Seite 1 von 3 123 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 24
  1. #1
    Registriert seit
    11.07.2006
    Beiträge
    5.546
    Blog-Einträge
    7

    Standard Verhalten gegenüber der Obrigkeit

    Zitat Zitat von Luther Bibel
    Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit ohne von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott verordnet. Wer sich nun der Obrigkeit widersetzt, der widerstrebt Gottes Ordnung; die aber widerstreben, werden über sich ein Urteil empfangen.
    Das höre ich so oft in Predigten oder lese es in Foren und deshalb möchte ich euch fragen wie ihr das seht.

    Wenn doch aber eine "Obrigkeit" nun Mist fabriziert, dann kann es doch nicht sein, dass ich meinen Mund halte und mich unterordne - da in der Bibel steht, dass ich mich ihr nicht zu widersetzen hätte. Denke ich da an die Politik, dann fällt es mir schwer zu glauben, dass diese von Gott eingesetzt sein soll (schließlich sind wir die Wähler und frei in unserer Entscheidungen)

    Ich finde es ist sozusagen ein Freispruch für gewissen Leute (Obrigkeiten) machen zu können was sie möchten - sie können Entscheide treffen die völlig unsinnig sind und wenn man ihnen Fehler nachweist, dann kommt der Satz: "Lege nicht die Hand an die Obrigkeit, denn ich bin von Gott auserwählt"

    Ich komme mit solchen Forderungen nicht zurecht und wenn ich danach zu leben hätte, dann widerstrebe ich täglich Gottes Ordnungen.

    Was fällt euch dazu ein oder wie lebt ihr das?

  2. #2

    Standard

    Das ist nicht mehr zeitgemaess, im mittelalter mag das in die sichtweise gepasst haben wenn der Koenig sich selber als Goettlicher herrscher auffuehrte und ein christlichen staat geleitet hat

  3. #3

    Standard

    Untertan sein, bedeutet ja nicht, dass wir unsere Meinung nicht äußern dürfen, wenn wir Missstände sehen, Ungerechtigkeiten usw.

    Untertan sein, was bedeutet das eigentlich?
    Mich unterordnen, die Obrigkeit anerkennen. Mich an Regeln und Gesetze halten. Nicht in allem machen, was ich will.

    Ich denke, wenn ich merke, dass etwas gegen mein Gewissen geht, wenn ich etwas mit meinem Gewissen nicht verantworten kann, dass es dann aufhört mit Untertan-sein, dass da die Grenze ist, dass ich da sehr wohl aufbegehren kann und auch sollte.

    Ich frag mich grad: Wie ist Jesus mit Obrigkeit umgegangen?
    Denk grad dran, wie er die Geldwechsler und Händler aus dem Tempel vertrieb.

  4. #4
    poetry Gast

    Standard

    Liebe Fischi,

    ich habe dazu etwas von Lapide oder Klausner gelesen (weiß es nicht mehr genau):

    Diese Passage schrieb Pauls an die römischen Gemeinden. Wie es denen damals ging, kann man sich vorstellen, wenn man die historischen Aspekte nicht außer Acht läßt. Wären diese kleinen Gemeinden damals aufmüpfig gewesen, man hätte sie ohne einen Wimpernschlag niedergemetzelt - heißt, es wäre eine Gefahr für das zarte Pflänzchen dieser neuen Gemeinden gewesen. Paulus unterstützt hier mit dem geistlichen Aspekt, denn dieser war das stärkste Argument.

    In der heutigen Zeit ist das anders. Man überlege, welche Auswirkungen das gehabt hätte: Es waren hier in der EX-DDR hauptsächlich auch christliche Organisationen, die als erstes aufgestanden sind. Menschen wie Niemöller oder Bonhoeffer wäre still geblieben und auch Ungerechtigkeiten in der heutigen Zeit wären oft unausgesprochen und widerstandslos.

    Viele Grüße,

    poe

  5. #5
    Obertonmusik Gast

    Standard

    Was Luther da sagt, komme ich nicht mit zurecht -
    ich handle nach meinem Gewissen und dieses ist für mich
    auch die Stimme Gottes.

    ...und handle ich danach, komme ich ganz gewiss
    auch mit politischen Gesetzen in Konflikt und mit
    dem Papst sowieso.

  6. #6
    Registriert seit
    11.07.2006
    Beiträge
    5.546
    Blog-Einträge
    7

    Standard

    Zitat Zitat von poetry Beitrag anzeigen
    Liebe Fischi,

    ich habe dazu etwas von Lapide oder Klausner gelesen (weiß es nicht mehr genau):

    Diese Passage schrieb Pauls an die römischen Gemeinden. Wie es denen damals ging, kann man sich vorstellen, wenn man die historischen Aspekte nicht außer Acht läßt. Wären diese kleinen Gemeinden damals aufmüpfig gewesen, man hätte sie ohne einen Wimpernschlag niedergemetzelt - heißt, es wäre eine Gefahr für das zarte Pflänzchen dieser neuen Gemeinden gewesen. Paulus unterstützt hier mit dem geistlichen Aspekt, denn dieser war das stärkste Argument.

    In der heutigen Zeit ist das anders. Man überlege, welche Auswirkungen das gehabt hätte: Es waren hier in der EX-DDR hauptsächlich auch christliche Organisationen, die als erstes aufgestanden sind. Menschen wie Niemöller oder Bonhoeffer wäre still geblieben und auch Ungerechtigkeiten in der heutigen Zeit wären oft unausgesprochen und widerstandslos.

    Viele Grüße,

    poe
    Da hast du recht poechen, nur hört man heutzutage das auch immer wieder und mit diesen Versen wird Druck ausgeübt.

    Genauso höre ich immer, dass wir für Obrigkeiten beten sollten.. - sollen wir wirklich für Angie und Konsorten beten? Beim besten Willen, das fällt mir im Traum nicht ein, dass ich für diese Frau und andere in der Politik bete oder sie gar segne. Die sollen ihren Job einfach nur gut machen, dafür erhalten sie ja auch fette Kohle. Da ich nicht davon ausgehe, dass sie von Gott eingesetzt sind und sich auch nicht so verhalten, werde ich sicher nicht für diese Leute beten - die haben weder Not noch sonst was..das sind Leute die geil auf Rampenlicht sind und korrupt noch dazu und melken das Volk um sich selber zu bereichern.

    Wie haltet ihr das mit der Aufforderung für die Regierung oder Personen daraus zu beten?

  7. #7
    Registriert seit
    11.07.2006
    Beiträge
    5.546
    Blog-Einträge
    7

    Standard

    Zitat Zitat von Mirjamis
    Ich frag mich grad: Wie ist Jesus mit Obrigkeit umgegangen?
    Denk grad dran, wie er die Geldwechsler und Händler aus dem Tempel vertrieb.
    Für mich gehören die Händler und Geldwechsler nicht zur Obrigkeit - zu dieser Zeit ist das eher der Kaiser und seine Mannschaft die in Amt waren. Und wie er damit umging, das kann man ja aus dem Satz erkennen, den er gab: "Gebt dem Kaiser was dem Kaiser gehört". Dass daraus Verachtung spricht, aber die so perfekt und gekonnt verpackt wurde von Jesus, das finde ich genial. Meiner Meinung nach hat sich Jesus nur einem untergeordnet und das war seinem Gott - allen anderen hat er versucht beizubringen, dass man sich nur Gott unterzuordnen hat und treu nach den Geboten leben soll.

  8. #8
    poetry Gast

    Standard

    Naja, man kann ja dafür beten, dass sie endlich die Biege kriegen und gute Politik machen

    Allgemein denke ich, es muss jeder selber wissen, für was er betet. Ich habe zum Beispiel bis jetzt ein einziges mal für eine Sache gebeten(t), die nur mich betraf, ansonsten bin ich da eher scheu und pack lieber andere, mir nahe stehende Personen in meine Bitten. Die Mehrheit meiner Gebete besteht irgendwie eh nicht aus Bitten *nachdenk*

    Grüße,
    poe

  9. #9
    Registriert seit
    11.07.2006
    Beiträge
    5.546
    Blog-Einträge
    7

    Standard

    Zitat Zitat von Obertonmusik
    Was Luther da sagt, komme ich nicht mit zurecht -
    ich handle nach meinem Gewissen und dieses ist für mich
    auch die Stimme Gottes.
    Genau deswegen habe ich heute mal das Thema aufgegriffen, weil ich weiß, dass mit diesen Versen viel Ungutes abgedeckt wird. Ich weiß auch, dass wenn man Leuten das lange genug einredet, dass sie sich dann zu unmündigen Menschen entwickeln. Angst zu haben, dass man gegen Gott Regeln verstößt, wenn man Obrigkeiten widerspricht, ist der erste Schritt, dass man anfängt sich zu unterwerfen und das Denken abzuschalten - wieviel Ungerechtigkeit sich daraus entwickelt, das ist kaum abschätzbar.

  10. #10
    Registriert seit
    11.07.2006
    Beiträge
    5.546
    Blog-Einträge
    7

    Standard

    Zitat Zitat von poechen
    Naja, man kann ja dafür beten, dass sie endlich die Biege kriegen und gute Politik machen
    Und du glaubst, dass Gott solche Gebete braucht und dann vom Himmel herab eingreift und ihnen eine göttliche Eingabe ins Hirn gibt, dass sie doch noch die Biege kriegen? Nenne mir einen Fall, wo man das hätte mal anschaulich beobachten können (in der jetztzeit).


 

Ähnliche Themen

  1. Antworten: 54
    Letzter Beitrag: 16.09.2010, 22:49

 Besucher kamen mit folgenden Begriffen auf diese Seite:

verhalten der obrigkeiten

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •