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Hybrid-Darstellung

  1. #1

    Standard

    Vielen Dank Isaak, denn ich hatte irgendwie das "komische" Gefühl als würde meine Person und mein Recht an Jesus zu glauben stillschweigend als "Scharlatanerie" abgetan und so.

    Ich denke, die von mir "gefühlte" Arroganz und Intoleranz gegen Christen rührt daher, das sie uns die Authenzität des Neuen Testamentes oder gar der Bibel absprechen "wollen".

    Deinen Ausführungen ist so nicht mehr hinzuzufügen.
    Den mir liegt nichts am Streit nur um des Glaubens willen. Diese Streits haben schon zuviel zerstört auf der Welt. Meistens kommt man mit allen möglichen Menschen gut aus, solange man nicht über den Glauben des Anderen spricht (schade aber wahr).
    Geändert von Robert (18.08.2008 um 02:30 Uhr)

  2. #2
    Isaak Gast

    Standard Tenach und das Alte Testament und die jeweils Gläubigen dazu

    Meiner Meinung nach wurde dieser Thread von vorn herein ungünstig Überschrieben „Nichtjuden und die Torah“, denn Nichtjuden, welche unter Umständen Christen sein könnten, lesen die fünf Bücher Moses im Alten Testament und Juden die Torah in den Büchern Tenach. Nun könne, wer auch immer behaupten, dass das doch das Selbe sei und das dass nur Wortspielereien sind. Dem würde ich widersprechen, denn dem Christen ist das Alte Testament nur mit dem Hauptwerk des Neuen Testamentes verständlich und wichtig und das Alte Testament wurde deshalb auch in den Buchreihenfolgen umsortiert, ausgerichtet auf Jesus und auf jedenfalls oft völlig anders eben christlich Interpretiert. Dem Juden sind aber die Bücher Thenach wie ein Rahmen um die Hauptbücher der fünf Bücher Moses, also der Torah, welche dem Juden keine Verbindung zu irgendeinem neueren Testament aufzeigen und eben das Bündnis zwischen dem Ewigen und Israel wiedergeben und erklären und Weisung sind,

    Allein vom hier gewählten Titel verstünde ich christliche Abneigungen und bedaure dies. Wenn hätte man vielleicht eher einen Titel wählen sollen wie: „Tenach und das Alte Testament und die jeweils Gläubigen dazu

  3. #3

    Standard

    Danke Isaak, jetzt verstehe ich auch etwas besser, die "gefühlte einseitige" Sicht der Juden. Es wird denke ich mal vom Verhältnis her sein, wie bei Christen und Mormonen.
    Christen = Bibel
    Mormonen = Bibel/Buch Mormon

    Sollte das so in etwa hinkommen, kann ich jetzt natürlich die Ablehnung von Juden gegen die "Verdrehung durch Christen" nachvollziehen.

  4. #4

    Standard

    Zitat Zitat von Robert Beitrag anzeigen
    Sollte das so in etwa hinkommen, kann ich jetzt natürlich die Ablehnung von Juden gegen die "Verdrehung durch Christen" nachvollziehen.
    Ja und nein. In Erweiterung was Isaak sagte, möchte ich noch darauf hinweisen, dass es im Judentum seit jeher und auch zur Zeit Jesus neben der schriftlichen Lehre (Tora bzw. Tanach) immer auch eine mündliche Lehre gab, welche beide gleichwertig eine Einheit bilden. Diese mündliche Lehre liegt uns heute in vielfältiger Form vor, wobei der Talmud hier eine zentrale Rolle einnimmt.

    Dieses zum einen und zum anderen versuchen Juden nach der Tora in allen Details zu leben, welche dann alleine schon einen ganz anderen Zugang ergibt.

    So lesen manche Christen das sogenannte AT als barbarischer Akt, da sie nicht danach leben, bleiben sie hier unversöhnlich. Juden hingegen müssen den ganzen Anordnungen zur Todesstrafen leben und diese im Einklang mit den anderen Regeln halten und komme so zu einem ganz anderen Bild dieser Anordnungen. Das AT erscheint hier nicht mehr barbarisch, sondern als ein nicht enden wollender Akt der Nächstenliebe G'ttes.

    Das lässt sich dann auf alle anderen Bereiche übertragen. Und aus diesem Grund hilf Juden das christliche Verständnis nicht weiter, da es eben nicht darauf abziehlt, gelebt zu werden.

    Auf der anderen Seite verstehen Juden die ganzen Neuerungen durch Jesus ebenso anders, da sie diese in die jüdische Lehre einordnen und dabei eben sehen, dass Jesus hier nur zitiert, bzw. diese Lehre bekräftigt und nicht erneuert. Auch dieses ist wieder ein Unterschied, diesmal aber auf das NT bezogen. Christen sehen Jesus hier als Neuerer und übertragen dabei die Ansichten von denen sich Jesus abgrenzt auf das Judentum bzw. die Welt des AT, was aber schlicht falsch ist, da es sich hierbei um Halbwissen handelt, welches ebenso mit der Tora, mit der jüdischen Lehre nicht im Einklang ist (war).

    Gruss,
    Jakow
    Geändert von Jakow (22.08.2008 um 11:12 Uhr)

  5. #5
    samu Gast

    Standard

    Den Worten Isaaks aber auch Jokobs kann ich mich nur anschließen und dahingehend ausweiten, dass man bei aller Wertung des N.T. nicht vergessen darf, dass dieses Schriftgut ganz wesentlich vom Hellenismus geprägt wurde, also oftmals auf keinen jüdischen Fundament ruht. Das trifft sowohl auf den Textgehalt als auch auf die Autorenschaft zu! Sehr viele Lehrgrundlagen, die darin vermittelt werden, entstammen nicht dem Gedankengut Israels und müssen von daher dem Judentum fremd erscheinen und auch sein.

    Das die Person Jesu in den Evangelien einer "weltlichen-hellenistischen" Verwandlung unterzogen wurde, also aus seinem historischen Kontext gerissen wurde ist ebenso ein Tatbestand, den auch christliche Theologen zustimmen. Allerdings sind dessen jüdische Wurzeln noch so sichtbar, dass man sehr viel von der historischen Persönlichkeit rekonstruieren und in sein historisches Umfeld zurückstellen kann. Gerade hier haben in den letzten Jahrzehnten jüdische Religionswissenschaftler hervorragende Pionierarbeit geleistet (Buber, Flusser, Klausner, Vermes, Lapide, etc).

    Des Weiteren darf man auch nicht vergessen, dass das Christentum im Bezug auf den Tanach eben auch ein stark hellenistisch geprägtes Buch verwendet, die Septuaginta = A.T. , die vom Judentum als Fälschung seit fast 2000 Jahren verworfen ist. Ganz wesentliche theologische Abhandlungen berufen sich auf dieses Machwerk, die allerdings dem Tanach fremd sind. Das sich mit aller Behäbigkeit die Kirchen weigern für sich die hebräischen Schriftvorlagen anzuerkennen, weil es ganz erheblichen Einfluss auf den theologischen Gehalt des N.T. hätte, ist ein weiterer Punkt, der ein gegenseitige theologische Annäherung fast unmöglich macht.


    Das Christentum ist eine eigenständige Religion, die mit dem Wesen des Judentums nicht wirklich vereinbar ist. Dafür sind die Glaubensgrundlagen zu verschieden. Das muss man ganz nüchtern und sachlich sehen. Es gibt Berührungspunkte, die sich durch mehrheitlich Gleichlautendes Schriftgut und auch Erfahrungswelten begegnen, doch es gibt ebenso viele unüberbrückbare Gegensätze. In meinen Augen ist dabei nicht die Lehre oder gar Person Jesu der Trennungspunkt, sondern dessen theologische Wertung, die jenseits des israelitischen Schriftgutes seine Bedeutung gewann.

    Erfreulich ist jedoch in diesem Zusammenhang auch, dass gerade immer mehr christlich - theologisch geprägte Kreise sich diesem Sachverhalt stellen und in enger Zusammenarbeit mit jüdischen Religionswissenschaftlern der Spurensuche Jesu und seiner Jünger folgen, um den historischen Jeshua und dessen Talmidim wieder gegenwärtig zu machen.


    Samu

  6. #6
    Isaak Gast

    Standard

    Shalom Jakow,

    deinen Beitrag #12 empfinde ich als sehr gelungen. Auf dieser Weise und mit diesem Wissensunterbau könnten wir einander und zueinander verständlicher werden. Das Ziel sollte so und so nicht Einigkeit und am Ende ein gemeinsamer Glaube sein, sondern doch eher eine Begegnung von völlig getrennten Seiten her und ein Treffen, so man das gemeinsam erreichen mag, beim Ewigen.

    Isaak

  7. #7
    Isaak Gast

    Standard

    Samu, Lapid zum Beispiel war kein jüdischer Religionswissenschaftler, sondern ein gläubiger Jude, welcher christliche Theologie studiert hatte.

    eine gute Nacht dir.

    Isaak
    Geändert von Isaak (24.08.2008 um 23:39 Uhr)


 

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