Das Traurigste an Sarrazins Buch ist, dass es als Tabubruch empfunden wird Migrantengruppen zu unterteilen um sich anhand von Daten und Statistiken Urteile herzuleiten.
Die Schlussfolgerungen eines Sarrazin muss man selbstverständlich nicht teilen, sich aber auf einem Rassismusverdacht auszuruhen und damit selbstgefällig Sarrazins Schlussfolgerungen als falsch oder gar rechtsradikal zu titulieren, ist m.A.n. ein Eingeständnis zur Unfähigkeit über seinen eigenen stets begrenzten Tellerrand schauen zu können.
Das Suchen nach Fehlern bei sich selbst ist eine sehr menschliche und edle Sichtweise nur sollte man dabei aufpassen, ob man aus dieser (Über)fürsorge die Migranten nicht aus der Verantwortung nimmt oder sie gar entmündigt und dabei genau das tut was man vorgibt nicht zu wollen.
Inwieweit bei der Integrationsunwilligkeit die Brücke zum Islam bzw. islamischen Leben in Deutschland zu schlagen ist, steht auf einem anderen Blatt.
So kann man alle Untersuchungen, die einem nicht in den Kram passen für nichtig erklären und alles von der Kritik am Islam fernhalten.
Selbst der nicht gerade als Rechtspopulist bekannte Kriminologe Christian Pfeiffer wartete neulich mit einem erschreckenden Untersuchungsergebnis auf:
Untersucht auf Gewaltbereitschaft vs Religiösität wurden fast 50000 Jugendliche zw. 14-16 Jahren.
Bei den moslemischen Jugendlichen trat ein kausaler Zusammenhang auf: je religiöser-desto gewaltbereiter, bei Christen trat das Gegenteil ein je religiöser-desto weniger gewaltbereit.
Das traurige dabei ist, dass ich jetzt merke wie einige mit den virtuellen Hufen scharren und ich frage mich warum, denn es gehört ja auch fast schon zum guten Ton dieses Forums, das Christentum der Lüge zu überführen und so werden auch die abstrusesten Verschwörungstheorien gedultet.
Selbstverständlich kann man sich die oben erwähnte Untersuchung schönreden.
Neben dem noch harmlosen Vorwurf einer manipulativ-willkürlichen Selektion der Untersuchungsteilnehmer kann man sich ja ermächtigen über den Grad der Religiösität zu phantasieren und kann zum Schluss kommen, dass die "religiösen" muslimischen Jugendlichen den Islam ganz falsch verstehen und der Islam ja Friede bedeute (hat man ja mal gehört), und wenn man noch den Christen einen "geistreichen" Seitenhieb zukommen lassen möchte, kann man ja behaupten die religiösen christlichen Jugendlichen seien gar nicht so religiös, denn dies waren nur die Kreuzzügler.
Letzteres Beispiel ist ein Sinnbild für das gegenwärtige Niveau auf dem sich die Diskussion um Integrationsprobleme dreht.
So kann man sich alles kaputtrelativieren und eine Diskussion wird im Keim erstickt. Unter dem Deckmantel "wir-sind-alle-gleich" wird gegen derartige Untersuchungen Stellung bezogen.
Nun, m.A.n. sind wir zum Glück nicht alle gleich, denn keiner gleicht dem anderen und genau das ist das Reizvolle an der Spezies Mensch aber auch an der Natur im Allgemeinen. Dass wir alle gleichberechtigt sein sollten, steht wiederum auf einem anderen Blatt, denn für mich sind wir alle lediglich vor Gott (falls es einen gibt) gleich, unabhängig unserer Nicht-/Konfession, Hautfarbe, Nationalität etc., aber das wiederum ist ein anderes Thema.
Shalom



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