geht doch etwas am Thema vorbei, oder? Ich sage ja nicht, dass jeder Krieg seine Wurzeln in den Religionen findet. Ich habe jediglich gesagt, dass sämtliche Religionskriege montheistischen Ursprungs sind. (außerdem hätte es es ohne Monotheismus auch keinen Holocaust und keine Judenverfolgung gegeben, d.h. so wahrscheinlicherweise auch keinen 2. Weltkrieg^^)

2. "Erfunden" ist vielleicht das falsche Wort. Aber irgendjemand wird ja wohl als erster die Idee von Jahwe und dem "auserwählten Volk" gehabt haben, oder? Vielleicht sollte ich eher von der Gründung des Judentums sprechen.

3.
zur ersten frage: machen wir es doch mal wie du es denkst: da geht nun einer hin und schlägt jedem, dem er zufälig begegnet in deinem namen den kopf ab! bist du dann der grösste scheiss, der jemals erfunden wurde?

Wäre ich eine imaginäre Gestalt, die Menschen offensichtlich dazu beeinflusst Kriege zu stiften und in meinem Namen, fanatische Gewalt zu verüben,
dann JA!

4.
zur zweiten frage:wenn der glaube dich bloss unterhalten soll, ja, dann wechsle ihn doch einfach immer wieder, wenns langweilig wird.
Ich habe nicht über den Glauben geredet, sondern über die Mythologie. Das sind zwei völlig verschiedene Dinge.
Selbst wenn ich der fundamentalistischte und bibeltreueste Christ auf Erden wäre, fände ich z.B. die Nordische Mythologie immer noch weitaus spannender. (auch wenn ich es vielleicht nicht zugeben würde^^)
Dabei bin ich weder Anhänger mono - bzw. polytheistischer Religionen. Ich bin Atheist und habe danach gefragt, was am Monotheismus besser sein soll.
Ich habe jediglich eine rein objektive Stellungnahme zur mono -bzw. polytheistischen Mythologie gegeben.

Ich frage euch daher nochmal: Was ist am Monotheismus deiner Meinung nach besser als am Polytheismus?

&bär

herold
16.02.2009, 20:47
Was ist am Monotheismus deiner Meinung nach besser als am Polytheismus?
weiss nicht. habe erst apfelmus, quittenmus, kartooffelmus, schokomus und birchermus gegessen.

manlovi
16.02.2009, 21:45
&bär

Was man alles so in sich hineinstopfen kann! Also ich hätte schon längst ... die Gegenfrage gestellt: Was ist am Polytheismus besser als am Monotheismus? Gott segne Dich!

absalom
17.02.2009, 09:04
Hallo Lumpenhund,

deine Frage ist berechtigt.

Kriege um die wahre Religion, oder besser gesagt, religiös motivierte Kriege gab es immer in der Geschichte der Menschheit. Sie sind nicht abhängig von monotheistischen Glaubensansichten.
In allen frühen Hochkulturen (Sumerer, Babylonier, Ägypter, etc) wurde ein militärischer Sieg über ein Volk zugleich auch als ein Sieg des jeweiligen Landesgottes verstanden. Das war bei den Israeliten nicht anders und zeigt, dass alle Frühreligionen ihre Götter auch als Kriegsgötter verstanden.
Kriege im Namen Gottes oder der Götter zu führen ist ein Phänomen, welches durch alle historischen Epochen zu beobachten ist. In den frühen Hochkulturen waren es die Priesterschaften und Propheten, welche dieses Ansinnen oft im Interesse königlicher Machtpolitik durch Orakel verkündeten. Oft geschah dies auch durch die Gottkönige selbst.

Gott oder die Götter waren schon immer ein guter Garant für ein moralisch motiviertes Abschlachten. Die Vermischung von Machtpolitik und Religion ist psychologisch ein effektiver Triebmotor um den Menschen seiner Achtung, Würde und seines Verstandes zu berauben und ihn zum Helfershelfer und Erfüller von Machtlüsternheit über andere Menschen zu machen. Das war nie anders und wird nie anders.


Das dieses menschliche Erbe sich bis in unsere Zeit hineinträgt ist unbestritten. Und es ist einfach falsch zu behaupten, dass der 1. - und vor allem der 2. Weltkrieg nicht religiös motivierte Ansätze hatten. Der Schlachtruf des 1. Weltkrieges war: Gott mit uns! In einer Rede Kaiser Wilhelms vor deutschen Bischöfen (1914) sprach er von der heiligen Pflicht und dem Auftrag Gottes, das heilige deutsche Reich, welches durch ihn, Kaiser von Gottes Gnaden, geführt wird, gegen den Feind zu verteidigen und diesen zu vernichten. In Kirchen und religiösen Häusern wurde einhellig für den Krieg gepredigt (sog. Kriegspredigten). Feldgeistliche waren nicht nur für die allgemeine Seelsorge zuständig, sondern hielten Kriegspredigten ab und waren ein wichtiges Element der moralischen Stärkung für den Endsieg (Ludendorf).

Der zweite Weltkrieg war noch mehr beseelt von Begriffen wie: heiliger Krieg, neuer Kreuzzug, Gott will es, Gott mit uns, heilige Pflicht, etc. Adolf Hitler sagte öffentlich in Bezug auf dessen Rassenpolitik: Ich führe nur konsequent weiter und zu ende, was die Kirchen begonnen haben. Der Antisemitismus mit eliminatorischen Zügen ist ein Kind des Christentums.

Der Kampf der monotheistischen Religionen untereinander, wobei man wohl kaum das Judentum als entscheidenden Faktor werten kann, auf Grund dessen Größe und auf eine Nation beschränkte Orientierung, hat in der Tat verheerende Kriege nach sich gezogen. Christentum und Islam, als Tochterreligionen des Judentums, haben in Wirklichkeit mit dem Judentum nur sehr wenige tiefgründige Gemeinsamkeiten. Das beginnt beim Gottesverständnis, wohl der größte Trennpunkt zum Christentum und Islam und setzt sich davon ausgehend weiter, dass das Ausleben der „Gottesnachfolge“ gänzlich anders verstanden wird. Selbst das Schriftgut, also christliche Bibel und Koran sind sehr stark abweichend vom jüdischen Schriftgut, gleich wohl beide deren Grundsubstanz vom Tenach entlehnen. Zudem kommt noch ein ganz entscheidender Faktor, das Judentum definiert sich nicht ausschließlich über ein Buch (Tenach - Bibel), was beim Islam und Christentum anders gehandhabt wird. Die Gottesnachfolge wird nicht über ein Buch definiert, gleich wohl das Tenach als Grundlage eigener Identität gesehen wird. Das heißt ganz praktisch, die Geschichte Gottes geht weiter und muß auf Grund Erkenntnisorientierten Erfassens den jeweiligen Gegebenheiten angepasst werden. Ein Fakt, der auch in der Tenach sehr deutlich zum tragen kommt (Propheten). Zudem kommt noch ein ganz wichtiger Fakt, es gibt im Judentum nicht die Begriffe von Absolutheit und Dogmatik. Gott ist kein Dogmatiker und der Mensch hat keine absolute Wahrheit im Erkennen und Erfassen von Gottes Wegen. Das erlaubt dem Judentum dann auch deutlich zu bekunden, dass alle Religionen von Gott gewollt sind, sofern sie diesen Anspruch auch anderen zugestehen. Der Anspruch auf die Postulierung als einzig wahre Religion ist dem Judentum fremd.

Dass dies ganz anders im Christentum und Islam gehandhabt wird ist bekannt und genau daraus begründet sich die religiöse Militanz und Aggressivität. Paradoxer Weise ist beiden Religionen gleich, dass diese einem ganz ähnlichen Leitspruch folgen: Willst du nicht meine Bruder sein, so hau ich dir den Schädel ein.

Absalom

manlovi
17.02.2009, 09:54
Zudem kommt noch ein ganz wichtiger Fakt, es gibt im Judentum nicht die Begriffe von Absolutheit und Dogmatik. Gott ist kein Dogmatiker und der Mensch hat keine absolute Wahrheit im Erkennen und Erfassen von Gottes Wegen. Das erlaubt dem Judentum dann auch deutlich zu bekunden, dass alle Religionen von Gott gewollt sind, sofern sie diesen Anspruch auch anderen zugestehen. Der Anspruch auf die Postulierung als einzig wahre Religion ist dem Judentum fremd.

Dass dies ganz anders im Christentum und Islam gehandhabt wird ist bekannt und genau daraus begründet sich die religiöse Militanz und Aggressivität. Paradoxer Weise ist beiden Religionen gleich, dass diese einem ganz ähnlichen Leitspruch folgen: Willst du nicht meine Bruder sein, so hau ich dir den Schädel ein.


Ist das so? Ich dachte Gott hätte immer wieder zu seinem Volk gesprochen und gesagt, dass er der einzige Gott sei und er hätte die Israeliten immer wieder ermahnt, sich von jeglichem Götzendienst abzuwenden. Die Juden waren und/oder sind wissbegierig und kontaktfreudig, aber sie haben auch schon oft zu ihrem Gott zurück gefunden.

Religiöse Militanz entsteht meines Erachtens, wenn wenn sich der Mensch von Gott abwendet und sich Manipulation ausbreitet zum Zwecke einer Strukturveränderung. Dabei wird in den meisten Fällen versucht, eine vorhandene Autorität zu stürzen, um eine neue entstehen zu lassen. - Menschliche Prozesse, Entwicklungsstadien, die historisch gesehen, oft notwendig waren.

Aber es gibt auch hier Dinge, die im Rückblick mit Vorsicht zu genießen sind. Fakt ist, dass die heidnischen Völker nicht weniger Gottesfurcht hatten, sondern dass sie ihre Beobachtungen und Erfahrungen mehreren Quellen zugeordnet haben und somit mehrere Götter angebetet haben.

Auch die Frage nach der Wesensart des Menschen, nach den im Menschen vereinten göttlichen und irdischen Elementen wurde vielschichtig beantwortet. Zahlreiche Mythologien über "Krieg und Frieden", "Macht und Liebe" geben einen bewegenden Eindruck vom Übersinnlichen.

Mir persönlich ging es schon immer so, dass die einzige Theorie, die ich wirklich annehmen konnte, die von dem einen "Sohn Gottes" war. Alles andere hat mich verwirrt.

Ein sehr spannendes Thema!

Shalom

manlovi

absalom
17.02.2009, 10:12
Ja es ist so, denn der Glaube dieses Volkes, ist eben nur auf dieses Volk und nicht auf andere Völker bezogen. Und innerhalb dieses Volkes gibt es eine unglaubliche Bandbreite an „Gottesansichten“, welche sehr wohl gleichberechtigt zueinander und nebeneinander stehen können. Das Judentum kann eben auch liberal, mystisch – kabbalistisch, orthodox, ultraorthodox, konservativ, messianisch und voller Gotteszweifel sein, weil es sich als Nation definiert und nicht ausschließlich als Religion.

Der Islam und das Christentum ist aber an keine Nation oder Volk gebunden, sondern versteht sich als Weltreligion. Religion für alle. Das Judentum verneint diesen Anspruch ganz deutlich und lehnt ihn ab.


Religiöse Militanz entsteht meines Erachtens, wenn wenn sich der Mensch von Gott abwendet und sich Manipulation ausbreitet zum Zwecke einer Strukturveränderung. Dabei wird in den meisten Fällen versucht, eine vorhandene Autorität zu stürzen, um eine neue entstehen zu lassen. - Menschliche Prozesse, Entwicklungsstadien, die historisch gesehen, oft notwendig waren.

So ist es meines Erachtens auch, gleich wohl man nachfragen müsste, wie definiert man ein Abwenden von Gott. Ist Abwenden von Gott gleichzusetzen mit dem Abwenden von religiösen Vorbildungen gegebener Religionsinstitutionen?

Absalom

manlovi
17.02.2009, 10:42
Ist Abwenden von Gott gleichzusetzen mit dem Abwenden von religiösen Vorbildungen gegebener Religionsinstitutionen?

Absalom


Wahrscheinlich ist nicht immer alles gleich "gleichzusetzen". Aber ich möchte nicht vom Thema abkommen, weil ich finde, Lumpenhund hat ein Recht auf seine Frage! Polytheismus vers Monotheismus - eine Frage an den Ursprung, an die Gegenwart, an die Zukunft. Interessanter Weise ist der "Trend der Zeit" der Atheismus. Doch, was ist das für eine Anwort? Wo führt sie hin? Seit dem Zeitalter des Humanismus hat sie beständig in die Moderne und (kleiner Gedankensprung) uns alle zusammen über's Internet geführt bis zu diesem Forum. Nun, wer hat das alles gewollt, ein Gott oder viele Götter?

absalom
17.02.2009, 13:24
Gott oder Götter? Ist diese Frage wirklich entscheidend? Ich glaube nicht, denn wir wissen nichts über Gott, nicht einmal dessen Namen! Wir erahnen und erfassen kleinste Teilaspekte und meinen zu Wissen was Gott sein sollte und was nicht. Es ist so, als wenn wir ins Universum schauen und meinen, die Milchstraße wäre dessen Zentrum. Ist es aber nicht, den hinter der Milchstraße warten neue Galaxien und hinter diesen eventuell neue Universen und hinter diesen... .

Es ist und bleibt ein Tatbestand, dass Gott uns nur erlaubt in drei Dimensionen, zu denken und zu erfassen. Alles was darüber hinaus geht ist Spekulationsgut.
Genau deshalb sagte einst Gott zu Gottesboten, ihr solltet euch kein Bildnis davon machen, was da droben sei oder da drunten. Und das meint nicht etwa eine Abbildung aus Holz, auf Papier oder Stein, sondern vor allem in unserem kleinen Köpfchen. Genau dieser Sachverhalt schließt den Begriff Wahrheit in sich aus, denn alle Wahrheit ist eben nur ein kleiner Haufen begrenzter - dreidimensionaler Ansichten.


Absalom

manlovi
17.02.2009, 14:41
Gott oder Götter? Ist diese Frage wirklich entscheidend? Ich glaube nicht, denn wir wissen nichts über Gott, nicht einmal dessen Namen! Wir erahnen und erfassen kleinste Teilaspekte und meinen zu Wissen was Gott sein sollte und was nicht. Es ist so, als wenn wir ins Universum schauen und meinen, die Milchstraße wäre dessen Zentrum. Ist es aber nicht, den hinter der Milchstraße warten neue Galaxien und hinter diesen eventuell neue Universen und hinter diesen... .

Es ist und bleibt ein Tatbestand, dass Gott uns nur erlaubt in drei Dimensionen, zu denken und zu erfassen. Alles was darüber hinaus geht ist Spekulationsgut.
Genau deshalb sagte einst Gott zu Gottesboten, ihr solltet euch kein Bildnis davon machen, was da droben sei oder da drunten. Und das meint nicht etwa eine Abbildung aus Holz, auf Papier oder Stein, sondern vor allem in unserem kleinen Köpfchen. Genau dieser Sachverhalt schließt den Begriff Wahrheit in sich aus, denn alle Wahrheit ist eben nur ein kleiner Haufen begrenzter - dreidimensionaler Ansichten.


Absalom


Du sagst es, lieber Absalom, im Grunde wissen wir nichts. Und, da wir schon mal bei der Wahrheit sind: Wenn wir Jesus angenommen haben, sind wir erlöst - auch von Gefühlen der Minderwertigkeit und des Zweifels.

absalom
17.02.2009, 14:56
Du sagst es, lieber Absalom, im Grunde wissen wir nichts. Und, da wir schon mal bei der Wahrheit sind: Wenn wir Jesus angenommen haben, sind wir erlöst - auch von Gefühlen der Minderwertigkeit und des Zweifels.

Ich musste jetzt schmunzeln. So viel zum Thema Wahrheit. Nur gut, dass es viele Wahrheiten gibt. Jede Religion hat ihre ganz eigenen Wahrheiten. Es war nie anders und wird nie anders sein.

Im Übrigen ich fühle mich sehr gelöst und erlöst schon vor meiner Geburt in diese diesseitige Welt.


Liebe Grüße

Absalom

herold
17.02.2009, 15:32
Der Islam und das Christentum ist aber an keine Nation oder Volk gebunden, sondern versteht sich als Weltreligion. Religion für alle. Das Judentum verneint diesen Anspruch ganz deutlich und lehnt ihn ab.
die tenach aber hat diesen anspruch an den glauben der väter.

das zeigt mal wieder: judentum entspricht nicht dem glauben der väter.

absalom
17.02.2009, 16:32
Lieber Herold, die Väter hatten nicht den Anspruch Ägypten, Babylon, Sumer, etc zu missionieren! Solcher Unfug wäre ihnen sicher nicht in den Sinn gekommen!

Das zeigt, dass der Glaube der Väter an ihre Sippe gebunden war! Du bist dir schon klar darüber, dass zwischen der Werdung des Volkes Israel und der Sippe der Stammväter einige tausend Jahre liegen? Schon mal den Begriff Stammesreligion gehört? Du redest von der mittleren Bronzezeit und schlägst gleich mal einen Bogen zur Antike. Was hast du nur für ein Geschichtsverständnis? Ich staune immer mehr.

Absalom

herold
17.02.2009, 16:56
hallo absalom
in diesem punkt geht es nicht um geschichte, sondern prophetische ereignisse.
und das ist der glaube der väter.
die bibel ist übrigens ein vermittlung dieses prophetischen glaubens.
es ist mir durchaus bewusst, dass die meisten theologen eben dieses prophetische zeugnis weder besitzen noch verstehen. ist dir das noch nie aufgefallen?

einen schönen tag noch.

manlovi
17.02.2009, 17:29
Kriege um die wahre Religion, oder besser gesagt, religiös motivierte Kriege gab es immer in der Geschichte der Menschheit. Sie sind nicht abhängig von monotheistischen Glaubensansichten.
In allen frühen Hochkulturen (Sumerer, Babylonier, Ägypter, etc) wurde ein militärischer Sieg über ein Volk zugleich auch als ein Sieg des jeweiligen Landesgottes verstanden. Das war bei den Israeliten nicht anders und zeigt, dass alle Frühreligionen ihre Götter auch als Kriegsgötter verstanden.
Kriege im Namen Gottes oder der Götter zu führen ist ein Phänomen, welches durch alle historischen Epochen zu beobachten ist. In den frühen Hochkulturen waren es die Priesterschaften und Propheten, welche dieses Ansinnen oft im Interesse königlicher Machtpolitik durch Orakel verkündeten. Oft geschah dies auch durch die Gottkönige selbst.


... das Judentum definiert sich nicht ausschließlich über ein Buch (Tenach - Bibel), was beim Islam und Christentum anders gehandhabt wird. Die Gottesnachfolge wird nicht über ein Buch definiert, gleich wohl das Tenach als Grundlage eigener Identität gesehen wird. Das heißt ganz praktisch, die Geschichte Gottes geht weiter und muß auf Grund Erkenntnisorientierten Erfassens den jeweiligen Gegebenheiten angepasst werden. Ein Fakt, der auch in der Tenach sehr deutlich zum tragen kommt (Propheten). Zudem kommt noch ein ganz wichtiger Fakt, es gibt im Judentum nicht die Begriffe von Absolutheit und Dogmatik.

Gott ist kein Dogmatiker und der Mensch hat keine absolute Wahrheit im Erkennen und Erfassen von Gottes Wegen. Das erlaubt dem Judentum dann auch deutlich zu bekunden, dass alle Religionen von Gott gewollt sind, sofern sie diesen Anspruch auch anderen zugestehen. Der Anspruch auf die Postulierung als einzig wahre Religion ist dem Judentum fremd.




Lieber Absalom,
sicher kannst Du mir dann das erklären:

1. Mose 15
5 Und er führte ihn hinaus und sprach: Blicke doch gen Himmel und zähle die Sterne, wenn du sie zählen kannst! Und er sprach zu ihm: Also wird dein Same sein!
6 Und er glaubte Jahwe; und er rechnete es ihm zur Gerechtigkeit.
7 Und er sprach zu ihm: Ich bin Jahwe, der dich herausgeführt hat aus Ur in Chaldäa, um dir dieses Land zu geben, es zu besitzen.
8 Und er sprach: Herr, Jahwe, woran soll ich erkennen, daß ich es besitzen werde?
9 Da sprach er zu ihm: Hole mir eine dreijährige Färse und eine dreijährige Ziege und einen dreijährigen Widder und eine Turteltaube und eine junge Taube.
10 Und er holte ihm diese alle und zerteilte sie in der Mitte und legte die Hälfte eines jeden der anderen gegenüber; aber das Geflügel zerteilte er nicht.
11 Und die Raubvögel stürzten auf die Äser herab; und Abram scheuchte sie hinweg.
12 Und es geschah, als die Sonne untergehen wollte, da fiel ein tiefer Schlaf auf Abram; und siehe, Schrecken, dichte Finsternis überfiel ihn.
13 Und er sprach zu Abram: Gewißlich sollst du wissen, daß dein Same ein Fremdling sein wird in einem Lande, das nicht das ihre ist; und sie werden ihnen dienen, und sie werden sie bedrücken vierhundert Jahre.
14 Aber ich werde die Nation auch richten, welcher sie dienen werden; und danach werden sie ausziehen mit großer Habe.
15 Und du, du wirst zu deinen Vätern eingehen in Frieden, wirst begraben werden in gutem Alter.
16 Und im vierten Geschlecht werden sie hierher zurückkehren; denn die Ungerechtigkeit der Amoriter ist bis hierher noch nicht voll.
17 Und es geschah, als die Sonne untergegangen und dichte Finsternis geworden war, siehe da, ein rauchender Ofen und eine Feuerflamme, die zwischen jenen Stücken hindurchfuhr.
18 An selbigem Tage machte Jahwe einen Bund mit Abram und sprach: Deinem Samen gebe ich dieses Land vom Strome Ägyptens bis an den großen Strom, den Strom Phrath:
19 die Keniter und die Kenisiter und die Kadmoniter
20 und die Hethiter und die Perisiter und die Rephaim,
21 und die Amoriter und die Kanaaniter und die Girgasiter und die Jebusiter.

absalom
17.02.2009, 17:39
Liebe/r Manlovi,

mir ist der Zusammenhang nicht klar! Auf was möchtest du hinaus? Auf Mission? Oder auf Landerwerb, den Israel übrigens in dieser Größe nie hatte!

Absalom

manlovi
17.02.2009, 17:48
Liebe/r Manlovi,

mir ist der Zusammenhang nicht klar! Auf was möchtest du hinaus? Auf Mission? Oder auf Landerwerb, den Israel übrigens in dieser Größe nie hatte!

Absalom


Sorry! Stehe momentan unter totalem Zeitdruck. ... Werde später drauf antworten ... alles Gute

PS.: meine Gedanken gingen schon zielgerichtet auf die Mission hin, aber die anderen Aspekte kann man natürlich dabei nicht ausschließen

also bis bald

Shalom

manlovi

absalom
17.02.2009, 17:49
hallo absalom
in diesem punkt geht es nicht um geschichte, sondern prophetische ereignisse.
und das ist der glaube der väter.
die bibel ist übrigens ein vermittlung dieses prophetischen glaubens.
es ist mir durchaus bewusst, dass die meisten theologen eben dieses prophetische zeugnis weder besitzen noch verstehen. ist dir das noch nie aufgefallen?

einen schönen tag noch.

So, so prophetisch, ach ja, keine Geschichte. Und du willst mir erzählen du tust nicht theologisieren. Na dann, kann ich nur sagen. Der Glaube der Väter, den kennst du, ja?
Was mir auffällt, dass deine Kenntnis bezüglich der Geschichte der Bibel und dessen Inhalt - also die Zusammenhänge und Hintergründe ziemlich fremd sind.

Kein Wunder, dass du dann alles auf deine Bedürfnisse zurechtzimmerst, ohne Rücksicht auf den Hintergrund der Geschehnisse und ohne Rücksicht auf die Geschichte, ohne Rücksicht auf die Religion dieses Volkes. Vergeistlichung und Sinnentfremdung nennt man das und das ist wahrlich nicht neu in der Geschichte deiner Glaubensgenossen.

Absalom

besserwisser
17.02.2009, 18:26
Gott oder Götter? Ist diese Frage wirklich entscheidend? Ich glaube nicht, denn wir wissen nichts über Gott, nicht einmal dessen Namen! Wir erahnen und erfassen kleinste Teilaspekte und meinen zu Wissen was Gott sein sollte und was nicht. Es ist so, als wenn wir ins Universum schauen und meinen, die Milchstraße wäre dessen Zentrum. Ist es aber nicht, den hinter der Milchstraße warten neue Galaxien und hinter diesen eventuell neue Universen und hinter diesen... .

Es ist und bleibt ein Tatbestand, dass Gott uns nur erlaubt in drei Dimensionen, zu denken und zu erfassen. Alles was darüber hinaus geht ist Spekulationsgut.
Genau deshalb sagte einst Gott zu Gottesboten, ihr solltet euch kein Bildnis davon machen, was da droben sei oder da drunten. Und das meint nicht etwa eine Abbildung aus Holz, auf Papier oder Stein, sondern vor allem in unserem kleinen Köpfchen. Genau dieser Sachverhalt schließt den Begriff Wahrheit in sich aus, denn alle Wahrheit ist eben nur ein kleiner Haufen begrenzter - dreidimensionaler Ansichten.


Absalom

Na das stimmt so natürlich nicht, auch wenn es sehr klug klingt. Gott hat sich sehr wohl offenbart. In jesus Christus ist er zu uns auf den Planeten Erde gekommen (vielleicht über die Milchstraße, wer weiß?) und hat uns genug mitgeteilt, was wir brauchen, um hier in der Nachfolge leben zu können. Er hat uns Gebote gegeben, die zu befolgen Sinn macht. In Jesus Christus habe ich Frieden und Antworten auf meine Glaubensfragen gefunden. Der Glaube an Jesus Christus ist nicht intellektuell im Kopf geblieben, sondern ins Herz gerutscht. Dieser erlebte Glaube ist mir so wichtig, dass nichts daran heranreicht, zumindest keinesfalls irgendein pseudointellektueller Nihilismus.&kuss

absalom
17.02.2009, 19:33
Teil 1.

Lieber Besserwisser,

es ist natürlich dein verbürgtes Recht zu glauben, dass du es besser weist. Ich weiß hingegen, dass du meinen Text entweder nicht richtig gelesen oder verstanden hast. Nihilismus im meinem Text, sehr sonderbar.

Das du, als Anhänger des Jesus Christus von - hinter der Milchstraße -, wer weiß? - mir Pseudointellektualität unterstellst ist sehr überzeugend für dein Herzensglaubenszeugnis.
Als großer Freund, Bruder und Anhänger des Rabbi Jeshua habe ich allerdings gelernt, dass das Sammeln von „Vorräten“ sehr weise sein kann und zudem das Wissen um diese Vorräte, vor Schafen und dessen Hirten schützt, welche nämlich gelegentlich aus Wolfsfleisch bestehen und es auf Herzen abgesehen haben.

Im Übrigen beglückwünsche ich dich zu der unglaublichen Gabe, drei Dimensionen überwunden zu haben. Sage mir doch bitte einmal den Namen der Farben des Königtums der Himmel. Als ich dort war, hatte ich solche Farben noch nie gesehen, nichts Vergleichbares auf Erden und außer mit diversen „Dawar“ könnte ich es nicht benennen. Sicher kennst du auch Gottes unaussprechlichen Namen, welcher von Ewigkeiten bis zu den Ewigkeiten reicht.

Ach ja, man kann nicht anders, man muß ein Herz für Christen haben.

Absalom

absalom
17.02.2009, 19:47
Teil 2.

Lieber Besserwisser, es wäre erstaunlich, wenn sich Gott uns nicht offenbaren würde, in dem Rahmen in dem wir es in unseren drei Dimensionen erfassen können. Denn logischer Weise würden wir dann ziemlich Gottlos leben, da wir von ihm höchstens was erahnen könnten (eventuell Intellektuelle).

Gott sprach auch zu Menschen, tut er übrigens heute noch, und so etwas nennt die Bibel „Dawar“. Aus diesen Dawar dürfen wir ableiten, was Gottes Heilswillen für uns Menschen ist. Aufgezeichnet sind solche Dinge unter anderem in der Bibel. Auch im N.T. gibt es solche Aussagen und Jeshua bezog sich dabei immer auf die auch für ihn heiligen Schriften, welche später als Bibel zusammengefasst wurden.

Dass du alle deine Antworten in Jesus Christus gefunden hast freut mich, ich kann sagen, ich habe viele Antworten gefunden, als ich von ihm, seinen zitierten Schriften und Zitaten gelesen habe. Ich kann sogar sagen, im Rahmen meiner drei Dimensionen konnte ich diesen Jeshua ziemlich lebendig erfassen und fühle mich ihm sehr verbunden. Allerdings würde ich mich ziemlich davor scheuen den „Heiligen und Allmächtigen“ menschliche und vor allem sehr unheilige und ohnmächtige Eigenschaften, anzudichten. Dafür weiß ich zuviel von Gott und dafür ist meine Achtung und Liebe zu diesem wundervollen Wesen, auch wenn diese sehr klein und dimensioniert ist - im Verhältnis zu dessen Liebe zu mir, zu wertvoll.

Absalom

herold
17.02.2009, 19:55
So, so prophetisch, ach ja, keine Geschichte. Und du willst mir erzählen du tust nicht theologisieren. Na dann, kann ich nur sagen. Der Glaube der Väter, den kennst du, ja?
Was mir auffällt, dass deine Kenntnis bezüglich der Geschichte der Bibel und dessen Inhalt - also die Zusammenhänge und Hintergründe ziemlich fremd sind.

Kein Wunder, dass du dann alles auf deine Bedürfnisse zurechtzimmerst, ohne Rücksicht auf den Hintergrund der Geschehnisse und ohne Rücksicht auf die Geschichte, ohne Rücksicht auf die Religion dieses Volkes. Vergeistlichung und Sinnentfremdung nennt man das und das ist wahrlich nicht neu in der Geschichte deiner Glaubensgenossen.

Absalom
hallo absalom
ich habe mich vorerst entschieden, deine reaktionen auf meine beiträge zu ignorieren. auslöser:http://www.gnadenkinder.de/board/showpost.php?p=49663&postcount=21

einen schönen tag noch.

absalom
17.02.2009, 20:48
So sei es Herold.

Absalom

manlovi
18.02.2009, 00:01
Also, da bin ich wieder, lieber Absalom. Ich sehe dieses Forum als eine wunderbare Form des Austausches an, als Möglichkeit, von einander zu profitieren. Du scheinst sehr weitgehende, historische Kenntnisse zu haben und ich bin eher jemand mit tiefem Glauben. Aber das muss sich ja nicht automatisch ausschließen, oder?

Du schriebst: "... das Judentum definiert sich nicht ausschließlich über ein Buch (Tenach - Bibel), ... Die Gottesnachfolge wird nicht über ein Buch definiert, gleich wohl das Tenach als Grundlage eigener Identität gesehen wird. Das heißt ganz praktisch, die Geschichte Gottes geht weiter und muß auf Grund Erkenntnisorientierten Erfassens den jeweiligen Gegebenheiten angepasst werden. Ein Fakt, der auch in der Tenach sehr deutlich zum tragen kommt (Propheten). Zudem kommt noch ein ganz wichtiger Fakt, es gibt im Judentum nicht die Begriffe von Absolutheit und Dogmatik."

Das hat mich dazu veranlaßt 1. Mose 15 zu zitieren, denn mir fiel spontan ein, dass Gott mit dem israelischen Volk einen Bund geschlossen hat, so steht es in der Schrift. Dort ist das Wort Gottes festgehalten worden. Du sagst, das Judentum definiere sich nicht ausschließlich über ein Buch und dass die Juden zwar dieses Buch als Grundlage ihres Handeln genutzt hätten in Bezug auf die Nachfolge Gottes, weil das Buch (Tenach) die Grundlage der jüdischen Identität sei. Das hätte zur Folge gehabt, dass die weiteren historischen Ereignisse - je nach Gegebenheit und Erkenntnisstand - in die "Geschichte Gottes" eingefügt worden seien. Und zum Schluss nennst Du einen Fakt, er mir erklärt, warum Du zu einer solchen Auffassung kommst, nämlich, dass es die Begriffe von Absolutheit und Dogmatik im Judentum nicht gibt.

Olalà! Ein ganz schön schlimmes Völkchen, diese Juden!

Nein, im Ernst. Ich hab dann zitiert, um folgendes Gefühl zum Ausdruck zu bringen: Die Juden, das sind unsere älteren Brüder! Wir, als Christen ehren das Judentum. Wir lieben es, weil es das von Gott auserwählte Volk ist.
Gott hat den Juden wunderbare Verheißungen gegeben und wir, als Christen sind dankbar, dass wir durch Jesus daran teilhaben können.

Und es geht ja immer noch um: Monotheismus vers ... ich hab vergessen, wie das andere Wort heißt.

Gott hat gesagt: Ich bin euer Gott. Ihr sollt keine anderen Götter neben mir haben. Und so (sinngemäß): wenn ihr euch daran haltet, werdet ihr keinen Mangel haben.

Was sagt z. B. Zeus?

Shalom

manlovi

absalom
18.02.2009, 08:21
Liebe Manlovi,

dieses Volk ist nicht weniger schlimm als andere Völker und nicht besser als alle anderen Völker. Menschen deklassieren dieses Volk oder erheben dieses Volk. Das nur einmal vorweg. Also kein Olaola.

Niemand bleibt in seiner Entwicklung stehen. Alles entwickelt sich weiter, so auch die Beziehung des Menschen zu Gott. Manchmal entwickelt es sich zurück, manchmal erweitert sich der Horizont auch.
Eine Schrift ist wie eine Momentaufnahme, auch wenn diese zukunftsorientiert sein kann.
Das Judentum hat sich entschlossen sich weiter zu entwickeln und nicht bei einer Schrift stehen zu bleiben, sondern dessen Inhalt immer und immer wieder aufs Neue zu hinterfragen und zu werten. Daraus entstanden ganz neue Ansätze, welche man z.B. im Talmud festgehalten hat. Darüber hinaus entwickelten sich neue Einsichten etc, etc.

Die Tora kann unmöglich heute noch in ihrer ganzen Summe ernst genommen werden, geschweige denn erfüllt werden, denn der Mensch hat sich seid diesen Zeiten weiter entwickelt und vor allem dazu gelernt. Es ist z.B. nicht mehr nötig mit brutalsten Mitteln Menschen abzustrafen, wir haben gelernt dass frühzeitiges pädagogisches Handeln Menschen formen kann und wenn das nicht hilft, muß man trotzdem die Kinder der Feinde nicht an einem Fels zerschlagen.

Noch etwas zu dem historischen Hintergrund und zum Glauben, welchen du ansprachst. Ohne Geschichte gibt es keine Identität. Ohne Geschichte ist lernen für uns Menschen unmöglich, denn Geschichte bildet die Basis für ein gezieltes reflektieren und wir definieren uns über unsere Geschichte. Der Gott Israels ist ein Geschichtswirksamer Gott, welcher in und durch die Geschichte der Menschheit wirkt. Letztes Ziel des Glaubens ist nicht der Glaube an sich, sondern das Handeln aus dem Glauben und das tut man in seinem lebensnahen – also geschichtswirksamen Umfeld. Tiefer Glaube setzt demzufolge eine intensive Auseinandersetzung mit dem zu Glaubenden voraus, es sei denn man glaubt an alles Mögliche und Seiende.

Absalom

manlovi
18.02.2009, 10:32
... wir haben gelernt dass frühzeitiges pädagogisches Handeln Menschen formen kann und wenn das nicht hilft, muß man trotzdem die Kinder der Feinde nicht an einem Fels zerschlagen.

Noch etwas zu dem historischen Hintergrund und zum Glauben, welchen du ansprachst. Ohne Geschichte gibt es keine Identität. Ohne Geschichte ist lernen für uns Menschen unmöglich, denn Geschichte bildet die Basis für ein gezieltes reflektieren und wir definieren uns über unsere Geschichte. Der Gott Israels ist ein Geschichtswirksamer Gott, welcher in und durch die Geschichte der Menschheit wirkt. Letztes Ziel des Glaubens ist nicht der Glaube an sich, sondern das Handeln aus dem Glauben und das tut man in seinem lebensnahen – also geschichtswirksamen Umfeld. Tiefer Glaube setzt demzufolge eine intensive Auseinandersetzung mit dem zu Glaubenden voraus, es sei denn man glaubt an alles Mögliche und Seiende.

Absalom


Natürlich, ich stimme Dir zu!

Aber ich füge auch noch etwas hinzu:
Dieser Satz "Glauben heißt nicht Wissen" geht mir momentan durch den Kopf. Wir sind eingebunden in ein komplexes Ganzes mit all unserer Individualität und müssen zwei Dinge gleichzeitig tun: uns anpassen und uns abgrenzen.

Als Beispiel dafür fällt mir die Begegnung Jesu mit der Frau aus Samarien am Jakobsbrunnen ein. Das ist ein hochinteressantes Gespräch - zu dem Du sicherlich aufgrund Deines fundierten, historischen Wissens einen anderen Zugang hast als ich. Jesus spricht sie an, obwohl er um theologischen Auseinadersetzungen und um die sich daraus ergebenen, damaligen Konventionen weiß (Du sprichts mich an Herr? Die Juden haben keinen Umgang mit den Samaritern?).

In dem Gespräch wird deutlich, dass Gott eben nicht zeitgeschichtlich einzuordnen ist, denn Jesus spricht auf das "lebendige Wasser" an. Er bietet der Frau, den Samaritern, der gesamten Menschheit, dieses Wasser, das "zur sprudelnden Quelle werden ... und ewiges Leben schenkt", an.

Und dann, damit ich heute auch noch zu was anderem komme, als mich hier zu amüsieren, möchte ich noch folgendes zitieren:

Joh 4
21 Das Weib spricht zu ihm: Herr, ich sehe, daß du ein Prophet bist.
20 Unsere Väter haben auf diesem Berge angebetet, und ihr saget, daß in Jerusalem der Ort sei, wo man anbeten müsse.
21 Jesus spricht zu ihr: Weib, glaube mir, es kommt die Stunde, da ihr weder auf diesem Berge, noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet.
22 Ihr betet an und wisset nicht, was; wir beten an und wissen, was, denn das Heil ist aus den Juden.
23 Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahrhaftigen Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter.
24 Gott ist ein Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten.
25 Das Weib spricht zu ihm: Ich weiß, das der Messias kommt, welcher Christus genannt wird; wenn jener kommt, wird er uns alles verkündigen.
26 Jesus spricht zu ihr: Ich bin's, der mit dir redet.

Wie verstehen wir die Bibel?
Ich kann Deine Herangehensweise gut nachvollziehen. Wenn Du Dich angespochen fühlst, genauer hinzusehen und zu forschen, dann betrachte ich das als Segen, denn das ist nicht jedem gegeben.

Shalom

manlovi

Shomer
16.05.2009, 00:39
Zur eingangs gestellten Frage bezüglich des Monotheismus sei zu erwähnen, dass das Christentum entgegen anderslautender Beteuerungen keine monotheistische Religion ist, sondern eine polytheistische. Beginnen wir hier bei der heiligen Gottesmutter, dann folgen Gott-Vater, Gott-Sohn, Gott-Heiliger Geist. Es folgen der Heilige Vater, der sogar vergöttert wird, wenn er einer Altersdemenz wegen entmündigt werden müsste und dann folgen noch eine Reihe anderer mehr oder weniger menschliche Gottheiten und Heilige.

Es gibt einen Monotheismus, einen Tritheismus, Polytheismus, Pantheismus, Pan-en-theismus - zugegeben: Alles von Menschen erdachte mögliche Lösungsversuche für das grosse Problem "Gott". Man will Gott irgendwie in den Griff bekommen - und der arme "Lumpenhund" versuchte es eingangs halt auf seine Art. Ein philosophisch gebildeter Zeitgenosse versuchte unlängst, mit mir über eine pantheistische Gotteserfahrung zu diskutieren. Ich würde ihm vielleicht wie folgt antworten:

"Erkläre mir bitte einmal, wie du zu einer pantheistischen Gotteserfahrung betest, wie sie auf deine Gebete reagiert oder wie du prophetische Infos von ihr empfängst".

Zeus ist Gott, Manitu ist Gott, Ba'al ist Gott, Buddha ist Gott, Krishna ist Gott, Allah ist Gott, Jesus ist Gott, ja, und sogar Gott ist Gott. Dies macht das monotheistische Gedankengebäude von Lumpenhund ziemlich "übersichtlich". Welcher monotheistische Gott ist nun für das Blutvergiessen zuständig? Diese Frage wäre ziemlich einfach zu beantworten, wenn man dem christlichen Gott namens Jesus glauben schenken dürfte: "Der Teufel ist ein Mörder von Anfang". Ah, dann ist der Teufel also auch Gott - oder ist der Gott von Lumpenhund vielleicht der Teufel? Vielleicht ist sowieso die ganze menschliche Gottesvorstellung vom Teufel? Ist eine derartige Gottesvorstellung überhaupt tauglich, das Unrecht in der Welt einem theoretisch ersonnenen "monotheistischen Gott" in die Schuhe zu schieben?

Wie wir oben gesehen haben, hat jeder Gott einen Namen. Es gibt aber einen, dessen Name ist unbekannt; bis auf wenige Eingeweihte kennt diesen Namen niemand. Juden nennen diesen Namen "HaShem" und Christen nennen ihn "Herr". Aber weder HaShem noch Herr ist ein Name. Da steh ich nun, ich armer Tor und bin so klug alswie zuvor.

Shomer

Koyonaz
16.05.2009, 18:15
Ich wollte mal ganz höflich darauf hinweisen, dass das Christentum im Grunde überhaupt keine monotheistische Religion ist. Gott, Jesus Heiliger Geist, Maria, Engel, Satan, Papst, da wimmelt es doch von Abstufungen.

Ein ziemliches Kuddelmuddel, da braucht man mal gar nicht so laut über die uns oft lächerlich erscheinende hinduistische Religion mit ihren 1000 Göttern zu lachen.

Shomer
16.05.2009, 19:44
Hi Koyonaz,

danke für die Erwähnung des Gottes Satan. Und seit Jesus zu Petrus sagte: "Weiche hinter mich Satan...." wissen wir, dass eigentlich der Petrus der Satan ist - nur schade, dass der Papst das nicht auch weiss....

Ja, auch der Petrus ist irgendwie Gott, Wettergott z. B.

Bereits vor Jahren hörte ich, dass im Hinduismus 300 Millionen Gottheiten verehrt werden und das ist m. E. auch logischer als nur 1000; denn bei 1.2 Mrd. Einwohner kommen statistisch gesehen auf einen Gott vier Gläubige. Ich nehme einmal an, die haben jede einzelne heilige Kuh mitgerechnet. Aber an der Spitze all dieser Götter steht eine heilige Dreieinigkeit aus Brama, Vishnu und Shiva - wo ist da der Unterschied zum Christentum? Die "Ware" ist dieselbe, nur das Etikett ist ein anderes.

poetry
17.05.2009, 09:56
Du schmeißt schon wieder alle Christen einen dreieinigen Topf, Shomer - find ich nicht gut. Und der Vergleich mit dem Hinduismus hinkt - wobei mancher Glaubensgrundsatz der Hindu manch einem gut zu Gesichte stände.

poe

Shomer
17.05.2009, 18:15
Hi poe, du hast sicherlich nicht das gelesen, was ich geschrieben habe. Wie sollte ich darauf antworten?

poetry
17.05.2009, 18:23
Doch, hab ich - sowas find ich nicht gut:


Aber an der Spitze all dieser Götter steht eine heilige Dreieinigkeit aus Brama, Vishnu und Shiva - wo ist da der Unterschied zum Christentum? Die "Ware" ist dieselbe, nur das Etikett ist ein anderes.

Das mit den Hindugrundsätzen als Vorild gilt uns allen :))

poetry
17.05.2009, 18:30
Noch ein PS: Vielleicht konnte ich das Augenzwinkern auch nicht rauslesen .... kann ja passieren.

Shomer
17.05.2009, 18:32
Poetry hat leider in Sachen Diskussion nichts dazu gelernt, weshalb seine Beiträge ab sofort nicht mehr bei mir angezeigt werden. Poetry wird ignoriert.

poetry
17.05.2009, 20:40
Dazulernen bedeutet bei Dir nach Deiner Pfeife zu tanzen.
Anscheinend hast Du vergessen, dass das mit mir nicht läuft.

Ob Du mich ignorierst oder nicht ist mir egal - oder nein, es ehrt mich und ich werde mit meiner Meinung bei Deinen Beiträgen nicht meine Klappe halten.

poe

Jungtroll
19.05.2009, 14:28
dan werde ich jetzt wohl auch von shomer ignoriert den ich seh es wie poetry da wird mal wieder alles in einen topf geworfen und nur weil man seine eigene meinung behält ist man nicht lernfähig find ich eine lustige voraussetzung für eine diskussion wen nur der eine gesprächspartner seine meinung zu ändern hat und der andere zum voraus recht hat das ist mehr ein zeichen dafür das shomer wohl die argumente ausgehen

Zeuge
26.05.2009, 08:01
Wenn wir die Brahmandarstellung mit der Erklärung, die uns KindGottes freundlicherweise in einem anderen Tread geliefert hat, betrachten:

http://www.gnadenkinder.de/board/showthread.php?t=6021&page=7

dann ist Politheismus, b.z.w. Henotheismus nichts anderes als Beamtenbestechung.
Und Gott (oder einige seiner Aspekten) wird dadurch als korrupt dargestellt.

Wenn wir einen Antrag stellen, dann wird der Name des Beamten im Antrag doch nicht erwähnt. Denn der Antrag ist nicht an den Beamten, sondern an das Amt gerichtet.
Sollte aber der Name des Beamten im Antrag erwähnt werden, dann ist der Antrag nicht mehr an das Amt, sondern an den Beamten gerichtet, wodurch der Antrag seine Rechtmäßigkeit verliert.

So liefern wie Politheismus so auch Henotheismus ein falsches Bild von Gott, das voll und ganz dem Charakter einer Gesellschaft entspricht, nicht aber der einer Gemeinschaft.

Der Monotheismus dagegen betont die Einheit Gottes, in dem alle Aspekte ihren Dienst verrichten, ohne Anspruch auf besondere Verehrung zu erheben. Die Ehre gebührt einzig und allein (dem gesammten) GOTT, und nicht einzelnen Aspekten Gottes.