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Hybrid-Darstellung

  1. #1
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    So lange der Mensch diese –tümer und –ismen in den Vordergrund stell, sich darin Exklusivität für das Selenheil gibt, und das wesentliche, nämlich das Mensch (Effi nannte es Menschentum) sein vergisst, ist wohl wenig „Friede“ in der Welt zu erhoffen.

    Aber womit soll das ersetzt werden, damit der Mensch doch einen Halt im Leben findet? Der Halt des Menschen besteht in der Überzeugung, dass sein Glaube richtig ist (und daraus folgernd der des anderen falsch, ansonsten könnte er ja auch anders glauben).

    So sagte mal ein kath. Theologe, der sich da einigen grundlegenden falschen Lehren in der Kirche bewusst ist, dass man diese um des Menschen willen nicht berichtigen könnte, da der Mensch sonst den Boden unter den Füssen verliert…. Aber lässt sich die Masse also entsprechend „manipulieren? Es sind ja nicht alle Menschen so tiefsinnig (das nicht als Vorwurf).

    Da wurde vorhin noch 1. Kor 13,13 erwähnt. So aus dem Kontext gelöst könnte man sogar selbst soweit gehen, dass selbst Glaube und Hoffnung niedriger als die Liebe sind (in der Ewigkeit müssen wir nicht mehr glauben und hoffen, die Frage ist, können wir dann lieben?), denn das grösste sei die Liebe. Aus dem Kontext des Schreibers und seines Eifers ist aber klar, dass dieser Glaube, dies Hoffnung und die Liebe nicht losgelöst von seiner Lehre sind, sondern mit bestimmten Inhalten verknüpft sind (wie auch das sein wie ein Kind aus dem Ev).

    Aus dem Kontext gerissen sind solche Zitate sozusagen religionsüberschreitend. Innerhalb von Religionen aber mit Leitplanken versehen.

  2. #2
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    Zitat Zitat von Snoopy Beitrag anzeigen
    So lange der Mensch diese –tümer und –ismen in den Vordergrund stell, sich darin Exklusivität für das Selenheil gibt, und das wesentliche, nämlich das Mensch (Effi nannte es Menschentum) sein vergisst, ist wohl wenig „Friede“ in der Welt zu erhoffen.
    Irgendwie sind doch bisher alle Versuche das Menschsein miteinander friedlich und in Freiheit zu gestalten gescheitert. Das war ja z.B. auch im atheistischen Kommunismus so.Generell scheinen also Ideologien problematisch, aber gerade daran hängt das Herz vieler Menschen wohl sehr stark und es bleibt die Frage, wie man ohne Ideologie, die Ideologie überwinden könnte?
    Und daraus resultiert dann Deine Frage:

    Zitat Zitat von Snoopy Beitrag anzeigen
    Aber womit soll das ersetzt werden, damit der Mensch doch einen Halt im Leben findet? Der Halt des Menschen besteht in der Überzeugung, dass sein Glaube richtig ist (und daraus folgernd der des anderen falsch, ansonsten könnte er ja auch anders glauben).
    Meine Antwort auf die Frage lautet, dass man sich substantiell miteinander verbunden weiß/glaubt, dass man weiß, dass man ein bisschen wie ein Ökosystem ist, also eingebunden in ein Ganzes, in dem jeder Teil wichtig und bedeutsam ist und jeder Verantwortung trägt für das Fortkommen und die Entwicklung des Ganzen.

    LG
    Provisorium
    Gott ist ein Gott der Gegenwart. Wie er dich findet, so nimmt und empfängt er dich, nicht als das, was du gewesen, sondern als das, was du jetzt bist. (Meister Eckhart)

  3. #3
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    Zitat Zitat von Provisorium Beitrag anzeigen
    Meine Antwort auf die Frage lautet, dass man sich substantiell miteinander verbunden weiß/glaubt, dass man weiß, dass man ein bisschen wie ein Ökosystem ist, also eingebunden in ein Ganzes, in dem jeder Teil wichtig und bedeutsam ist und jeder Verantwortung trägt für das Fortkommen und die Entwicklung des Ganzen.
    Hallo Provisorium

    Und genau daraus entwickelt sich wieder ein –ismus, wie der Mensch zu ticken hat. Denn was ist "Entwicklung im Ganzen usw...."? Vorweg doch nur mal ein Schlagwort (wie bei der Misswahl, denn wie soll Friede sein? Ein Muslim sieht da anders als ein Christ), welches wieder zu definieren gibt. usw Will der Mensch im "Ganzen" global denken? Da wird der Mensch zum Nichts.... je nachdem, wie er da zu denken hat, auf dass er "im Ganzen" denkt....


    So bevorzuge ich lieber eine Vielheit, auch wenn ich vieles daran kritisch betrachte, dann kann ich wählen und frei denken...

  4. #4
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    Zitat Zitat von Snoopy Beitrag anzeigen
    Und genau daraus entwickelt sich wieder ein –ismus, wie der Mensch zu ticken hat. Denn was ist "Entwicklung im Ganzen usw...."?
    Das sehe ich bisschen anders. Die Entwicklung im Ganzen betrifft einfach nur die Tatsache, dass wir verantwortlich sind für das was wir tun und das was wir nicht tun. Die Welt selbst stellt uns dann auch ihre Aufgaben, auf die wir reagieren müssen, aber auch schon vernunftbasiert agieren können.
    Natürlich liegt dem die Einsicht zu Grunde, dass man "das Ganze" nicht wirklich erkennen und überblicken, definieren kann (eben negative Theologie), aber gleichzeitig ist man eben auch mit dem Ganzen konfrontiert und diesbezüglich sollte auch der Verstand und die Vernunft zu Ehren kommen. Ich traue das den Menschen schon zu, aber eben nur, wenn sie sich nicht abgehoben von anderen Menschen wähnen, sondern substantiel in Gott eins. Aus dieser Einsicht heraus, sollte sich dann auch die weltliche Struktur menschenwürdig und friedlich gestalten lassen.

    LG
    Provisorium
    Gott ist ein Gott der Gegenwart. Wie er dich findet, so nimmt und empfängt er dich, nicht als das, was du gewesen, sondern als das, was du jetzt bist. (Meister Eckhart)

  5. #5
    Effi Gast

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    Zitat Zitat von Snoopy Beitrag anzeigen
    So lange der Mensch diese –tümer und –ismen in den Vordergrund stell, sich darin Exklusivität für das Selenheil gibt, und das wesentliche, nämlich das Mensch (Effi nannte es Menschentum) sein vergisst, ist wohl wenig „Friede“ in der Welt zu erhoffen.
    Ja, Snoopy, ja, genau deshalb setzte ich "Menschentum" auch in Anführungszeichen, wegen des "tums". Du bringst hier auf den Punkt, was ich auch schon häufiger dachte. Diese -tümer und -ismen, die stiften mir zu viel Unfrieden, die lenken zu sehr vom menschlichen Miteinander ab.
    Ein bisschen (oder vielleicht auch ein bisschen mehr als ein bisschen ;-)) kennt ihr ja meinen Sozialisationshintergrund, der von Absolutheitsansprüchen sehr geprägt war. Irgendwas in mir wehrte sich dagegen. Ich wollte nicht zur angeblichen Elite Gottes gehören, nein, ich wollte mich lieber mit meinen Mitmenschen praktisch auseinandersetzen. Fairness praktisch leben, Konfliktfähigkeit üben und Dankbarkeit spüren, wenn man Konflikte gut gelöst bekam / bekommt. Deshalb kann man natürlich trotzdem glauben, aber eben ohne zu denken man sei im Besitz des besten Glaubens.

    Zitat Zitat von Snoopy Beitrag anzeigen
    Aber womit soll das ersetzt werden, damit der Mensch doch einen Halt im Leben findet? Der Halt des Menschen besteht in der Überzeugung, dass sein Glaube richtig ist (und daraus folgernd der des anderen falsch, ansonsten könnte er ja auch anders glauben).
    Ich meine ja, dass in der Kindheit so wenig wie möglich indoktriniert werden sollte, damit Heranwachsende die Gelegenheit bekommen, ihren Weg zu finden (spannende Aufgabe). Um zu hinterfragen, zu recherchieren, sich umfassend zu informieren, sich selbst zu befragen usw. ... braucht es einfach ein gewisses Alter und eine gewisse Reife. Deshalb bin ich natürlich dennoch Vorbild auf meinem Weg. Ich kann anbieten, aber auch stehen lassen. Indem ich für mich Rituale lebe kann ich inspirieren, aber eben ohne Druck und Zwang, so werden unter freien Bedingungen Erfahrungen gesammelt, die irgendwann zu gegebener Zeit auch verändert oder erweitert werden können. So in die Richtung eben. Ich kann es gerade nicht besser beschreiben, sorry.

    Im Kontrast zu früher stelle ich mir Gott liebend, eher leise und auch bescheiden vor. Er hat es nicht nötig mit seiner Macht zu prahlen oder zu spielen. Er lässt uns machen und so dürfen wir aus Fehlern lernen. Es ist so ein prakisches Begleiten, kein abstrakter Glaube mehr. Ich erwarte keine Wunder von ihm und schiebe ihm auch nicht die Verantwortung für Katastrophen oder dergleichen zu. Ich versuche mit dem Leben und seinen Herausforderungen umzugehen, natürlich möglichst gut :-). Das ist weder eintönig, noch langweilig ;-)). Ich wünschte mir mehr Gelassenheit bezüglich des Glaubens.

    Zitat Zitat von Snoopy Beitrag anzeigen
    So sagte mal ein kath. Theologe, der sich da einigen grundlegenden falschen Lehren in der Kirche bewusst ist, dass man diese um des Menschen willen nicht berichtigen könnte, da der Mensch sonst den Boden unter den Füssen verliert….
    Solche Aussagen empfinde ich als anmaßend und unfair. Es kommt auf die praktische Art der Berichtigung an. Sie müsste einfühlsam und behutsam geschehen, aber nicht einfach nicht und das mit dieser Begründung.
    Geändert von Effi (09.03.2013 um 21:08 Uhr)


 

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