HErr, sprich zu mir!

Sprich, HErr zu mir! Uns locken und betören
gar viele starke Stimmen außer Dir!
Doch will ich, HErr, bewußt auf Dich nur hören,
denn Du bist allen Lebens Lust und Zier.
Daß mich der Feind bedrängt, zerquält mich schier;
Sprich Du zu mir!

Sprich, HErr, zu mir! Der Lärm von tausend Gassen
liegt oftmals schrill und schrecklich mir im Ohr.
Ich möchte einzig Dich als Heil umfassen,
den diese wirre Welt fast ganz verlor.
Verschließe mir der Sünde Tor und Tür
und sprich zu mir!

Sprich, HErr, zu mir! Gebiete endlich Schweigen
den lauten Rufen dieser irren Welt.
Laß tief beseligt nur vor Dir mich neigen,
der Heil und Herrlichkeit bereit mir hält.
Auch wenn ich alles außer Dir verlier:
Sprich Du zu mir!

Sprich, HErr zu mir! Bald wirst im Zorn zu reden.
Dann bricht der frechen Menschheit letzter Halt.
Wer könnte Dich dann noch, o Gott, befehden
mit Hohn und Spott und trotziger Gewalt?
Jetzt lockst Du nur die Erstlingsschar zu Dir -
Sprich auch zu mir!

(Adolf Heller 1895-1973)