Und nun muss man sich die Frage stellen ob Menschheitsprobleme überhaupt existieren oder es nur einem subjektiven Empfinden entspringt und man aus seiner eigenen Haltung Probleme (vorallem in andere Menschen bzw. Lebensentwürfe) hineinprojiziert.
Ein sehr nüchtern und faktenbezogen denkender Mensch wird eher ein Gottesbild ablehnen als ein spirituell-emotionaler Mensch.
Aber Eines eint sie dabei.
Die eigene Überzeugung und dass Unverständnis, dass der andere so falsch liegen kann.
So existieren mehrere Wahrheiten nebeneinander und jeder Mensch hat seine individuelle Wahrheit.
Dieser Umstand führt zu wechselseitiger Beeinflussung und zu einer immer wieder "reformierten" Wahrheit eines jeden.
Wo ist dabei das Problem?
Ganz einfach, es gibt keines, und zwar solange andere Wahrheiten sein eigens Ich oder das Ich von anderen nicht bedroht.
Dies wirft aber wiederum eine andere Frage auf: Ab welchem Zeitpunkt triit eine Bedrohung der eigenen Wahrheit auf?
Man kann es drehen und wenden wie man es möchte, denn jeder Mensch empfindet es anders und bei Definitionsfragen entsteht folgerichtig ein Teufelskreis, wenn es um die Deutungshoheit geht.
Als gläubiger Christ ist mir die Konfessionszugehörigkeit, Nationalität oder Hautfarbe meiner Mitmenschen gänzlich egal.
Viel mehr als "An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen" müsste man nicht schreiben, denn diese Worte heben jegliche von Menschen zurechtdefinierte Kategorisierung auf und bemisst den Menschen alleine an seinen Taten.
Der Gott an den ich glaube, wurde von Jesus Christus in der Bibel skizziert und auf Lippenbekenntnisse oder Zwang legt dieser Gott keinen Wert, vielmehr verabscheut er diese.
Für mich steht hinter diesem Gott die Überzeugung "Diene deinen Mitmenschen, dann dienst du auch Gott".
Religiöse Rituale oder Besuche der zu Ehren Gottes erbauten Bauten sind nur Beiwerk und wenn das das Hauptaugenmerk ist, endet es in Doppelmoral und Heuchelei, wie so häufig in der Menschheitsgeschichte in jeder Religion ersichtlich ist und war.
So steckt für mich eine göttliche Wirkungskraft in jedem von uns, aber diese kann erst duch den Umgang mit den Mitmenschen bzw. mit seiner Umwelt zum Vorschein treten.
Wenn es aber nur beim Einhalten von Fastenzeiten oder regelmäßigen Gebeten bleibt, zeigt dies nur, dass man nochnichteinmal verstanden hat, dass es lediglich dazu führen soll seine Kraft zu sammeln und bestärkt zu werden um für seine Mitmenschen da zu sein.
ps Markus7 "Von Reinheit und Unreinheit" stellt das Verhältnis von göttlich vs menschlich ganz gut dar,
zumindest für mich :-)



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