Mit 1,54 Promille bei Rot über eine Kreuzung zu fahren, ist aber nicht irgendein Fehler. Und ich denke nicht, dass ein Mensch das Recht hat, diesen Fehler, bei dem er das Leben anderer Menschen massivst gefährdet, zu machen. Ich finde es furchtbar, dass in unserer Gesellschaft Trunkenheit am Steuer immer noch als Kavaliersdelikt gilt.
Erst nach einigen Tagen, als der mediale und innerkirchliche Druck zu groß geworden war.
Und wäre sie auch zurückgetreten, wenn sie nicht erwischt worden wäre? Wohl kaum.
Von Menschen, die ihr vorangegangenes Verhalten (massive Gefährdung von Menschenleben durch unverantwortlichen Umgang mit Alkohol) offenbar banalisieren und nicht verstehen, dass einem Menschen, der so handelt, jegliches Verantwortungsgefühl gegenüber seinen Mitmenschen fehlen muss, was ihn für ein kirchliches oder politisches Amt ungeeignet macht. (Kirchliche Würdenträger sollten darüber hinaus auch noch als Vorbilder fungieren.) Glücklicherweise ist niemand zu Schaden gekommen, aber das war nicht Frau Käßmanns Verdienst, sondern reines Glück. Ebensogut hätten Menschen sterben können.
Wenn z. B. ein Politiker der Vetternwirtschaft oder des Amtsmissbrauchs überführt wird und daraufhin auf den Druck durch die Medien und die eigene Partei hin zurücktritt, steigert das meine Achtung vor ihm nicht. Er tut nur das geringste, was man von einem Menschen wie ihm erwarten kann, und dabei hat er noch nicht einmal leichtfertig Menschenleben gefährdet.
Dass sich manche katholischen Bischöfe durch arrogantes Auftreten, fragwürdige Äußerungen oder falschverstandenen Korpsgeist "auszeichnen", stimmt leider. Aber das ist trotzdem noch etwas anderes als schwerst alkoholisiert Auto zu fahren.







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