Nun habt Ihr mich also so weit - weniger Du, Alef, sondern beispielsweise Fisch oder Terry - dass ich mich doch weiter auf das Gespräch einlasse.

Zitat Zitat von Alef
Du meinst, dass nur dein Glaube aus dieser kirchlich definierten Lehre wirklich frei (wovon eigentlich?) machen sollte...
Habe ich das so gesagt? Oder hast Du es so verstanden. Ich kenne keinen anderen Herrn, der mich so frei macht. Und wovon willst Du wissen? Nun, beispielsweise davon, sonundsoviele Riten abspulen zu müssen, um meinem Gott zu Gefallen zu sein. Ich darf beten - ich muss dazu keine Vorschriften einhalten. Ich darf es tun, wann und wo ich will. Ich bin von vielen Ängsten, die mich umtrieben, frei geworden. (Von der Angst beispielsweise, für einen "Spinner" gehalten zu werden) Ich bin frei von einer gewissen Ziellosigkeit eines Lebens, das ohne Hoffnung ins Nirgendwo führt. Ich bin frei von Schuld, die ich auf mich geladen habe. Das ind nur wenige Beispiele.
Zitat Zitat von Alef
...und sprichst dadurch andern eigentlich den Frieden und indirekt das Heil ab, da dies nur durch diese dogmatisch entstandene Lehre zu haben sein soll
Das ist merkwürdig, finde ich, Alef. Da spreche und schreibe ich davon, wer mich erlöst und befreit hat, und dass das meine persönliche Überzeugung und Erfahrung ist - und Du behauptest, ich würde Dir und Anderen auf subtile Weise absprechen, Heil und Frieden für sich zu finden?

Darauf könnte ich jetzt zweierlei antworten. Antwort 1: Ich tu das nicht subtil, woher denn - ich spreche es ganz offen aus. Wer den Herrn Jesus nicht als Herrn, Heiland und Erlöser für sich in Anspruch nimmt, geht für immer verloren! Antwort 2: Dergleichen schrieb ich nicht und dachte / denke es auch nicht.

Es ist ein ganz eigenes Ding, das ich häufig erfahre: Wer Zeugnis von seinem Glauben an die Erlösung durch den Heiland gibt, dem sagt man micht selten nach, er sei so intolerant, den anderen, welche diesem Glauben nicht folgen, die Hölle zuzusprechen. Aber - wenn diese Anderen es doch besser wissen, als der bezeugende Christ - worin liegt denn dann die Schwierigkeit? Warum ist manchen Nichtchristen so unegal, dass der Christ glaubt, er "fahre zur Hölle"? Wäre sein Glauben wirklich so unerschütterlich, wie er denkt, wie sollte ein Christ ihn darin zu solchen Ansichten bringen? Würden diese Christen nun militante Maßnahmen ergreifen, könnte ich dergleichen ja irgendwie verstehen. Aber ich weiß davon nichts - sieht man mal von Fehlentwicklungen in der älteren Vergangenheit und fehlgeleiteten Irren in der Gegenwart ab. Aber - da gibst Du mir vieleicht Recht - die findet man überall - auch bei Ernährungsideologen und Kleingärtnern.

Zitat Zitat von Alef
Die Hinweise und Begründungen auf eine solche dogmatische Lehre wurden nicht nur von mir allein in Frage gestellt und konnten auch widerlegt werden.
Nun, das "in Frage gestellt" ist nicht gerade neu. Widerlegen konnte bisher niemand etwas. Dir wird das ebenso wenig gelingen, Alef. Einen Glauben kann man nicht widerlegen, ebensowenig, wie Gott sich beweisen ließe.

Zitat Zitat von Alef
Die Bibel ist KEIN copyright Gottes
Aber selbstverständlich ist sie das, Alef.
Zitat Zitat von Die Bibel
2. Timotheus 3,16-17 Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit,
daß der Mensch Gottes vollkommen sei, zu allem guten Werk geschickt

2. Petrus 1,20-21 Und das sollt ihr vor allem wissen, daß keine Weissagung in der Schrift eine Sache eigener Auslegung ist. Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht worden, sondern getrieben von dem heiligen Geist haben Menschen im Namen Gottes geredet.

Galater 1,11-12 Denn ich tue euch kund, liebe Brüder, daß das Evangelium, das von mir gepredigt ist, nicht von menschlicher Art ist. Denn ich habe es nicht von einem Menschen empfangen oder gelernt, sondern durch eine Offenbarung Jesu Christi.

1. Thessalonicher 2,13 Und darum danken wir auch Gott ohne Unterlaß dafür, daß ihr das Wort der göttlichen Predigt, das ihr von uns empfangen habt, nicht als Menschenwort aufgenommen habt, sondern als das, was es in Wahrheit ist, als Gottes Wort, das in euch wirkt, die ihr glaubt.
Zitat Zitat von Alef
Du meinst, meine Türe sei verschossen? Vor wem sollte ich sie geschlossen halten?
Vor der Wahrheit der Schrift, Alef.
Zitat Zitat von Alef
...will verstehen und sie in mein Leben einbeziehen?
Wenn dem so ist, ist Dir nur zu gratulieren.
Zitat Zitat von Alef
...nur weil ich deine Ansichten nicht teile, da ich sie teilweise nicht in den Aussagen Jesu finden kann.
Aber ... teilweise doch? Allerdings - meine Ansichten sind auch für mein Heil in der Ewigkeit nicht entscheidend. Sondern ob ich Jesus in mein Herz aufgenommen habe, oder nicht.
Zitat Zitat von Alef
Zudem, eine Gottessohnschaft Jesu habe ich nirgends abgestritten...
Blöde ausgedrückt, Entschuldigung. Was ich zum Ausdruck bringen wollte war, dass Du das Erlösungswerk Gottes Sohnes scheinbar nicht erkennen kannst oder willst.
Zitat Zitat von Alef
Aber ich weiss, der gute und fromme Gläubige darf nicht kritisieren und nichts in Frage stellen. Er muss glauben, Verstand abgeben, Augen zu und durch.
Zitat Zitat von Alef
Sagte Jesus, man solle wie die Kinder glauben?
Zitat Zitat von "Lutherbibel 1912
15. Sie brachten auch junge Kindlein zu ihm, daß er sie anrühren sollte. Da es aber die Jünger sahen, bedrohten sie die. 16. Aber Jesus rief sie zu sich und sprach: Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solcher ist das Reich Gottes. 17. Wahrlich ich sage euch: Wer nicht das Reich Gottes annimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.
Eine Aussage Jesu, die ich persönlich recht deutlich finde. Freilich ist der Verstand eine Gabe Gottes. Das bestreite ich nicht.

Ein Kind - wenn es jung ist - hört auf seine Eltern. Es vertraut ihnen bedingungslos. Es fühlt sich bei ihnen geborgen "wie in Abrahams Schoß". Es weiß, ohne es artikulieren zu können, dass es ohne seine Eltern vollkommen hilflos wäre. Ist das Kind unruhig oder ängstlich - die starken Eltern können es zur äußeren und inneren Ruhe bringen. Sie umhegen und pflegen es und tragen seinen Bedürfnissen Rechnung.

So sollen wir uns dem Reiche Gottes nähern - ohne Vorbehalte, ohne Arg, ohne Angst. Vertrauensvoll. Für die, deren Intellekt für sie einen hohen Stellenwert genießt, ist das schwierig, für manche unmöglich.

Werden Kinder älter, beginnen sie zu fragen und zu hinterfragen. Sie beginnen sich von ihren Eltern zu lösen und auf eigenen Füßen zu stehen. Sie entfernen sich von ihren Eltern.

Es braucht keinen trainierten Intellekt, um zu begreifen, dass der Vergleich hierfür nicht mehr zutreffen kann. Das würde ja bedeuten, dass wir uns hinterfragend von Gott entfernen. Jesus hat uns eben genug "Grütze" zugetraut, zu erkennen, was er mit diesem Vergleich gemeint hat.

Aber wenn nämliches Kind einmal "den Bock" hat - ist es auch dann bei Gott gut aufgehoben. Gott versteht uns und kennt uns. Er stößt uns nicht von sich, wenn wir einmal zornig auf ihn sind.

Eine unserer Töchter war ein rechter "Feuerkopf". Sie konnte in dem berühmten Trotzalter entsetzlich zornig werden. Dann half eins am besten: Sie fest in den Arm zu nehmen, ihr trotz allen Zorns Liebe und Geborgenheit zu vermitteln. Bis ihr Zorn verrauchte und sie in unseren Armen erschöpft und verschwitzt eingeschlafen war.

Larson