@Zeuge
Ich will mich mit Dir nicht über Wortbedeutungen streiten und hatte mein Beispiel ja auch bereits genannt. Man kann eifrig Spaßhaben, aber ernst kann man es eben nicht. Der Eifer ist immer eher zukunftgerichtet und Ernsthaftigkeit bezieht sich für mich eher auf Gegenwärtiges. Vielleicht hättest Du den Bibelvers einfach gleich richtig zitieren sollen. Der zweite Satz in Vers 19, Kapitel 3 der Offenbarung lautet nun mal nicht: Mach also ernst und kehr um. Sondern da steht (Schlachter 2000): Sei nun eifrig und tue Buße. Und überschrieben sind die Verse mit „Sendschreiben an die Gemeinde von Laodizea“. Aber das magst Du wohl lieber geflissentlich überlesen.
Das mit den sieben Freitagen in der Woche verstehe ich leider nicht. In meiner Überzeugung ist Gott über, jenseits der Zeit, zeitlos.Willst du sagen, daß Gott sieben Freitage in der Woche hat, oder sprichst der Bibel die Inspiration Gottes ab?
Unter göttlicher Inspiration verstehst Du was?
Ich bin mir sicher, dass die Bibel von Menschen geschrieben wurde, die eine bewusste Beziehung zu Gott pflegten und das diese Individuen mit unterschiedlicher Intention die Feder führten. Deshalb richten sich ja z.B. die Briefe des NT immer auch an ganz bestimmte Gemeinden und Personen, mit ihren je eigenen Problemen und Herausforderungen und deshalb bezieht sich die Intention des jeweiligen Schreibers eben auch genau darauf.
Im Gesamtbild lässt sich dann sicher eine gewisse Universalität entdecken, aber die ist nicht dergestalt, dass man einzelne Verse aus dem Zusammenhang reißen dürfte und in Kombination mit anderen Versen wieder zusammenfügen darf. Man sollte jedes Buch für sich genommen betrachten, dann erschließt sich einem die dahinterliegende Intention meiner Meinung nach am besten. Johannes macht zum Abschluss des Buchs der Offenbarung ja dann auch explizit darauf aufmerksam, dass man kein Wort in dieser Schrift dazu, oder wegnehmen soll. Damit verbittet er sich also auch eine Kombination, Verknüpfung mit anderen Texten!
Ich fürchte, dass wir auch eine unterschiedliche Auffassung von Geist haben, deshalb frage ich lieber noch mal nach: was genau verstehst Du denn unter Geist? Den Kernsatz Deines Theokommunismus: Die Gemeinde der Gläubigen war ein Herz und eine Seele...? (Gemeinsamen Geistes?)Ja, ich weiß bereits daß die substanzielle Einheit für dich alles ist, und die Einheit des Geistes dich überhaupt nicht interresiert.
Ich verstehe unter Geist (nous) die Identität von Denken und Sein.
Der Geist erkennt denkend das Sein. Und indem er das Sein denkt und erkennt, weiß er zugleich sich selbst. In seinem Denken weiß der Geist sich selbst als die Identität von Denken und Sein. Diese Identität ist aber keine punktuelle Identität, in der der Geist nur seine eigene Existenz erkennt, sondern die vollständige Selbsterkenntnis seines Wesens. Der Geist weiß sich darin auch nicht als ein Seiendes unter anderem Seienden, sondern er weiß sich selbst, als die gesamte Fülle des Seins, außer der nichts seiend im eigentlichen Sinne ist. Es gibt darum auch nichts, was der Geist nicht wüsste, wenn er sich selbst weiß. Sein Sich-Wissen ist das vollkommene Sich-Selbst-Durchsichtigsein des Seins als der Totalität aller Ideen.
Das ist zwar philosophische Denke, die Du ja nicht sonderlich schätzt, aber das ist für mich Einheit des Geistes und die interessiert mich sehrwohl.
LG
Provisorium



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