Brauchtum und Ursprung der Weihnachtskrippe.
Seit dem 17. Jh. verbreitete sich der Brauch, Weihnachtskrippen aufzustellen. Je mehr sich die Krippe in den Privathäusern verbreitete, desto volkstümlicher wurde sie.
Während in der Blütezeit der Krippe im 18. Jh. in Italien die Hauskrippen der höfischen und adeligen Kreise oft überdimensionale Formen annahmen (prunkvolle Palastkrippen), blieb die Ausgestaltung der Hauskrippe eher schlicht und beschaulich und das heilige Geschehen der Mittelpunkt der Darstellung.
Im 18. Jh. waren Papierkrippen verhältnismäßig stark verbreitet. Da die Figuren vielfach auf dünnes Papier gemalt waren, verbogen sie sich leicht und erzeugten keinen schönen Eindruck. Die Künstler malten daher später die Gestalten auf Bretter und schnitten sie aus. Die bekleideten Wachsgestalten und die papierenen Statuen wurden nach und nach von geschnitzten Figuren abgelöst. Jung und Alt befasste sich mit der Weihanchtskrippe. Mit unbekümmerter Fantasie verlegte das Volk die Geburt Christi in seine Heimat und in seine Zeit, stellte in der Krippe sein eigenes Leben dar und vermischte Einheimisches mit Orientalischem. Da gab es Bauern und Bürger, treuherzige Hirten und Jäger sowie Frauen in abendländischen Trachten, Ruinen und Häuser in bodenständigem Stil. Der Hintergrund zeigte meist eine heimatliche Landschaft. Die Heiligengestalten, besonders die Heilige Familie, waren stets orientalisch gekleidet. In der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts drang die orientalische Krippe immer mehr in den Vordergrund.
Martina Horand





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