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  1. #1
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    Zitat Zitat von Snoopy Beitrag anzeigen
    Gibt Tradition sich selber die Berechtigung?
    Ich denke es gibt grundlegend keine Berechtigung sich als Stellvertreter Gottes zu bezeichnen, oder sich als solcher zu betrachten. Es ist wie gesagt ein Festhalten an der Vorstellung, man sei die letztbegründende Instanz. Das glaubt heute sowieso kaum noch jemand und wahrscheinlich auch der Vatikan nicht wirklich, aber sie glauben an ihre Tradition. Die war ja auch recht erfolgreich in gewisser Weise. Davon zu lassen wäre meiner Meinung nach sehr weise, aber Tradition kann auch Fesseln anlegen...

    Zitat Zitat von Snoopy Beitrag anzeigen
    Dazu muss aber ergänzt werden, dass die Macht, oder besser der Machtmissbrauch, die diesem Kirchenstaat besonders zur Gute kam, der Ausbreitung sehr behilflich war.
    Ich weiß nicht, ob ich Dich da richtig verstehe?

    Also ich denke eine Interpretation des "Christusereignisses" im Sinne der damals vorherrschenden Philosophie war absolut notwendig, sonst hätte sich das Christentum niemals durchsetzen können und wäre sicher sehr bald wieder verschwunden. Es konnte also nur zur Macht kommen, weil es dem damaligen Zeitgeist nicht völlig widersprach. Aber es gab auch unter den Vertretern der Philosophie leidenschaftliche Christenfeinde und erst als es Rom sinnvoll erschien, das Christentum als Staatsreligion zu etablieren, konnte es wirklich aufblühen. Dabei ging es bestimmt nicht nur um Glaubenswahrheiten, sondern sicher auch um Macht und in der Folge auch um dessen Missbrauch, da hast Du sicher Recht.

    Aber die Frage die sich uns heute stellt ist ja vielmehr, ob auf Grundlage der damaligen philosophischen Interpretation, ein lebendiger Glauben geboren werden kann, der dann Gott aus ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit ganzem Verstand und aller Kraft liebt? Ich meine ja!
    Ich will es einmal so zu sagen versuchen: Die Auseinandersetzung der jüdischen Wurzel, mit den philosophischen Ästen und dem zeitgeistigen Blattwerk damaliger Weltanschauung, hat meiner Meinung nach das Antlitz Gottes nicht verdunkeln können...


    Zitat Zitat von Snoopy Beitrag anzeigen
    Nirgends gab Jesus irgendwelche Anweisungen, wer was zu feiern hatte, sondern lebte seinen jüdischen Glauben in seiner Tradition.
    Das stimmt auf jeden Fall und könnte sicher eine der Gründe sein, weshalb manche Christen ihren "eigenen Festen" heute misstrauen...

    Zitat Zitat von Snoopy Beitrag anzeigen
    Wohin sich das Christum entwickelt?
    Eigentlich ist eine grosse Zersplitterung zu beobachten und die Grossen Kirchen können sich nicht mehr halten.
    Das ist doch gut. Dann wird sich nämlich sehr bald erweisen, was sie wirklich hält...

    LG
    Provisorium
    Gott ist ein Gott der Gegenwart. Wie er dich findet, so nimmt und empfängt er dich, nicht als das, was du gewesen, sondern als das, was du jetzt bist. (Meister Eckhart)

  2. #2
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    Zitat Zitat von Provisorium Beitrag anzeigen

    Ich weiß nicht, ob ich Dich da richtig verstehe?

    Also ich denke eine Interpretation des "Christusereignisses" im Sinne der damals vorherrschenden Philosophie war absolut notwendig, sonst hätte sich das Christentum niemals durchsetzen können und wäre sicher sehr bald wieder verschwunden. Es konnte also nur zur Macht kommen, weil es dem damaligen Zeitgeist nicht völlig widersprach. Aber es gab auch unter den Vertretern der Philosophie leidenschaftliche Christenfeinde und erst als es Rom sinnvoll erschien, das Christentum als Staatsreligion zu etablieren, konnte es wirklich aufblühen. Dabei ging es bestimmt nicht nur um Glaubenswahrheiten, sondern sicher auch um Macht und in der Folge auch um dessen Missbrauch, da hast Du sicher Recht.

    Was bedeutet „notwendig“?
    War eine „Christentum“ dieser Art notwendig, da es sich vom Prinzip durch jüdisches rechtfertigen wollte? Denn wie oft betont Paulus und andere Schreiber jüdische Quellen, „auf dass erfüllt würde“ oder „wie geschrieben steht“.

    Hat man da in gewissen Dingen nicht selbst den Christus verleugnet, den man predigen wollte?

    Ein weiterer Grund für die Entstehung war sich er auch, dass die Lehre nicht tolerant ist. Wer nicht Christus hat, geht verloren. Und wer später nicht der rkK angehörte hatte kein Seelenheil. Das geht unter die Knochen, denn da konnte man sich nicht seinen Gott machen.

  3. #3
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    Zitat Zitat von Snoopy Beitrag anzeigen
    Was bedeutet „notwendig“?
    Ich denke Gott, der Vater Jesu, musste über das Judentum hinaus allen Nationen Gott und Vater werden. Dazu war die Auseinandersetzung mit der griechischen Philosophie notwendig. Und dafür trat zunächst zuvorderst eben Paulus ein.

    Zitat Zitat von Snoopy Beitrag anzeigen
    Hat man da in gewissen Dingen nicht selbst den Christus verleugnet, den man predigen wollte?
    Wenn Jesu Weg als "Erkenntnisweg" zur Einheit aller Menschen mit Gott begriffen wird, denke ich letztlich nein.

    Zitat Zitat von Snoopy Beitrag anzeigen
    Ein weiterer Grund für die Entstehung war sicher auch, dass die Lehre nicht tolerant ist. Wer nicht Christus hat, geht verloren. Und wer später nicht der rkK angehörte hatte kein Seelenheil. Das geht unter die Knochen, denn da konnte man sich nicht seinen Gott machen.
    Das ist dann aber schon eine überhebliche und nicht mehr "Jesuskonforme" Interpretation seiner Lehre. Die gab und gibt es natürlich, aber gerade die neuplatonisch philosophische Annäherung an das was Jesus wirkte, und die daraus resultierende Lehre, lässt solch eine Absolutheitsdenke gar nicht zu.

    LG
    Provisorium
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