@Zeuge
Ich gebe Dir Recht, dass man die Bibel in voreigenommener Haltung lesen kann, z.B. um Widersprüche in ihr zu suchen oder auch umgekehrt, um seine eigene Meinung bestätigt zu finden.
Das unterstreicht aber meiner Meinung nach nur meine Annahme, dass es das wahrnehmende Bewusstsein ist, dass sich individuell den Text zu erschließen versucht und es deshalb eben zu den unterschiedlichsten Deutungen ein und des selben Verses kommen kann.
Du hast geschrieben: Die Angst, sich selbst aufzugeben, sich zu verlieren, wird unser Untergang sein.
"Ich bin dadurch ein großes Übel, daß ich ein Selbst habe;
erreichte ich die Selbstlosigkeit, wäre ich da ein Übel?"(LaoTse"Tao te King" Spr. 13)
"Darauf sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, ...
Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen."(Mt.16:24-25)
"Ein untergehendes Selbst ist nicht zu gefärden."(LaoTse "Tao te King" Spr. 16)
Damit rennst Du bei mir offene Türen ein! Ziel meines spirituellen Weges ist es ja, aller Bilder ledig zu werden und das beeinhaltet ja das Selbst los zu werden -Selbstlos zu werden.
Du hast geschrieben: Die ganze Wahrheit kann auch kein einzelner treffen, denn sonnst würde er die anderen nicht mehr benötigen. Und das ist ja nicht der Sinn der Sache, sondern daß wir zu einer Gemeinschaft werden. Und dazu müssen wir aufeinander angewiesen sein. So wird einem dies, dem anderen das offenbart, und beim Austausch lernen alle, und alle zusammen kommen wir dann irgendwann "zur Einheit im Glauben und in der Erkenntnis ..."(Eph.4:13)
Aber genau das geschieht doch. Zum Beispiel gerade jetzt und hier...
Nur das es noch ein weiter Weg ist bis „zur Einheit im Glauben und der Erkenntnis...“
Individuen tauschen sich aus und lernen voneinander...
Du hast geschrieben: Das Problem ist, daß die Menschen zu voreilig sind. Sobald jemand (oder eine Gruppe) zu einer neuen Erkenntnis gelangt ist, schaltet er von Suche (nach neuen Erkenntnissen) auf Bewahrung (der bereits gewonnenen). Daß diese Erkenntnis aber noch nicht ausgereift ist, kommt ihm nicht in den Sinn.
Zeuge, ich bin ganz bei Dir!
Du hast geschrieben: Das mach ich. Und jeder kann meine Aussagen wiederlegen. Ich bin immer bereit meine Ansichten zu revidieren. Natürlich nur wenn man mir anhand der Bibel zeigt, daß sie falsch sind. Wie seinerzeit Luther.
Also ich will Dich nicht widerlegen. Du bist ein ernsthaft Gläubiger und stehst da wo Du stehst sicher ganz richtig, sonst stündest Du nicht dort. Ich mag nur auch da stehen dürfen wo ich stehe, wo Gott mich bisher hingestellt hat... Und ich hoffe, ich stehe Dir nicht im Weg...
LG
Provisorium



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