"Der Name
Der Name benennt nicht nur etwas oder jemanden, nach ‹magischem› Verständnis ist der Benannte und Angerufene selbst in ihm präsent. Die durch Nennung belebte Person ist mit ihrer Energie und Dynamik da, mit ihrem ganzen Wesen gegenwärtig. Namensnennung ist somit ein Akt des Ergreifens, im Umgang mit Menschen und erst recht im Umgang mit Göttern. Im Alten Testament spiegelt sich diese alte Vorstellung von der Kraft des Namens sowohl im dritten der Zehn Gebote, das den Missbrauch des Gottesnamen untersagt, als auch in der Warnung vor Gelübden oder im Verbot des Fluchens. Der jüdische Brauch, die Nennung des Gottesn. JHWH zu vermeiden und stattdessen beispielsweise ha-schem, ‹der Name›, zu sagen, hat dort seinen Grund. - Umgekehrt ist das Aussprechen des Gottesnamen die ursprünglichste Form des Gebets. Als Stoßgebet genügt: ‹Mein Gott!› Das Nennen und durch die Nennung das Preisen sind die sprachlichen Grundformen des Gebets. Beten ist auch in aufgeklärter Denkart eine Herbeirufung Gottes. Dabei setzt es voraus, dass der angerufene Gott seinerseits den Namen des rufenden Beters kennt und sich seiner erinnert. Das Vertrauen des Betenden ruht in der Gewissheit, dass Gott seinen persönlichen Namen weiß." (NZB)

"Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen." (Matth 18,20)

Für mich, als heutigen Christen, ist die trinitarische Gottheit in ihrer Ganzheit anwesend, sobald sich Menschen so versammeln, das sie Christi Namen hochhalten und sich in seinem Wesen verbinden. Das bedeutet auch, dass sich sein Wesen dann unserem Wesen mitteilt und wir der Barmherzigkeit und Liebe Gottes teilhaftig werden.

Schalom