Leon, das kannst du wohl kaum ernsthaft erwarten, bei einer so persönlichen Sache objektive Informationen zu erhalten. Objektive Meinungen gibt es wohl kaum, denn wenn ich meine Meinung kundtue, dann ist es meine subjektive. Sie kann objektive Aspekte beinhalten, aber wenn du um Meinungen bittest, dann erhältst du in aller Regel persönliche Ansichten, Standpunkte, Denkweisen, auch Beurteilungen etc.
Mit ureigenen Erfahrungen, teilweise schrecklichen Erfahrungen erwartest du hier von SR-kritischen Leuten objektive Standpunkte und Meinungen?
Ich hoffe, dir fällt nun auch auf, dass dies nicht möglich ist und auch nicht möglich sein kann.
Wie sähe denn für dich eine objektive Feststellung aus?
Ich frage mich ernsthaft, wie du zu diesem deinen Eindruck kommst, man wolle hier SR ausschließlich in Grund und Boden stampfen. Es wird Kritik geübt, ja, aber genau dies ist doch die Voraussetzung zur Aufarbeitung und Aussöhnung. Es muss doch ersteinmal gesagt werden *dürfen*, was bedrückt, bekümmert und schmerzt. Wollte man anders weitergehen, beabsichtigte man Veränderungen, dann hätte man dafür gerne ein offenes Ohr, dann würde dies deutlich und ernsthaft signalisiert.
Wer tiefe Wunden provoziert und verursacht, der muss damit leben, dass Vertrauensaufbau nur allmählich und praktisch überzeugend geschehen kann. Man braucht zunächst erst einmal die Sicherheit, dass mit den Veränderungswünschen gut umgegangen wird, dass ihr Einreichen keine negative Folgen haben wird.
Ersteres mag sein, letzteres mag teilweise zutreffen, aber zu einem bedeutenden Teil eben auch nicht, denn SR setzte auf die damals üblichen Belastungen noch ganz schön was oben drauf.
Ich kann und mag nur für mich sprechen, auf mich trifft beides nicht zu. Beides kenne ich nicht und das soll auch so bleiben.
Wie denn? Gut, dass du "wahre Aufarbeitung" ansprichst. Für mich gibt es keine wahre oder unwahre Aufarbeitung, es gibt m.M.n. verschiedene Möglichkeiten Geschehenes zu verarbeiten.
Aber bitte zeig doch auf, was du unter wahrer Aufarbeitung verstehst, interessiert mich sehr.
Doch, doch, das lese ich gerne und es macht mich traurig, dass du es nicht einfach freudig erwähntest, sondern hinter diese gute Botschaft eine ungute Unterstellung an uns anhängen musstest.
Oder dir fällt es evtl. schwer mit der sehr klaren und lauten Kritik hier umzugehen?
Ist das so einfach möglich, diese von dir positiv beschriebene Entwicklung auf die Schnelle zu überblicken?
Ach nee, es geht doch nicht um Abrechnung. Erfahrungen werden benannt und schlechte dürfen hier schlecht sein, werden weder ignoriert oder schöngeredet.
Wo darf man nachfragen und wo könnte man erfahren, ob Menschen ihre Fehltaten zugegeben und sich zwischenzeitlich geändert haben?
Unabhängig von unseren Stärken und Schwächen, die wir naturgemäß haben, weil niemand alles gleich gut kann, gibt es gutes und weniger gutes bis schlechtes Verhalten für das man gerade stehen muss, womit man umzugehen hat. Niemand verhält sich nur gut, jeder macht Fehler und ich bin sehr für fehlerfreundliche Interaktion, aber eben auf gleichberechtigter Basis und nicht auf doppelzüngige Weise. Was wer von anderen erwartet, muss er erst einmal selbst erfüllen können.
Ich sende jetzt mal ab, auf den Rest antworte ich später.




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