Wüstennacht...

die Wüstennacht...
Sie hat für mich immer 2 Gesichter
Einmal stimmt des was Alef gesagt hat. Ein echt sternenklarer Himmel und wenn wir hier denken dass wir mal viele Sterne sind dann jammert man da weil man fast keine Sterne sieht.
Ich bin immer wenn ich genug Zeit hatte und es ne dunkle, echt sternenklare Nacht war (ich kann mir denken wie viel sterne ihr euch jetzt vorstellt... es sieht schöner aus als ihr euch es vorstellt.), auf den Wasserturm geklettert und hab nach Sataliten ausschau gehalten, die echt schwer zu finden sind, man aber am der Bewegung von den Sternen unterscheiden kann, und an der Leuchtkraft und am Blinken von den Flugzeugen.

Die Nacht in Senegal... Sie kommt schnell. Wenn dus am Himmel dämmern siehst und in den nächsten 5-10min. Nicht daheim bist dann wirst du daheim sein wenn es Nachtschwarz ist. Der Übergang zwischen Tag und Nacht - ein Farbenspiel, dass sich hier wohl niemand vorstellen kann.

Mit der Nacht kommt kühle Luft. Es kühlt sich mehr ab als gedacht.

Man legt sich hin, man kommt zur Ruhe. Man checkt nochmal sein Moskitonetz, dass verhindert dass die ganzen Stechmücken (von denen es vorallem in der Regenzeit wimmelt) nicht reinkommen. Es ist Malariagefährdetes Gebiet. Trotz Medikamenten kann ein Stich von einer Malariamücke diese Krankheit auslösen. Allerdings entwickelt man mit der Zeit ein gutes Immunsystem, was einen sehr gut schützt.
Es ist Nacht, man versucht zu schlafen. In der trockenen Hitze der Trockenzeit ist das noch relativ angenehm. In der Regenzeit, in der es zwar kühler, dafür aber um einiges feuchter ist, wird es schon schwerer. Die Rennenden Schweißtropfen lernt man zu ignorieren, man wartet und hofft dass man schlafen kann.

Die Nacht bricht ein, alles legt sich schlafen - doch es ist alles andere als ruhig. Die Grillen fangen an zu Zirpen. Ja, hier in Deutschland sind die ja richtig leise... Da sind sie laut, um ein vielfaches lauter als hier. Die Moskitos kreisen man hört ihr surren. Trotz des Netzes sind ein paar zu dir ins Bett gekommen. Sie scheinen nur um deine Ohren zu kreisen und dich damit am Schlafen hindern zu wollen. Nach ein aar selbst gegebenen Ohrfeigen siehst du ein dass du diese Nacht zwar mit keiner Frau, dafür aber mit ein paar Stechmücken schlafen wirst.
Um die Ecke wird gefeiert, man hört Musik, man hört trommeln.
Auch das zu ignorieren will gelernt sein.

Irgendwann schafft man es dann - man schläft ein. Dank des treuen Nachtwächters kannst du dich sogar einigermaßen sicher fühlen. Die Nacht kühlt die Umgebung ab.

Man lernt den Moscheschreier, der früh morgens zum gebet aufruft zu ignorieren. Es jucken die neuen Moskitostiche, du weist aber dass es schlimmer wird wenn du kratzt also kratzt du lieber nicht.
Auch die Hitzepickel, die vorallem gern in der Regenzeit kommen, jucken. Es gibt so komisches weißes Pulver - das hilft.
Du ziehst dich an, Hose, Shirt. Beim rausgehen ziehst du normalerweise Flip-Flops an, aber nicht so komische wie du hier kaufen kannst. Viel einfachere, nich so kitschiges Zeugs drauf... Viel schöner - find ich jedenfalls.
Willst du gechlossene Schuhe anziehen so klopfst du sie vorher aus... Das Haus ist zwar überall zu und hat an allen Fenstern und Türen Moskitonetze, trotzdem aber mögen Skorpione vorallem Turnschuhe. Manchem hat es schon große Schmerzen erspart, dass er die Turnschuhe ausgeklopft hat.

Du gehst raus, die Sonne scheint hell und heiß - nichts erinnert an die gestrige Nacht.

Das sind meine Gedanken an eine Wüstennacht. Gut... um genau zu sein ist das keine Wüstennacht... Senegal ist ein Land an der Wüstengrenze. Geht man nördlich kommt man zur Wüste. Der Fluss Senegal ist so ziemlich der letzte richtige Fluss vor der Wüste, allerdings hält die Wüste sich nicht zurück und wandert immer weiter ins Landesinnere.