Liebes Urmele,
danke für das an mich denken,
freu mich immer wieder, Dich hier zu lesen.

Liebe Mirjamis,

zur Zufriedenheit fällt mir ein altes Volkslied ein - du weißt, ich singe immer wieder gern:

Was frag ich viel nach Geld und Gut,
wenn ich zufrieden bin.
Gibt Gott mir nur gesundes Blut,
so hab ich frohen Sinn
und sing aus dankbarem Gemüt
mein Morgen- und mein Abendlied.

So mancher schwimmt im Überfluss
hat Haus und Hof und Geld,
und ist doch immer voll Verdruss
und freut sich nicht der Welt.
Je mehr er hat, je mehr er will,
nie schweigen seine Klagen still

Da heißt die Welt ein Jammertal
und deucht mir doch so schön,
hat Freuden ohne Maß und Zahl,
lässt keinen leer ausgeh'n.
Das Käferlein, das Vögelein
darf sich ja auch des Maien freu'n

Und uns zu Liebe schmücken ja
sich Wiese, Berg und Wald
und Vögel singen fern und nah,
dass alles widerhallt
Bei Arbeit singt die Lerch' uns zu,
die Nachtigall bei süßer Ruh.

Und wenn die gold'ne Sonn aufgeht
und golden wird die Welt,
wenn alles in der Blüte steht
und Ähren trägt das Feld,
dann denke ich: all diese Pracht
hat Gott zu meiner Lust gemacht.

Dann preis ich laut und lobe Gott
und schweb' in hohem Mut
und denk: es ist ein lieber Gott,
er meint's mit Menschen gut.
Drum will ich immer dankbar sein
und mich der Güte Gottes freun.

Text: J. Martin Müller - 1776
Musik: Gottlob Neefe - 1776

Herzliche Grüße und ein sonniges und wonniges Maiwochenende wünsche ich euch allen

Regenbogen