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Times of my life.....

Tommys Gehen in die andere Welt - etwas ganz Besonderes.....

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Dieser Morgen - er begann ja schon sehr gelassen und ruhig, ungewöhnlich nach dem Stress der letzten 2 Tage und vieler böser Tage davor.

Schon der Anfang, als Bobby noch schlief und das Katerle hier ruhig herum stromerte: Schon da war eine Gelassenheit spürbar, die nicht von dieser Welt war.....

Mein Anliegen war, dies zu erhalten und nicht meine Tiere zu verunsichern durch Handlungen, die sie nicht kannten, die sie verunsichert und die darob zu Ängsten geführt hätten, die sie bis dahin nicht verspürten. Denn Tommy hat bis zum Schluss nicht gespürt, dass er sterben wird....

Und so sehr mir auch immer danach war, meinen Kater an mich zu reißen, ihn nicht mehr aus meinen Armen zu lassen, noch einmal intensiv seine Wärme und Nähe zu spüren - ich tat es nicht, sondern strich ihm immer mal wieder (was er kannte) nur sanft über seinen wunderschönen Kopf - und ließ den Morgen (z.T. hatte ichs ja schon geschrieben) so "normal" (für die Tiere - für mich war natürlich NICHTS mehr "normal"....) ablaufen wie immer.

Um halb 9 kam dann die TÄ - ich hätte niemals (und in all dem traurigen Geschehen ja auch das Geschenk, dass dies so planbar war) in die sterile Praxis fahren können und in meiner Ärztin einen Menschen gefunden, die ohne jedes weitere Wort bereit war (und dies auch selbst unterstützt), zu uns nach Hause zu kommen. Wie wunderbar!

Bobby freute sich, sie zu sehen - sie hat irgendwie einen ganz besonderen Draht zu Tieren, klar, eindeutig, fest, aber unendlich liebe- und respektvoll. Sie widmete sich ihm dann auch erst einen Moment, was er total genoss und was auch Entlastung für ihn bedeutete.

Meine Sorge vor dem Besuch war, dass Tommy sich wie üblich, wenn er spürt, dass etwas geschehen soll, das mit ihm zu tun hat, sich irgendwo fast unerreichbar verkriechen würde und eine Stressjagd einsetzen müsste noch vor seinem Tod.

Diese Sorge war völlig unbegründet - er hatte es sich auf seinem Lieblingsstuhl gemütlich gemacht und war trotz des "Besuchs" dort geblieben, sodass ich ihn einfach von dort auf dem Arm nehmen konnte, frei von jeder Hektik und Panik. Das nächste Geschenk.

Mir blieben, während die TÄ still wartete, kostbare Minuten, um mich von meinem lebenden Katerle zu verabschieden, noch einmal in seine wunderschönen Augen zu schauen, ihm zu sagen, dass er nun nach Hause zu Jesus gehen dürfe und dass ihm all die Mäuse, die er gekillt hatte im Laufe seines Lebens, ganz sicher verzeihen würden

Dann war der Moment gekommen, mich mit ihm aufs Sofa zu setzen - und zu keinem Zeitpunkt wehrte er sich oder wollte von meinem Arm, ungewöhnlich auch dies angesichts der letzten Wochen - wieder ein Geschenk.

Ganz ruhig, still, aber ebenso klar und bestimmt setze die Ärztin dann die Narkose und mein Schatz schlief sehr rasch ein ohne jede Qual. Auch hier hatten wir dann noch einen Moment - denn noch lebte er ja -, den sie uns ließ; sie war einfach nur da, genau wissend, wann was an der Zeit war und darauf reagierend.

Dann setzte sie die Todesspritze und es dauerte nur Sekunden, bis Tommy diese Welt verlassen hatte.... Kein Aufbäumen, kein Zucken seinerseits, nicht diese Seufzer, nichts von alledem - er war einfach völlig still und ruhig gegangen ohne jede Qual, ohne Angst, ohne Leiden.....

Sie blieb dann noch gut eine Viertelstunde bei uns, um sicher zu sein, dass der Kater wirklich tot war - saß ruhig, still, gelassen und doch Sicherheit und Nähe gebend, neben und horchte ihn nur unauffällig immer wieder einmal ab.

Während all dieser Zeit lag Bobby uns gegenüber im Sessel - er beobachtete uns, aber in seinen Augen war keine Panik, Unsicherheit, klar, aber keine Angst, kein Zittern, keine Not. Er schaute nur.

Als Tommy dann tot war, kam er langsam näher - Zeitpunkt für diese einmalig sensible TÄ, sich auch leise und ruhig zu verabschieden, um uns Dreien noch Zeit miteinander zu geben. Wie sehr ich dieser Frau danke für diese Art der Sterbebegleitung - so einen Menschen wünsche ich in einer solchen Stunde jedem!

Nachdem wir dann allein waren, ich mit dem Katerle, dessen Seele aber noch bei uns war, das war deutlich erkennbar, im Arm, ein letztesmal seine Wärme, die langsam ging, spürend, seinen wunderschönen Körper sehen und fühlen dürfend, kam Bobby zu uns aufs Sofa. Es war unbeschreiblich.

Er schnupperte an seinem einst so guten Kumpel, jede Angst und Panik war fort. Er schien zu spüren, dass Tommy ihm nie wieder etwas antun würde und dass in meinem Arm nur noch sein einst so geliebter Spielkamerad lag, dem es jetzt nun endlich wieder gut ging....

Und dann kam der Moment, der für mich in alledem der Anrührendste und Bewegenste war und mir dann doch die Tränen - aber irgendwie auch die der Dankbarkeit und Freude - in die Augen trieb:

Bobby legte sich still - diese wunderbare Stille, die den ganzen Morgen ja schon begleitet hatte - neben uns, schnupperte an seinem toten Kumpel - und legte dann sein Köpfchen auf Tommys Körper und blieb so einen Moment bei uns.

Danach legt er sich neben uns aufs Sofa - immer noch alles ohne Angst, ohne Verunsicherung, ohne Panik - und blieb dort solange, wie ich meinen Schatz noch im Arm hielt - eine Stunde etwa blieben wir noch so zusammen, bis es Zeit war - denn Tommys Seele machte sich nun bereit, zu unserem Herrn zu gehen - , den Kater gehen zu lassen, auch physisch.

An dieser Stelle möchte ich schließen - wir haben ihn dann beerdigt und auch das war noch so, wie es war, gut.

Tommy fehlt mir - ganz klar. Und Bobby braucht nun noch eine Weile, um zum Alltag zurück zu kehren. Auch klar.

Doch ich wünsche wirklich allen, die Abschied von einem Tier nehmen und eine solche Entscheidung treffen müssen, dass sie das in der Art und Weise erleben dürfen, wie es uns vergönnt war.

Ein ganz besonderes Geschenk unseres Gottes, wie ich empfinde, die nichts Schreckliches, nichts Angst machendes, nichts Grausames hatte, sondern über der nur dieser überirdische, anders nicht zu erklärende Friede lag.

Danke, Herr, dass Du dies so gefügt hast!

Ade, mein geliebtes Katerle

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