Es ist doch beeindruckend, wie viele Menschen zur Trauerfeier von Robert Enke gekommen sind. Aber was hat Robert Enke jetzt noch davon?
Hinterher, aus der Erschütterung über so einen Tod, sind die Menschen plötzlich da, sind sie aufgerüttelt, vielleicht auch nur für kurze Zeit.
Wenn jemand sich das Leben nimmt, sind wir immer erschüttert.
Aber ich frage mich in solchen Situationen immer, was hätte vorher geschehen müssen, um den Selbstmord zu verhindern?
Wer hätte ihm helfen können und womit?
Wo waren die Freunde? Mit wem hat er über sein Problem reden können? Wer war offen für seine Not?
Was hätte er gebraucht?
Wo hätte er sich Hilfe holen können?
Hat er vielleicht auch bei Menschen Hilfe gesucht (auf seine Weise) und sie nicht bekommen?
Hat er Signale ausgesandt, die nicht gehört und wahrgenommen wurden?
Da merk ich immer wieder, wie wenig wir wahrnehmen vom anderen. Wie die, die Hilfe brauchen, oft gar nicht wissen, an wen sie sich wenden können.
Wie wenig offene Ohren, offene Herzen da sind.
Das mein ich jetzt nicht nur in Bezug auf Robert Enke, sondern ich denke an die, mit denen wir zusammen sind, die wir kennen. Wie viele Menschen sind verzweifelt und wissen keinen Ausweg.
Wie können wir da helfen? Was nehmen wir wahr von ihrer Not???????
Ich habe mit vielen Menschen zu tun, die durch tiefe Krisen gehen,
auch mit Menschen, die aufgrund einer Verzweiflungstat eines einzelnen Menschen z.T. ihr ganzes Leben lang unter den Folgen dieses Traumas, in das sie durch einen Suizid hineingezogen wurden, leiden
- Lokomotivführer
- Helfer von Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften
- zufällig vorübergehende Passanten
- und natürlich die Angehörigen und Freunde
...
Bei allem Verständnis für die Verzweiflung jedes Einzelnen,
aber im Augenblick des Entschlusses zum Suizid z.B. durch das sich vor einen Zug schmeißen, ist dieser Mensch sehr gefangen in sich selbst und beachtet nicht mehr, was er für Schrecken und Leiden durch seine Tat, mit der er sich von Leiden befreien will, verursacht und auslöst - seine Verzweiflung richtet sich nicht nur gegen sein eigenes Leben, sondern auch gegen das Leben anderer Menschen.
Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht,
sondern den Geist der Kraft und der Liebe und der Achtsamkeit.
2. Timotheus 1,7
Und so ein blabla bringt was? Null, wer sich umbringt der ist dessen definitiv bewusst, aber wer sich umbringt dem ist das auch wiederum scheissegalaber im Augenblick des Entschlusses zum Suizid z.B. durch das sich vor einen Zug schmeißen, ist dieser Mensch sehr gefangen in sich selbst und beachtet nicht mehr, was er für Schrecken und Leiden durch seine Tat, mit der er sich von Leiden befreien will, verursacht und auslöst - seine Verzweiflung richtet sich nicht nur gegen sein eigenes Leben, sondern auch gegen das Leben anderer Menschen.
Bei allem Mitgefühl für die Angehörigen, für die Vorortgewesenen, für Menschen, die an Depressionen leiden. Ich glaube, die Diskussionen werden verstummen und deshalb wird auch weiterhin kaum einer Notiz davon nehmen, dass jedes Jahr tausende von Menschen Suizid begehen. Und darunter sind eine große Zahl von Kindern und Jugendlichen. Es ist für mich nur einmal mehr bezeichnend für unsere Gesellschaft, dass der Freitod eines depressiven Fußballmillionärs für mehr Aufsehen sorgt, als der Freitod von Kindern und Jugendlichen. Aber dafür kann Robert nichts, insoweit RIP Robert Enke.
Liebe/r mako,
ich glaube, dass es ganz wichtig ist, dass ich selbst für die Not meiner Mitmenschen, in meiner nächsten Umgebung sensibel werde ... und auch wahrnehme, wo der 'Hunger', die Sehnsucht der Menschen ist ...
ich bin genau aus diesem Grund, weil ich die Augen auch vor der Not und den Nöten nicht verschließen möchte, vor mehr als 30 Jahren Seelsorgerin geworden .... nicht dass ich damit alle Not lindern könnte, aber ein wenig von der Liebe, die Gott mir in mein Leben hinein geschenkt hat, weiterzugeben, damit es wärmer wird, ist mir bis heute an jedem Tag wichtig ... und wenn jeder ein wenig von sich und seiner Liebe, seinem Glauben schenkt, dann kann aus einem einzeln Du ein Wir werden ... Wenn das Brot, das wir teilen als Liebe blüht ... dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut ...
Herzliche Grüße
Regenbogen
Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht,
sondern den Geist der Kraft und der Liebe und der Achtsamkeit.
2. Timotheus 1,7
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