Teil 2


Wir sprechen Gott frei von aller Schuld oder Mitschuld, Gott spricht uns frei von aller Schuld und Mitschuld.
Theologisch und philosophisch gesehen geschieht genau dieser Sachverhalt eigentlich in allen großen Religionen und Religionsphilosophien.

Der Mensch steht vor einem ganz großen Dilemma bei der Analyse seiner Menschheitsgeschichte. Zum einen lebt der Mensch in einer Welt, in der er sich so unwohl fühlt, dass er diese ständig für seine Bedürfnisse umformen, bekämpfen und zerstören muß. Er ist unglücklich mit seinem Wesenszustand, der unvollkommen und sterblich ist. Darüber hinaus ist ihm die Welt viel zu klein, er braucht mehr, viel mehr, unendlich viel mehr. Mehr Land, mehr Wohlstand, mehr Befriedigung seiner Gelüste und vor allem eine umfassende Wunscherfüllung. Dabei sind ihm jedoch viele Hindernisse im Weg. Zumeist ist es erst die Natur, dann die Naturbewohner und letztlich sind es seine Artgenossen selbst, die störend sind.
Es bleibt jedoch die Gewissheit für den gläubigen Menschen, Gott stellt uns genau in dieses Dasein und wir müssen uns diesem – unserem Dasein stellen.
Die ethischen Fragen nach Leid und Ungerechtigkeit, nach Sinn und Unsinn unseres Daseins, nach Leben und Sterben stehen seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte ungelöst im Raum und man mag Gott gar nicht so Recht verstehen wollen, warum wir uns selbst ausgesetzt sind, warum soviel Böses durch uns geschieht, warum wir so sind wie wir sind, warum wir sterben müssen, oft jung und schuldlos, etc, etc. All diese Fragen gipfeln letztlich in allen Religionen darin, dass man nach Ursachen sucht, die nicht bei Gott zu liegen scheinen, gleich wohl er als Schöpfer dieser Erde und uns Menschen angesehen wird. Also folglich auch alle Unvollkommenheit und auch die Sterblichkeit. Wie kann das aber sein, wenn uns Gott auf der anderen Seite, ebenso durch alle Religionen, einen gewissen ethischen und moralischen Lebenswandel offenbart, der für ein Minimum an gemeinsamen und friedlichen Zusammenleben notwendig ist. Hätte Gott bei seiner Schöpfung nicht all die Widrigkeiten bedenken können, die Zukunft unseres Handelns absehen können, Gott uns vor uns selbst schützen müssen? Was ist das für ein Gott, der sich darüber beklagt, in heiligen Büchlein, wie schlimm die Menschen sind, gleich wohl er selbst diese Menschen so geschaffen hat wie sie sind?
Die Antwort aller Religionen ist relativ simpel und einfach auf diesen Sachverhalt und es erstaunt nicht, dass diese Antwort schon lange vor der Bibel oder einem Koran oder anderen heiligen Schriftlein gegeben wurde. Die älteste schriftliche Antwort findet sich auf Keilschrifttafeln in Sumer und diese Antwort scheint bis heute nichts an Kopierungsbedarf verloren zu haben, findet sie sich doch in allen Religionen wieder. Nicht Gott hat Schuld, an unserer irdischen Realität des Menschseins, denn Gott hat uns gut erschaffen, es war ein Antigott und der Mensch selbst, der diesen menschlichen Zustand der Unvollkommenheit und Sterblichkeit verursacht hat. Diese Antwort scheint in sich so logisch zu sein, dass man lange Zeit damit gut leben konnte, ja es geradezu ein Befreiungsschlag des Gewissens für alle Untaten war, denn wir sind ja nur verführte und unvollkommene Wesen, auf die man mit göttlicher Barmherzigkeit schauen müsse. Wir sind die Opfer und deshalb sind wir Täter. Wir sind Mächten ausgeliefert, die weit größer sind, Göttlich sind, als wir und uns arme kleinen Menschen zum Spielball ihrer Machtgelüste machen. Wir können eigentlich nichts dafür, dass wir sind und wie wir sind.
Doch irgendwann stellte sich die Frage, wo kommt dieser Antigott denn her, warum hat Gott diesen geschaffen oder nicht vernichtet, damit wir Menschlein in Frieden mit uns selbst und Gott leben können. Es folgte der nächste theologische Schachzug, der das Freiheitsideal Gottes betont und in der Bibel auch seinen Niederschlag fand, ich lege euch Leben und Tod vor, Segen oder Fluch. Frei sind wir Menschen nun also, frei zu wählen, frei zu sein in unseren Entscheidungen für Gut oder Böse und deshalb muß es ein Positiv (Gott) und ein Negativ (Antigott) geben. Frei sind wir jedoch nur solange, solange wir die Freiheit haben frei zu sein und wer ist schon frei?
Die Frage, warum es eine solche Freiheit (Scheinfreiheit) gibt, was diese uns nützt und vor allem wo diese denn je zum Guten hingeführt hätte bleibt unbefriedigt beantwortet. Der Gedankenansatz, Gott möchte mündige und freie Menschen und nicht Marionetten ist in sich logisch, doch zugleich fragwürdig, denn war es nicht selbiger Gott, der Machthierarchien befürwortete, die von Sklaverei bis hin zur Deklassierung der Frauen reicht, die Könige und Oberpriester als Führungspersönlichkeiten bevorzugt und andere zu Dienern derer abstuft, vom Kastensystem wollen wir da gar nicht erst sprechen. War es nicht selbiger Gott, der sog. Religionsriten einführte, damit Menschen sich in ein Religionssystem einfügen und darin unterordnen, angefangen bei der Beschneidung bis hin zu Glaubensvorschriften? Mit Mündigkeit und Freiheit hat all das nur wenig zutun. All das sind nur kleine Andeutungen auf Nachfragen zu unsrem Dasein und unserem Verhältnis und unserer Beziehung zu Gott.

Der Mensch steht vor einem ungeheueren Fragenkomplex, der offensichtlich unbeantwortet bleibt, denn der Mensch beruft sich in seinem Handeln immer wieder auf den Urheber Gott und somit gerät sein eigenes Dasein unweigerlich in den Focus Gottes. Gott handelt durch uns Menschen, Menschen handeln durch Gott, dass ist die Kernbotschaft aller Religionen und somit ist alles Scheitern und aller Fehl auch immer ein Hinweis auf Gott. Hierin liegt die Ursache, dass Religionen verschwinden – sterben – und neue Religionen geboren werden. Häuft sich die Fehlerhaftigkeit Gottes / der Religionen, werden Götter oder Gott oder eben Religionen zu ungerecht oder geben den Menschen keine befriedigenden Antworten mehr, so entstehen neue Religionen, mit erneuerten Göttern und erneuerten Glaubensaussagen.

Der Wettkampf der Religionen um den wahren und echten Gott ist bis heute nicht abgeschlossen. Dieses Kernfaktum unserer Geschichte zeigt deutlich, dass noch immer keine allgemeinverbindliche Antwort auf die Stellung Gottes in unserem Dasein gefunden werden konnte.

Doch in unserer menschlichen Religionsgeschichte gab und gibt es „Fortschritte“. Lieferten die Sumerer und Ägypter noch ein relativ primitives Gottesbild dem Bronzezeitmenschen, so hat sich insbesondere in der Antike – durch den Einfluss der Philosophie – der Focus zu Gott ganz wesentlich erweitert. Es war der Hellenismus, der die Versöhnung zu Gott oder den Göttern suchte. Nie wurde der sittliche Imperativ so hoch gewertet und propagiert, wie im Hellenismus. Der Religionsphilosophismus erreichte eine Blüte, die endgültig die alten bronzezeitlichen Religionen reformierte oder verdrängte. Neue Religionen schossen „wie Pilze aus dem Boden“ und erweiterten so den Religionshorizont der Menschheit. Neue Gottesideen und Erklärungsmodelle ergriffen die Menschheit und führten zu einer sehr lebhaften Diskussion unter antiken Menschen über Sinn und Unsinn unseres Daseins und unser Verhältnis zur Götterwelt. Platon, Sokrates, Heraklit, Aristoteles, Philon, etc sind Namen, die bis in unsere Zeit hinein überlebt haben und bis heute mit dieser Diskussion verbunden sind.

Zusammengefasst kann man folgenden antiken Erkenntnisstand erfassen: „Anfang und Ursprung allen Seins ist das Eine, das identisch ist mit Gott, mit höchster Qualität und höchstem Glanz. In stufenweiser Entfernung davon ordnet sich die geistige, seelische und materielle Welt. Entfernung vom Einen bedeutet Vielheit, aber auch Verlust an Sein, an Güte, an Licht, Zunahme der Affekte gegenüber Verstand und Vernunft, Zurücktreten des Geistigen hinter dem Materiellen. Der Ort des höchsten Einen ist die wahre Heimat der Seele.“

Die Platonische Aussage, Gott ist das Urgute und Urreine Prinzip, aus diesem könne nichts Negatives kommen, schaffte jedoch ein Spannungsfeld, dass entgegen der Menschheitserfahrung stand, denn das Böse / Ungerechte war bekannt und erfahrbar im alltäglichen Leben. Wie das Urgute und Urreine Prinzip diesen Zustand dulden konnte und vor allem wie der Mensch im Spannungsfeld dieses göttlichen Dramas zum Spielball der Mächte wurde, fand keine Beantwortung.
Genau hier setzt der hellenistische Ansatz an, indem es einen Antigott, ein Visa Vis zu Gott setzt, also wieder ein altes Glaubensprinzip, dass durch göttliche Helden – Halbgötter bekämpft werden muß. Ob Mithras, Dionysios, Herakles, Attis, Hermas, hellenistischer Jesus, etc, etc, all diese Gottessöhne finden hier ihre Entstehung und ihren religiösen Kult. Sie sind die Kämpfer gegen das Urböse, die böse Urschlange (Ugarit), die die Menschheit in den Abgrund gestürzt hat.

Die Grundfrage, woher kommt das Böse, wird auch in der Bibel nicht beantwortet. Es wird vorausgesetzt und später (ab der hellenistischen Epoche) in der Gestalt Satans zur personifizierten Realität erklärt, aber dessen Ursprung wird nicht benannt.

Die Grundfrage ist eigentlich, wo beginnt das Böse und wie definieren wir das „Urböse“, also den Anfang dessen, was wir heute als böse empfinden. Welche Gestalt und Form hatte das Böse eigentlich, bevor es uns als Böses zur Realität wurde? Das Böse beginnt eigentlich mit dem Begriff Vergänglichkeit und steht im Widerspruch zur Ewigkeit. In dem Begriff Vergänglichkeit löst sich der Wert von Gut und Böse auf. Die Frage muss also lauten, wer erschuf die Vergänglichkeit, die immer in sich Vernichtung, Auslöschung und in deren Folge, Dinge wie Abschied, Schmerz und Leiden beinhaltet. Einzig der Ewige Gott, der dieser Vergänglichkeit nicht unterworfen ist, vermag Vergänglichkeit zu erschaffen. ER /ES selbst steht außerhalb dieser Gesetzmäßigkeit, die nur eins bezweckt, Werden und Vergehen. Hier im schöpferischen Dasein Gottes ist der Ursprung für Vergänglichkeit zu finden – Werden und Vergehen. Dieses Werden und Vergehen hat jedoch eine Eigendynamik vom Erschaffer erhalten. Werden und Vergehen können von den Elementen selbst beschleunigt oder verlangsamt werden. Dazu dienen Gesetzmäßigkeiten, die in Raum und Zeit ihre Basis finden. Atome finden sich zusammen und Atome trennen sich wieder. Das Geheimnis des Lebens, des Werdens und Vergehens, finden hier ihren Ursprung. Das Böse ist also erst einmal an sich ein Prozess, der sich ständig wiederholt und an sich überhaupt nicht böse ist, sondern vom Schöpfer als „ewiger“ Kreislauf von Werden und Vergehen erdacht wurde. Allerdings sieht die Sache anders für die aus, die in diesem Prozess eingebunden sind, denn sie müssen sich diesem Werden und Vergehen stellen. Dabei spielt die Frage nach Schuld und Unschuld keine Rolle, denn Pflanzen sind nicht böse und doch sind sie dem Werden und Vergehen unterworfen. Gott selbst, der sich als Herr über Sein oder Nichtsein – also als Schöpfer dessen bezeichnet, hat allen beseelten Lebewesen zudem ein Bewusstsein für dieses Werden und Vergehen gegeben. Egal ob Pflanzen, Tiere oder Menschen, ein jedes Lebewesen kämpft um das Werden und gegen das Vergehen. Hier kommen wir zum nächsten Punkt, der Kampf um die Existenz und genau hier wird das Böse ganz schnell für alle Lebewesen zur bitteren Realität.
Für alle Lebewesen gilt, mit dem Bewusstwerden von Werden und Vergehen beginnt der Kampf um die Existenz und damit ein Widerstand gegen dieses Grundprinzip. Der Überlebenswille ist ein Urinstinkt, der allen Lebewesen zu Eigen ist. Ist es nun böse, wenn man sich diesem Urinstinkt hingibt? Grundsätzlich nein, denn wir werden geboren um zu leben und leben beinhaltet immer auch den Kampf um das Dasein. Das ist eine Realität, in die wir Lebewesen dieser Erde hineingestellt sind. Das muß man akzeptieren und auch als Gottgewollt hinnehmen.
Das eigentlich Böse ist, dass diese Gesetzmäßigkeiten Gottes nicht akzeptiert werden und der „Neid“ auf Gott, dieser Gesetzmäßigkeit nicht unterworfen zu sein, zur Rebellion gegen den Schöpfer führt. Es ist einzig der Mensch, der in diesem Schöpfungskreislauf sich anmaßt, Gottes schöpferische Ideen anzuzweifeln und somit erhebt der Mensch einen Anspruch auf eine eigene Begriffswelt von Gut und Böse. Kein anders Lebewesen dieser Erde tut das. Gut und Böse sind in der menschlichen Realität dem Kreislauf von Werden und Vergehen unterworfen. Allerdings, das Bewusstsein des Menschen ist verschieden von seiner Umwelt. Es ist das Bewusstsein, dass wir der Vergänglichkeit unterworfen sind und nur den schwachen Trost in sich trägt, werdendes Leben selbst zu erschaffen, allerdings auch in dem Bewusstsein, dass dieses vergänglich sein wird. Es ist die Trennung des Menschen von seiner Vorahnung von Unvergänglichkeit, von Gott, die den Menschen zur Abkehr von Gott treibt. Der Mensch kann und will nicht verstehen, dass er endlich ist, dass er begrenzt ist, dass er nicht Gott ist und deshalb macht sich der Mensch selbst zu Gott über alles, selbst über Gott macht er sich zu Gott, indem er Gott andichtet wie Gott zu sein hat und wie nicht, was Gott zu tun hat und was nicht und im besten Falle wird er selbst zu einem Gottmensch oder nennt sich bescheidener Weise Stellvertreter Gottes auf Erden, der selig und heilig spricht, was ihm in den Sinn kommt. Hier liegt das Fundament – der Ursprung aller Religionen, hier liegt der Grundstein aller Glaubens- und Religionsbekenntnisse. Wir definieren Gott und machen Ihn somit zum Patron unserer Religionen. Da aber alle Glaubensaussagen menschlich unvollkommen, fehlerhaft und zweifelhaft sind, bedarf es vieler Religionen, um das Breitenspektrum an „göttlichen“ Erfahrungsaussagen zu erfassen. Hier liegt die Ursache darin, dass es so unglaublich viele Religionen in der Menschheitsgeschichte gab und geben wird. Und es ist auch kein Geheimnis wenn man sagt, je dogmatischer, militanter und aggressiver eine Religion ihre Glaubensgrundsätze vertritt, je erfolgreicher ist diese. Das lehrt uns ebenso die Menschheitsgeschichte.

In dieser Erkenntnis sagte einst Dietrich Bonhoefer: „Vor und mit Gott leben wir ohne Gott. Gott lässt sich aus der Welt hinausdrängen. Unsere Welt ist Gottlos und Gottlos sind unsere Taten.“
ER / ES erlaubt uns diesen Schritt, wir dürfen Gott mit Nichtachtung abstrafen, wir dürfen Ihn aus unserem Dasein verbannen, wir dürfen Ihm wehtun, indem wir uns seiner Liebe verweigern und vor allem ihm unsere Liebe entziehen. Wir Leiden und wir lassen leiden und all das im guten Glauben wir dienen damit Gott.
Umsinnung zu Gott, was eigentlich diesen Prozess beenden könnte wird durch ein eigenes Rechts- und Gut-Böseempfinden verhindert, welches natürlich durch heilige Regeln legitimiert wurde.

Die Logik Gottes entspricht nicht meiner menschlichen Logik! Würde ich es anders sagen, wäre ich ein Lügner. Doch ich verstehe so ganz langsam die Dimension, die Gott selbst durchleiden muss. Doch warum durchleidet Gott, der Schöpfer allen Daseins selbst diese Prozesse? Die Antwort ist so simpel und einfach, wie der Schöpfungsgedanken Gottes. ER selbst ist mit all seinem Wesen Bestandteil dieser Schöpfung. In jedem Atom, in jeder Faser, er ist darin substantiell enthalten. Um es ganz menschlich auf den Punkt zu bringen, schlage ich mein Kind, schlage ich mich selbst, mein eigen Fleisch und Blut, nur dass ich im Gegensatz zu Gott dies selbst nicht physisch spüre, Gott sehr wohl. Die Dimension von Gottes Gegenwart ist so umfassend, dass es all unsere Vorstellungen sprengt. Wie im Guten so auch im Negativen! Jede Anmaßung von Erklärungsversuchen menschlicher Seite findet hier seine Abstrafung durch Unvollkommenheit des Verstehens!


Es ist ein äußerst billiger Weg, seine Selbstverantwortung und Selbstverfehlung auf ein himmlisches Wesen namens Satan oder Böser Gott zu projizieren und dann durch die Annahme von Himmlischen Helden Erlösung von diesen Verfehlungen zu erhoffen. Denn es ist und bleibt des Menschen erste Aufgabe sich selbst zu überwinden und die Welt in der wir leben mit allem was darin ist als Anteil Gottes zu verstehen. Indem man diese Lebensaufgabe ablehnt und einem Satan andichtet gibt man seine persönliche Verantwortung für unser Dasein und für Gott ab und genau das spiegelt sich im Dasein unserer Welt wieder, eine Welt, die durch Leid, Krieg, Armut, Kapitalismus und Ungerechtigkeit geprägt ist.

Gott teilt mit uns Menschen sein Dasein! Der Mensch jedoch bemächtigt sich dieses Daseins und verteilt oder entzieht anderen Menschen dieses Dasein, je nach Machtgegebenheiten und Interessenslagen. Der Mensch selbst macht sich zu Gott und dazu bedarf es keines himmlischen Bösewichtes, sondern nur der menschlichen Anmaßung selbst Gott spielen zu wollen.

Die Konsequenz aus der Religionsgeschichte kann nur sein, keine Religion der Menschheitsgeschichte vermochte es auch nur ansatzweise den Anliegen Gottes für uns Menschen gerecht zu werden. Weder konnte sie diese Anliegen vermitteln, noch diese ansatzweise umsetzen. Der Mensch, wenn er denn den inneren Drang nach Gott empfindet, wird sich diesen Unfassbaren Gott persönlich und ganz individuell stellen müssen, kein Glaubensbekenntnis und keine Religion wird den Menschen davon befreien können. Was der Mensch finden wird, wird so einzigartig und individuell sein, wie es die Schöpfung selbst ist, denn Gott ist ein Gott der Vielfalt im Sein. Doch dazu muß er suchen und das wohl ein Leben lang, wachsen, reifen, erfassen ohne wirklich Gott in all seiner Fülle zu erkennen. Und wenn der Mensch weise ist, macht er keine Religion oder verbindlichen Lehren daraus, sondern Erfahrungswerte und ein lebendiges und gelebtes Zeugnis für die unendliche Liebe Gottes zu allen Geschöpfen und der Schöpfungen, ein lebendiges und gelebtes Zeugnis zu SEINEM DASEIN und unsrem Dasein, ein Leben in einer Welt voller Göttlichkeiten und Gottes DASEIN.

Absalom