Zitat Zitat von luxdei Beitrag anzeigen
Erfahrungen in der Meditation oder im tiefen, stillen Gebet, also jenseits von Gedanken, Gefühlen, Konzepten sind "wirklicher" und nachhaltiger. Sinneserfahrungen sind schön, aber vergleichsweise schal. Denn sie sind nur Foge / Effekt von etwas.
Pure Sinnenbefriedigung mögen schal sein. - Es ist dennoch seltsam, dass ein Kind völlig in sein eigenes Wesen versunken völlig aufgehen kann in der unmittelbaren Sinneserfahrung. - Sind nicht die Sinnesorgane die Eingangspforte(n) zur menschlichen Seele? - Sollen wir tatsächlich anstreben, uns von Sinneseindrücken zu enthalten, oder sie getrennt vom "wahren Sein" (Meditation / stilles Gebet) zu pflegen?

Ich stelle diese Frage, da ich in der Begegnung mit depressiven und/oder angstbesetzten Menschen, und ganz besonders mit burn-out-betroffenen Menschen die Feststellung mache, dass sie durch Sinneserfahrungen (gezieltes, bewusst Greifen, Sehen, Kosten, Spüren, Hören, Riechen) sehr oft wieder Zugang zu ihrem Wesen, zu ihrer Lebendigkeit finden. - Bewusst gelebte Sinneserfahrungen sind sinn - gebend und sinn - (er)füllend bis in die tiefsten Ebenen. Sie lassen die Seele aufatmen, neues Leben schöpfen etc.

Kinder sind uns - von Jesus Christus - zum Vorbild gesetzt. Es heisst nicht, die Kinder sollen werden wie die Erwachsenen, sondern die Erwachsenen sollen werden wie die Kinder. Neigen Kinder dazu, fern von Sinneseindrücken zu meditieren? - Meine eigenen Kinder haben mich nach langer Durststrecke zum Leben / zur Lebendigkeit zurückgeführt, indem ich sie mir zum Vorbild nahm. Sie können in der Wahrnehmung eines Steinchens, einer Blume, im Gespräch mit einem Gegenüber, in einer Berührung, in ihrer leichtfüssigen erdverbundenheit völlig aufgehen. Sie haben - wie ich es einschätze - die seltene Gabe, in meditativem Zustand zu sein, während sie sinnlich wahrnehmen und begegnen.

Aus meiner Sicht muss also Sinnenbefriedigung absolut nicht schal sein. Das kommt da ganz auf die Hingabe und Haltung an, die dahinter steht oder einem zugrunde liegt. - Sind wir nicht etwas voreingenommen, wenn wir glauben die inneren Höhenflüge (abgehoben von unserer Körperlichkeit) seien das Erstrebenswerteste? - Ich bin mir da je länger je mehr nicht mehr so sicher.