@Zeuge
Das sich der Mensch, nicht zuletzt aufgrund seines Erkenntnisapparats, von anderen Geschöpfen auf Erden unterscheidet, und das sowohl im Guten, wie im Bösen, ist ja irgendwie augenscheinlich.
Solange aber das Geschöpf Mensch und die gesamte Schöpfung substantiell mit Gott Eins ist und das Substantielle eben das Göttliche und das Geschaffene eben das Vergängliche, besteht letztlich in der Substanz keinerlei Unterschied.
Der Unterschied besteht nur in unseren weltlichen Strukturen und die sind tuttokompletto geschaffen und vergänglich.
Das Wahre, oder die tatsächliche Realität kennen wir hier gar nicht und können sie nicht kennen.
Wir können lediglich näher oder ferner in der Erkenntnis dieser substantiellen Einheit unser Leben führen und dazu unsere Einsichtsfähigkeit (Verstand) und unser Nachdenken (Vernunft) nutzen.
Das macht der Mensch nun ja auch schon seitdem er auf der Weltenbühne aufgetaucht ist, aber die Realität eindeutig bestimmen kann er nicht. Und ich behaupte er kann es deshalb nicht, weil die weltlichen Strukturen nicht real, sondern eben von Gott geschaffen sind und in jedem Augenblick, eben in einem ewigen Nun von Gott geschaffen werden.
Das ist aber kein Mangel, denn was wir anhand der Schöpfung von Gott erkennen können ist von ihm offenbart, wie Paulus meinte (Römer 1, 19+20): weil das von Gott Erkennbare unter ihnen offenbar ist, da Gott es ihnen offenbar gemacht hat; denn sein unsichtbares Wesen, nämlich seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit Erschaffung der Welt an den Werken durch Nachdenken wahrgenommen, so daß sie keine Entschuldigung haben.
Das von Gott in seiner Schöpfung Wahrnehmbare führt aber nur an die Grenze zur Erkenntnis seines Gottseins. Die Einheit wird dort vollendet, wo ich meinen gedachten Gott und alle Bilder sein lasse (negative Theologie) und oberhalb alles Geschaffenen, meiner substantiellen Einheit mit Gott gewahr werde. Das ist aber nicht mit Worten, noch mit sonst einer, in den weltlichen Strukturen vorhandenen Ausdrucksweise, bestimmbar.
Über Gott, so wie er Gott ist, können wir hier auf Erden keine Aussage machen, wir können nur das Göttliche in seiner Schöpfung benennen und ihn mit Hilfsausdrücken wie dem Einen, die Liebe, das Gute versuchen begreiflich zu machen. Letztlich bleibt er dort aber nur unser gedachter Gott, eine positive Bestimmung, die seiner Transzendenz nicht gerecht wird.
Die Menschheit hat sich viel zu lange schon gegenseitig die Köpfe eingeschlagen wegen ihrer gedachten Götter. Es ist Zeit diesen Irrsinn zu überwinden und damit aufzuhören Gott in positiven Bestimmungen, exklusiv und absolut in einer bestimmten Religion festhalten zu wollen.
LG
Provisorium



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