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  1. #71
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    Ich denke, es ist keine Selbstverleugnung, wenn jemand vom egoistischen Denken (Ich-Denken) die Nächstenliebe entdeckt (Wir-Denken) oder, resp. Dadurch die Gottesliebe lebt.

    Sondern, damit wird dem gottgeschaffenen Wesen „Mensch“ erst recht gerecht, er blüht erst recht dadurch auf.
    Egoistisches Denken ist eine Verkennung seiner selbst.


    Alef

  2. #72
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    Nun, des Paulus aussage stimmt nun mal einfach nicht, dass, wenn ein Mann eine Kopfbedeckung hat und betet, dass er damit sein Haupt entehrt…

    Es ist einfach nur paulinische Theologie, die kein Fundament in den alten jüdischen Schriften hat (worauf er sich ja eigentlich beziehen will)
    Und so ist es umgekehrt eben auch bei der Frau… du Paulus meint hier nicht nur einfach das Haar, wenn man den Kontext berücksichtigt.

    Weiter hatten die Männer oft auch lange Haare, zudem ja Jesus selbst mit langem Haar abgebildet ist.

    Da fällt man mit dem Paulus vom Regen in die Traufe….


    Alef

  3. #73
    Zeuge Gast

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    Zitat Zitat von Alef Beitrag anzeigen
    du Paulus meint hier nicht nur einfach das Haar, wenn man den Kontext berücksichtigt.
    Welchen Kontekst meinst du?

  4. #74
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    @Zeuge
    Gott hat in den weltlichen Strukturen kein Sein, weil die Welt mit ihren Strukturen geschaffen ist, das Geschaffene ins Vielfältigste auseinanderstrebt und vergänglich ist, Gott aber ist ungeschaffen, ist das Eine. Eckhart sagt dazu:
    Sage ich ferner: Gott ist ein Sein- es ist nicht wahr; er ist (vielmehr) ein überseiendes Sein und eine überseiende Nichtheit!“ Ehe es noch Sein gab, wirkte Gott; er wirkte Sein, als es Sein noch nicht gab. [...] Ich würde etwas ebenso Unrichtiges sagen, wenn ich Gott ein Sein nennte, wie wenn ich die Sonne bleich oder schwarz nennen wollte. Gott ist weder dies noch das.
    Und das Sein der Welt besteht auch nicht in Gott, sondern aus Atomen, Quarks, Leptonen, Hadronen..., die Gott lediglich im Sein hält, die er in einem ewigen Nun erschafft, aber nicht mit Gott identisch sind. Ich spreche hier nicht von einem Pantheismus, sondern von negativer Theologie.

    Das Subbstantielle, das, was das Vielfältigste in Gott zum Einen macht, ist auch nicht Teil der weltlichen Struktur, hat hier ebenfalls kein Sein, sondern ist das Ungeschaffene und Eine, das Du Dir nicht als ein ins Vielfältigste ausgegliederte „Stück irgendetwas“ vorstellen darfst, das jeder irgendwo in sich trägt, sondern es ist das Eine, immer das identische und völlig unterschiedslose Eine, das Gott ist und das Eckhart häufig Seelenfünklein nannte, solange wir es in den weltlichen Strukturen als ins Vielfältigste ausgegliedert betrachten müssen, weil die Einheit in den weltlichen Strukturen (in denen das Ichbewusstsein herrscht, in denen der Mensch denkt, lebt, ist) scheinbar nicht besteht, obwohl die Welt in Wirklichkeit nur Illusion, nur geschaffen und vergänglich ist und das tatsächlich Reale eben das Eine und nicht die Vielfalt ist.

    Deshalb übersteigt die Vorstellung des Einen ja auch jede Vorstellung von Wir, oder Gemeinschaft, weil es Wir und Gemeinschaft im Einen vollendet. Da ist kein Ich, kein Du, kein Wir, keine Gemeinschaft, sondern nur das Eine und das ist immer mit sich selbst identisch, mag es in der Welt auch ins Vielfältigste ausgegliedert scheinen, es ist immer das Eine. „Mein“ Seelenfünklein ist identisch mit „Deinem“ Seelenfünklein. Ich werde vergehen, Du wirst vergehen, was bleibt ist das Seelenfünklein das kein Ich und kein Du kennt.

    Ich empfehle Dir dringend folgenden Link zu studieren und ihn verstehen zu wollen, sonst reden wir hier beständig nur weiter aneinander vorbei: http://www.tabularasa-jena.de/artikel/artikel_391/

    LG
    Provisorium

  5. #75
    luxdei Gast

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    Zitat Zitat von Provisorium Beitrag anzeigen
    Eckhart sagt dazu:
    Sage ich ferner: Gott ist ein Sein- es ist nicht wahr; er ist (vielmehr) ein überseiendes Sein und eine überseiende Nichtheit!“ Ehe es noch Sein gab, wirkte Gott; er wirkte Sein, als es Sein noch nicht gab. [...] Ich würde etwas ebenso Unrichtiges sagen, wenn ich Gott ein Sein nennte, wie wenn ich die Sonne bleich oder schwarz nennen wollte. Gott ist weder dies noch das.
    Weshalb die Aussage die Aussage, Gott sei Gemeinschaft oder Kollektiv, auch haltlos ist.

  6. #76
    Zeuge Gast

    Standard

    Zitat Zitat von Provisorium Beitrag anzeigen
    Gott hat in den weltlichen Strukturen kein Sein, weil die Welt mit ihren Strukturen geschaffen ist, das Geschaffene ins Vielfältigste auseinanderstrebt und vergänglich ist, Gott aber ist ungeschaffen, ist das Eine. ...
    Und das Sein der Welt besteht auch nicht in Gott,
    Die Philosophie von Meister Eckhart ist eben europäisch. Die Schöpfung befindet sich für ihn auserhalb von Gott.
    Nicht so im Hinduismus, wo Gott die Welt aus einem Drittel seiner selbst geschaffen hat, und mit zwei Drittel seiner selbst ragt er über die Welt hinaus.
    So hat die Welt ihren Bestand in Gott, denn sie ist ein Teil seiner Selbst.

    Und auch laut der Bibel hat die Welt ihren Bestand in Gott:
    "Gott, der die Welt erschaffen hat und alles in ihr, er, der Herr über Himmel und Erde ... hat aus einem einzigen Menschen das ganze Menschengeschlecht erschaffen, damit sie die ganze Erde bewohne. Er hat für sie bestimmte Zeiten und die Grenzen ihrer Wohnsitze festgesetzt.
    Sie sollen Gott suchen, ob sie ihn ertasten und finden können; denn keinem von uns ist er fern.
    Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir ..."
    (Apg. 17:24-28)

    Der Weg zur Gotteserkenntnis liegt, laut der Bibel, durch den Sohn, durch Jesus, durch die Liebe (Agape), die er gelebt hat. Und das ist die Gemeinschaftsliebe, die nur in der Gemeinschaft stattfinden kann.
    Meister Eckhart überspringt aber diese Erkenntnisstufe, und geht sofort zum Absoluten rüber.
    Was kommt raus, wenn man das Einmaleins noch nicht gelernt hat, versucht aber über die höhere Mathematik zu sprechen? Etwas Unverständliches, Unbegreifliches.
    So ist es auch bei Meister Eckhart: er spricht über etwas, was er selbst nicht versteht. Und auch keiner, der ihn liest. Es vermittelt aber den Eindruck, zu den "Wissenden" zu gehören, was dem menschlichen Ego schmeichelt.

    "Mein Sohn, wenn du meine Worte annimmst und meine Gebote beherzigst,
    der Weishet Gehör schenkst, dein Herz der Einsicht zuneigst,
    wenn du nach Erkenntnis rufst, mit lauter Stimme um Einsicht bittes,
    wenn du sie suchst wie Silber, nach ihr forschst wie nach Schätzen,
    dann wirst du die Gottesfurcht begreifen und Gotteserkenntnis finden."
    (Spr. 2:1-5)
    Ein ganz anderer Weg als bei Meister Eckhart, bei dem man aller Wünsche und allen Geistes bar sein soll.

    Seit Anbeginn der Welt bemüht sich ein gewisser Geist den Mensch vom Wort Gottes abzubringen, und ein anderes Gottesverständnis zu vermitteln, als welches im Wort Gottes vermittelt wird.
    Dieser Geist wird in der Bibel "Gott dieser Weltzeit" genannt. Er will diese Welt für sich haben. Dazu muß er Gott draussen halten. Was ihm durch solche Philosophien, und anderes mehr, auch gelingt.

    Die Bibel sagt aber daß er aus der Welt enfernt, und die Welt erneuert, b.z.w. zum Reich Gottes wird. Wo für solche Philosophien kein Platz mehr ist.
    Denn es wird Gott sein alles und in allem.
    Geändert von Zeuge (03.09.2012 um 07:27 Uhr)

  7. #77
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    @Zeuge
    Die Philosophie von Meister Eckhart ist reinster Neuplatonismus. Das Christentum hat sich in seiner Entwicklung und seinem Verständnis aber eher aus dem Platonismus, mit ein bisschen Aristotelismus im Kontext "jüdischen Denkens" heraus entwickelt. Schon Nietzsche (und der wusste in diesem Fall ganz genau wovon er sprach) nannte das Christentum Platonismus fürs Volk.

    Genaueres könnte uns da sicher absalom sagen, der mir ein Spezialist auf diesem Gebiet zu sein scheint.

    Wie auch immer, die neuplatonische Interpretation des christlichen Glaubens ist der Inquistition zum Opfer gefallen und das Grundlegende an dieser Interpretation, nämlich der Einheitsglaube und die negative Theologie, ebenfalls.
    Mit dieser Interpretation lässt sich nämlich nur sehr schlecht Religion machen, weil man sich eben über einen Gott, über den man keine gültige Aussage machen kann, schlecht streiten kann.

    Der Hinduismus lehrt im Übrigen auch einen Einheitsglauben: Brahman ist Atman heißt es schon 750-500 v. Chr. in den Upanishaden. Und der Buddhismus lehrt ihn ebenfalls. Lediglich in der individuellen Ausprägung kommt es dann zu unterschieden, die Essenz ist identisch, weshalb vermöge der negativen Theologie und dem Glauben an Gott als den Einen, eine größtmögliche Harmonie und Gleichwertigkeit zwischen den einzelnen Religionen möglich wäre und man wahrhaft Bruder und Schwester zueinander sagen könnte.

    Dafür setze ich mich ein. Zumal es auch in den so genannten abrahamitischen Religionen, unter den als Mystikern bezeichneten Richtungen (christlische Mystik, Kabbala, Sufismus) zu erstaunlichen Übereinstimmungen im „Gotterleben“ kommt.

    Für mich ist Gott kein Anhänger einer bestimmten Religion, sondern gleichwertig in jeder Religion zu finden, wenn das Herz und die Seele des Gläubigen nach ihm trachtet. Daher wende ich mich gegen jede Art von Absolutismus und Exklusivität im Glauben, die behauptet, den einzig richtigen Weg zu Gott zu kennen.

    Ich persönlich aber bin ein Kind des Christentums, habe meinen Glauben anhand meines Verständnisses der Bibel geschult und gelebt. Ich gehe jetzt seit 25Jahren mit Gott und mein anfangs durch und durch positives Gottesbild, wurde mir mit der Zeit in ein negatives „verwandelt“, was seinen Ausdruck erst nach der „Verwandlung“ in der Philosophie Meister Eckharts fand.

    Diese Philosophie, in Deinen Worten, als „Gott dieser Weltzeit“ zu heißen, macht Dich zum Richter über das rechte Verständnis Gottes, das Du aus Deinem Verständnis der Bibel heraus interpretierst und heizt zumindest geistig wieder den Scheiterhaufen an, auf dem, nach Deinen eigenen Worten, dieser Gott aus der Welt entfernt werden wird.


    Dieser Gott aber ist nicht von dieser Welt, wie Du ja eigentlich schon selbst eingesehen hattest und entsprechend auch nicht aus dieser Welt zu entfernen.
    Sein Geist lebt in der Substanz, im Innersten der Seele eines jeden Menschen und diese Substanz ist ebenfalls nicht aus der Welt zu entfernen, weil sie nicht Teil dieser Welt ist. Sie ist das Reich Gottes. Das Reich kommt nicht, es ist da!

    LG
    Provisorium

  8. #78
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    @luxdei
    Das Gott eine Gemeinschaft sei, ein Kollektiv, entspringt der individuellen Interpretation Zeuges und seinem Bibelverständnis.

    Ich persönlich behaupte dagegen, dass man über Gott so wie er Gott ist keine gültige Aussage treffen kann (negative Theologie).

    Falls Dich das Thema näher interessieren sollte, empfehle ich Dir folgenden Link: http://www.tabularasa-jena.de/artikel/artikel_1933/

    LG
    Provisorium

  9. #79
    luxdei Gast

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    @ Provisorium

    Ich kenne die negative Theologie.

  10. #80

    Standard

    Die Philosophie von Meister Eckhart ist reinster Neuplatonismus. Das Christentum hat sich in seiner Entwicklung und seinem Verständnis aber eher aus dem Platonismus, mit ein bisschen Aristotelismus im Kontext "jüdischen Denkens" heraus entwickelt. Schon Nietzsche (und der wusste in diesem Fall ganz genau wovon er sprach) nannte das Christentum Platonismus fürs Volk.

    Genaueres könnte uns da sicher absalom sagen, der mir ein Spezialist auf diesem Gebiet zu sein scheint.

    Nun, es ist ein wahrlich umfassendes Thema, auf das ich im Forum schon mehrfach ziemlich ausführlich eingegangen bin. Einfach einmal die Suchfunktion benutzen: Hier schon einmal ein Link: http://www.gnadenkinder.de/board/sho...Wann-begann-es

    Es ist übrigens ziemlich spannend Euren Argumenten und Ausführungen zu folgen...

    LG

    Absalom


 

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