Kann man ein solches „Gebet“ unkommentiert stehen lassen? Wäre es ein Gebet, so müsste man sagen ja, aber es ist eben kein Gebet, sondern eine indirekte Predigt / Botschaft, die deine Glaubensempfindungen, deine Enttäuschungen und deine Erwartungen zum Ausdruck bringen.
Ich lese in den letzten Tagen sehr genau deine Texte um zu erfassen, wie ernst es dir um die jeweiligen Themenbereiche geht und sicher auch um etwas hinter die Fassade des Usernamens „outiouti“ zu schauen.
Manche Besonderheiten sind wirklich auffällig. Zum einen, dass du bis auf gängige Theologien und Inhalte von deutschen Bibelausgaben kaum Hintergrundwissen zu Glaubensthemen besitzt und zum Anderen, dass du dich insbesondere einer sehr apokalyptisch orientierten Theologie, die insbesondere in Freikirchen vertreten wird verpflichtet fühlst. Ein dritter Punkt ist, dass du geradezu verbissen einem papierenen Gott huldigst und genau dieser Punkt ist für mich der Erstaunlichste. In keinem deiner Texte kam auch nur im Ansatz ein persönlicher Bezug zu Gott zum tragen. Alles ist auf papierenen Vorlagen orientiert und auf diese Kategorien beschränkt. Ich werde bei dir den Eindruck nicht los, dass wenn man auch nur ein Wort aus deinen 66 Büchern zum „Fallen“ bringt zugleich auch dein Glaube zum Fallen kommt, weil er gänzlich auf diese Vorgaben orientiert ist. Das hat, mein Freund, nur ganz wenig mit lebendiger Gottesbeziehung zutun. Denn Gott macht eben unser Dasein nicht von beschriebenem Papier abhängig, sondern von einer lebendigen Beziehung zu IHM.
Ich weiß nicht ob es daran liegt, dass du hier in einem Forum gelandet bist, wo mit einfachen Glaubensparolen und Pauschalismus kaum „Land“ zu gewinnen ist, sondern es gang und gebe ist, sich sachlich und auch kritisch mit Theologien, der Bibel und Glaubensfragen auseinanderzusetzen. Ich kann mir gut vorstellen und deine Texte legen es nahe, dass es für dich das Werk „deines“ Satans sein muß, wenn man an diesen – deinen - so wichtigen Glaubensvorgaben kratzt und sie in Frage stellt. In deiner Gedanken– und Glaubenswelt muß sich dann hier die Hölle / Satan offenbaren, dass ist mir durchaus klar. Aus dieser Sichtweise argumentierst du, dass belegt fast ein jeder Text von dir. An und für sich wäre dies auch in Ordnung, wäre da nicht ein anderer Punkt. Es ist die Tatsache, dass du mit Halbwahrheiten und Unwahrheiten hier dein Glaubenskonstrukt zu begründen suchst. Hier, mein Freund, müsste auch dir klar sein, dass man nicht zwei Herren dienen kann. Es müsste dir klar sein, dass du deinem Glaubensanliegen den denkbar schlechtesten Dienst erweißt. Da hilft auch das „beste“ Gebet an deinen Gott nicht. Denn Gott wird sich hinter solches Gebären kaum stellen können. Mir ist schon klar, dass du auch hier wieder einen Pauschalausrede finden wirst und diese wird Satan heißen.
Wie dem auch sei, ich kann dir versichern, dass du mit dieser Art von Missionieren nur dort Erfolg haben kannst, wo nicht das Nachfragen nach Gott und dessen Heilswillen für uns Menschen im Mittelpunkt steht, sondern stupider Buchstabenglaube. Und ich kann dir versichern, es wird immer schwerer solche Menschen zu finden. Und das hat eben nichts mit Endzeit zutun, sondern etwas mit Aufklärung, Wissen und vor allem Prüfen. Menschen glauben heute einfach nicht mehr so unbedarft, so ungeprüft und unbefangen und das ist sehr gut so. Denn über viele Jahrhunderte haben religiöse Institutionen und auch einzelne „Gottesprediger“ ganze Völker zu schlimmsten Handlungen verführt. Sie haben mit Hölle und Satan, Gottesgericht und schlimmsten Androhungen einfache Menschen in Angst und schrecken versetzt und das Bild von einem barmherzigen und liebevollen Gott fast ausgelöscht. Und du neigst auch zu dieser Art der Angsttheologie, indem du Gottesgericht, Endzeit, Satan und Hölle heraufzitierst. Ich kann dir versichern, du wirst sterben und nichts von deiner Endzeit, deinem Gottesgericht, etc wird sich realisiert haben.
Ich wünsche dir, dass du die Liebe und Barmherzigkeit Gottes in deinem Dasein erfahren mögest, Gottes unvorstellbare Liebe für uns so irrenden und verfehlenden Menschen. Und ich wünsche dir den Mut, ernsthaft und vor allem gewissenhaft mit dem Gut des Glaubens zu haushalten, diesen zu Prüfen und auch durch Erkenntnisse und Wissen zu stärken. Ich wünsche dir aber vor allem Langmut dafür, dich gewissenhaft mit der Historie deiner Religion auseinanderzusetzen. Eventuell wird es dir vergönnt sein den Unterschied zwischen Religionsgeschichte und dem Dasein Gottes zu erkennen. Und ich wünsche dir darüber hinaus, dass du lernst nicht in die Fallstricke deiner eigenen Argumentation zu fallen, indem du mit Halbwissen und Unwahrheiten hausieren gehst. Ich kann es dir nur noch einmal ans Herz legen, deinem persönlichen - aufrechten Glauben tust du damit kein gefallen und den Anliegen Gottes noch viel weniger.
In diesem Sinne alles erdenklich Gute dir.
Absalom



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