Hallo albi2000,
ich glaube ich verstehe was Du meinst. Ich stehe als Christ dem Paulus auch eher kritisch gegenüber. Allerdings ist der von Dir zitierte Hebräervers höchstwahrscheinlich nicht von Paulus, da er diesen Brief wohl eher nicht geschrieben hat.
Aber egal, ich bin persönlich auch der Meinung, dass man in vielen christlichen Denominationen zu sehr dazu neigt, den Worten des Paulus eine Autorität zu verleihen, die bisschen über das vernünftige Maß hinaus geht. So ungefähr dreiviertel des NT sind ja von ihm und teilweise wird so getan, als würde hier kein christlicher Missionar an ganz bestimmte Gemeinden schreiben, sondern der liebe Gott würde höchstpersönlich seine Worte an die Gläubigen richten.
Mit dem Argument der Epilepsie wäre ich allerdings vorsichtig, denn das wird mir mittlerweile zu häufig gebracht. Auch Mohammed soll ja angeblich Epileptiker gewesen sein und nur weil Epilepsien Auren und stark religiös gefärbte Empfindungen verursachen können, muss ja nicht zwangsläufig bei diesen Personen auch eine Epilepsie vorgelegen haben.
Mir persönlich kommt Paulus eher wie ein gehetzter Eiferer vor, der in Erwartung des nah anstehenden Gerichtes, den jungen Gemeinden seinen Stempel aufdrücken wollte und sich dabei wohl selbst niemals so richtig vergeben konnte, dass er früher eben genau diese Gemeinden verfolgt hatte. Sicher war er diesbezüglich bestimmt auch einiger Kritik ausgesetzt, aber im gesamten 9. Kapitel des 1.Korinterbriefes jammert er für meinen Geschmack ein wenig viel rum...
Na ja und heute wird er halt meiner Meinung nach überbewertet und ich glaube auch beobachtet zu haben, dass es immer dort, wo sehr viel aus seinen Briefen gelehrt und seine Vorstellungen vergöttlicht werden, mit der Nächstenliebe nicht allzu weit her ist und der Fokus eher auf dem bösen, bösen Fleisch liegt...
LG
Provisorium
Gott ist ein Gott der Gegenwart. Wie er dich findet, so nimmt und empfängt er dich, nicht als das, was du gewesen, sondern als das, was du jetzt bist. (Meister Eckhart)
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