„Ein Mensch ist immer das Opfer seiner Wahrheiten.“ (Albert Camus)

Ich denke, dass hier nicht absolute Wahrheiten oder Recht gemeint sind, sondern relative „Wahrheiten“, wie Glauben, Ideologien, Theologien welche den Menschen „gefangen“ nehmen können, das heisst, dass er Opfer seiner selbst wird.
Somit ist er Täter und Opfer seiner selbst, denn die Tat ist, subjektives Erkennen ins Absolute zu setzten, und dessen muss er dann folgen.

Auch bei Jesus könnte man zB sagen, dass er Opfer seiner „Wahrheit“ wurde. Welche er bis zum Äussersten befolgte.

“... oder der Wahrheiten des Anderen...“ (Shaddow)
Ideologien und Theologien entwickelt man ja weniger selber, sie sind Prozesse von Menschen in und durch die Zeit, welche man übernimmt, darin erzogen wird, gelehrt und auch kulturell dem allgemeinem Entspricht. Somit übernimmt man dann solche „Wahrheiten“ von andern, deren Opfer man dann wird.


Vielleicht könnte man auch sagen, als Kinder sind wir Opfer und als Erwachsene werden wir zu Tätern, wenn wir andern unsere „Wahrheiten“ indoktrinieren wollen.

Werden solche „Wahrheiten“ als absolut verkauft, so gleicht das eher einer Diktatur.


Ich weiss nicht, was Kindsmisshandlungen mit „Wahrheiten“ zu tun hat, es ist einfach ein Gräuel, denen Kinder „fast“ chancenlos ausgesetzt sind. Um da zum Recht zu kommen, wird wahrlich ein schwerer Weg sein.
Aber oft haben Kinder ja eine gestörte Vaterbeziehung, die sie dann später auch auf Gott projektieren. Dieses wird dann weit ins Erwachsenenalter hineingetragen. In „Glaubensgesprächen“ ist das eine riesengrosse Hürde und Blockade, da dann diese subjektive Wahrheit aus der Kindheit nicht relativiert/korrigiert wird, wodurch er selber in sich gefangen bleibt.


Also lernbereit sein, und wissen, dass das Eigene weder das Allgemeine nicht das absolute ist.


Lehit

Alef