Nun, Hypothesen lassen sich gut und gerne bilden, werden aber kaum das Wahre, das Wirkliche aufzeigen, noch weniger können sie verallgemeinert werden.

Die Taufe macht keinen Christen aus, sie ist höchstens Zeugnis, aber auch da gehen die Meinungen auseinander, und dazu kommt es darauf an, was er sagt, wenn die Bibel zitiert wird. Die Teilnahme am Abendmahl ist nicht grundlegend von der Taufe abhängig, nur in bestimmten Konfessionen, wobei dort die Konfessionszugehörigkeit dann massgebender ist.

Es gibt nun nicht „DAS“ Christentum, aber Gruppierungen, die sich als wahrer als andere hinstellen. Somit ist es in sich gegensätzlicher, als dass man es wahrhaben will. Zum Teil ist ja nur das Wort „Jesus“ noch das Gemeinsame, das Verständnis und Bedeutung aber über und von ihn total anders.


Nun, ich denke, man kann nicht verleugnen, dass dieser Jesus, resp. der Jude Jeshua, Sohn des Zimmermanns Josephs, gelebt hatte, dazu gibt es genügend historische Hinweise. Und es ist auch verständlich und gut nachvollziehbar, dass in der jüdischen Literatur diese Hinweise fehlen oder auch entfernt wurden, denn was hatte diese Lehre des Rabbi Jeshua noch mit der nachfolgenden Religion des Christentums zu tun? Ebenso versuchte man ja, das jüdische im christlichen auszutilgen.


Und bei der Suche nach diesen Wurzeln des Glaubens stolpert man unweigerlich über das Judentum. Ich denke auch nicht, dass es im Judentum die eine homogene Lehre in allem gibt. Auch es ist zersplittert in verschiedene Gruppen, ob Liberal oder Ultra-Orthodox. Nun, welche hat nun das Ursprüngliche? Kann man das Ursprüngliche überhaupt noch ausmachen? Wie viel davon ist Tradition, Kultur (was ja auch gut ist) wird aber als Lehre und Gebot des Ewigen und somit als Massstab hingestellt (gleiches gilt ja auch im Christlichen)? So ist es in vielem ein grosser Unterschied, auf welchen jüdischen Internetplatformen ich lese. Oder ist Lapide kein Jude mehr, oder Wienreb? Ist das orthodoxe Judentum das wahre Judentum? Oder wenn ich auch bedenke, dass einige Konvertiten aus den Nationen im Judentum sehr starken Einfluss gehabt hatten.


Wie oft wurde mir schon von jüdischer Seite herangetragen, doch „ganz“ Jude zu werden, zu konvertieren, damit ich doch ganz ... naja, weiss ich nicht was noch „gänzer“ (vollkommener) sei soll. Oder waren das gar keine Juden mehr, welche mich dazu aufforderten? Ist denn das Judentum die Erfüllung des Lebens, wenn man die Frage mal drehen kann?

Nun, wenn Christen zu ihren Wurzeln zurückkehren wollen, geht es nicht darum, das Judentum zu reformieren, eher darum, das christliche zu reformieren, zu dem von Jeshua gelehrten Glauben. Und ich denke, dass dies mehr dazu beiträgt, das Judentum wirklich zu akzeptieren, und es nicht zu verändern, zu reformieren wollen. Aber trotzdem hat dies wahrscheinlich im Moment wenig Bedeutung im Christentum.

Unter Second Life ist eigentlich eine virtuelle, eine fiktive Welt gemeint, in die man hineingeht, und doch nicht drin ist, mit der man spielt. Diesen Begriff hier zu verwenden ist doch eher irreführend, müsste man zuerst mal klar definieren, was damit gemeint ist. Sicher habe auch ich da meine Fragen, z. B. wenn einfach so Pessach gefeiert wird (ich meine nicht als Eingeladener im jüdischem Kreis).


Und trotzdem erhalten eben gewisse Dinge aus der Tenach schon eine grosse Bedeutung. Die Bibel, und der grösste Teil davon ist ja die Tenach, ist sozusagen die Grundlage des Christentums.

Nun ja, was ist nun wirklich jüdisch? Ist es nicht mehr jüdisch, wenn man auch einem Rabbi Jeshua (mal abgelöst von der so genannten christlichen Lehre) Raum gibt? Ist Jude-Sein eine Glaubensfrage oder eine Abstammungs-Frage? Inwieweit lässt sich beides Verbinden? Sind nur gläubige Juden nun wirklich Juden, oder hallachische Juden? Aber was beinhaltet denn dieser Glaube?


Nein, es geht nicht darum zu kopieren. Ich denke auch nicht, dass Menschen aus den Nationen „Juden“ werden müssen (sie würden ja trotzdem immer Proselyten bleiben), um als Gerechte vor dem Ewigen zu stehen. Wir sollen Lernen, in Recht und Wahrheit vor dem Ewigen zu leben. Ja, und vielleicht ist ja gelebte Nächstenliebe „Glaube“ und weniger, was man bekennt.


Ja, mit wem du hier austauschst, lieber Yitzhak? Einfach mal zuerst mit Menschen mit ihrer Perspektive des Wissens und des Erkennens aus ihrem Leben, Menschen, die denken, und auch, die es ehrlich meinen, welche aber auch nicht mit einer einfachen Antwort sich zufrieden geben.



Gruss

Alef