Bethlehem.
Als es zum erstenmal Weihnachten wurde, waren die Straßen nach Bethlehem voller Menschen. Menschen, die in die Stadt Davids eilten, um sich für die Volkszählung aufschreiben zu lassen.
Im Gedränge bemühten sie sich mit Händen und Füßen und Ellbogen voranzukommen, denn sie wussten wohl, dass nur die Erstkommenden Aussicht auf Nachtquartier hatten.
Und wie es so oft geht, so war es auch damals: Die Reichen und Mächtigen, diejenigen, die zu Pferd oder auf Kamelen ritten oder mit Wagen fuhren, verdrängten die Kleinen auf ihren Eselchen und belegten die Zimmer in den Wirtshäusern.
Und für Maria, die Jesus trug, war kein Platz mehr da. Sie wusste, dass ihre Tage erfüllt waren. Josef war ratlos, aber es war nichts zu machen. Einsam und vergessen liefen sie in der Menschenmasse.
Es hat sich nicht viel geändert nach über 2000 Jahren. Es wird niemals Platz für Christus geben, so lange die Menschen zuviel an sich selbst denken.
Wir dürfen uns eines Hauses oder der Geborgenheit eines Zimmes mit Scheiben in den Fenstern erfreuen. Wir dürfen froh sein darüber, dass uns nichts fehlt. Aber denken wir daran, dass draußen Maria und Josef tausendfach in der Welt umherirren und dass sie Christus tragen, der in allen weint, die er die Geringsten der Seinen genannt hat und unter deren Elend er den Glanz seiner Gestalt verbirgt?
Tausendmal im Jahr ist Weihnachten, und tausendmal bittet Christus darum, von den Seinen empfangen zu werden. Aber tausendmal im Jahr wiederholt sich auch die Geschichte von Bethlehem, der gleichgültigen Gastwirte und der behäbigen Bürger in den Zimmern ihrer Selbstgenügsamkeit.
Und tausendmal werden Türen und Herzen für bittere Not verschlossen, die eigentlich die Not Christi ist.
In der Heiligen Schrift gibt es ein tragisches Wort: "Er kam in sein Eigentum und die Seinen nahmen ihn nicht auf." Kein Platz für ihn in der Herberge, weil die Seinen keine Liebe haben.
Dennoch wissen wir, dass er der Friedensfürst ist, auf den die Welt wartet und den wir bitter nötig haben. Lasst uns die Liebe üben, die Türen und Herzen öffnen für diejenigen, unter deren Gestalt ER verborgen ist.
Und öffnen wir unser Herz der Freude. Wir haben allen Grund dafür. Denn: Wäre Christus nicht geborn, wir wären allzumal verlorn. Die wahre Freude gibt es allerdings nicht zu kaufen. Um die müssen wir uns bemühen. Wir tun es, wenn wir unser Verhältnis mit Gott und den Mitmenschen ins Reine bringen.
von unbekannt





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