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Hybrid-Darstellung

  1. #1
    Nachdenklich Gast

    Standard

    Guten Tag Sunigol, der Punkt, den du ansprichst, hat es in sich. Aber ging es JESUS wirklich "nur" darum? Wenn ich die Schöpfung beobachte, so ist auch sie auf ihre Art verschwenderisch: die Bäume blühen in einem Überflusse, so dass noch vor der Bestäubung eine Vielzahl der Blüten verweht, und die befruchtet werden sind so zahlreich, dass bei weitem nicht alle gedeihen können, so dass der Baum viele Fruchtknoten unreif abwirft, etc. Dasselbe gilt in der Tierwelt: wenn die Arten sich nicht gegenseitig dezimieren würden, so könnte glatt ein Ungleichgewicht als Plage entstehen. Der Mensch hat natürlich ein Bewusstsein und damit Verantwortung, die er ja auch seiner geistigen-seelischen Beschränktheit entsprechend wahrnimmt. Wenn nicht alle zu essen haben, so liegt es aber doch nicht alleine am fehlenden guten Willen, sondern zumeist fehlt die Möglichkeit, die Hilfe vor Ort zu bringen: Wo Krieg herrscht, können Menschen nun mal nur schwer versorgt werden. Wo Menschen von einer Katastrophe heimgesucht werden, dahin müssen wir mit der Ware erst gelangen können etc., und da hängt es denn nicht so sehr davon ab, ob an anderen Orten der Erde (zu-)viel oder angemessen konsumiert wird, und auch nicht davon, ob Gemüse mit Flecken und Gurken krumm und gerade verwendet werden oder nicht. Zu Lazarus fällt mir ein: im Gleichnis ist Lazarus auf Erden arm, in der Realität zu JESU Zeiten war Lazarus begütert, wenn nicht sogar reich, denn er hatte ja eine Herberge (oder ein grosses Gut?) zu Bethanien. Meines Wissens bedeutet der Name Lazarus ---> "Dem Gott hilft". Sind wir nicht jeder Mensch zugleich alle arm und reich? JESUS hat immer tiefschichtig gedacht und gesprochen. Seine Gleichnisse zielten immer auf die seelisch-geistigen Verhältnisse des Menschen. Was mich an der Geschichte ganz besonders verwundert, ist die Gestalt des Abraham. Weshalb findet sich Lazarus im Schosse Abrahams, und warum ruft der vor Sehnsucht Verschmachtende Abraham und Lazarus an, und nicht Gott? - Und die unüberwindliche Kluft? - Ist JESUS nicht die Brücke über alle Küfte? --> Weitere Gedanken sind willkommen!

  2. #2

    Standard

    Zitat Zitat von Nachdenklich Beitrag anzeigen
    Guten Tag Sunigol, der Punkt, den du ansprichst, hat es in sich. Aber ging es JESUS wirklich "nur" darum? Wenn ich die Schöpfung beobachte, so ist auch sie auf ihre Art verschwenderisch: die Bäume blühen in einem Überflusse, so dass noch vor der Bestäubung eine Vielzahl der Blüten verweht, und die befruchtet werden sind so zahlreich, dass bei weitem nicht alle gedeihen können, so dass der Baum viele Fruchtknoten unreif abwirft, etc. Dasselbe gilt in der Tierwelt: wenn die Arten sich nicht gegenseitig dezimieren würden, so könnte glatt ein Ungleichgewicht als Plage entstehen.
    Genau, "Gleichgewicht" ist das richtige Stichwort. Ein Baum blüht so reichlich, eben weil nicht alle Früchte aufgehen (und das bitte ich jetzt mal wörtlich und nicht biblisch zu sehen). Und Mäuse und Kaninchen vermehren sich deshalb so stark, weil viele von ihnen von Raubtieren gefressen werden oder im Winter verhungern. Von Jahr zu Jahr schwanken diese Gleichgewichte, aber im Mittel über die Jahrzehnte stimmen sie, und darauf kommt es am Ende an. (Dass der Mensch auch hier eingreift in einer Weise, die die Natur auch langfristig verändert, ist ein Thema für einen anderen Thread.)

    Wenn ich die Schöpfung beobachte, so ist auch sie auf ihre Art verschwenderisch
    Noch mal zu diesem Satz: Nein, Verschwendung ist das nicht. Alles dient zu irgendeinem Zeitpunkt irgendeinem anderen Lebewesen als Nahrung, wird gefressen und wieder ausgeschieden und geht dann zurück in den Kreislauf. Die Natur verschwendet nichts.

    Es ist aber Verschwendung, wenn Nahrungsmittel mit hohem Aufwand (Energie, Wasser, Zeit, Düngemittel - dieser Aufwand ist wirklich groß) bis zur Reife gezogen und dann vernichtet werden. Zwar kann man die Lebensmittel kompostieren oder zu Biogas verarbeiten. Aber der Erzeugungsaufwand, der hineingesteckt wurde, ist verloren, und das würde der Natur nicht passieren.

    Was da groß und protzig in "Rekordernten" eingefahren wird, ist in erster Linie Handelsgut und erst in zweiter Linie Nahrung. Das erkennt man daran, dass es nicht erst dann wertlos wird, wenn es nicht mehr gegessen werden kann, sondern schon dann, wenn es nicht mehr verkaufbar ist (oder dafür gehalten wird). Das ist das Perverse.

    Das wäre auch ein prima Thema für den kommenden Erntedank. Danke, dass wir schon wieder mehr viel geerntet haben, als wir essen können. Danke, dass Millionen Tonnen Getreide übrig bleiben, mit denen wir spekulieren und die Weltmarktpreise hochtreiben können. Danke, dass die Chinesen unsere Milch aufkaufen, weil sie ihrer eigenen nicht mehr trauen. Danke für die Tafeln, die wenigstens einen Teil unserer Reste noch unters Volk bringen, das ist gut für unser Gewissen. Danke auch für die industrielle Fleischproduktion, die ist ja viel billiger als Vieh auf der Weide. Ach Mann, irgendwie ist das alles ein ziemlicher Mist ...

    Wenn nicht alle zu essen haben, so liegt es aber doch nicht alleine am fehlenden guten Willen, sondern zumeist fehlt die Möglichkeit, die Hilfe vor Ort zu bringen: Wo Krieg herrscht, können Menschen nun mal nur schwer versorgt werden.
    Auch Krieg "herrscht" nicht einfach. Krieg wird gemacht. Und zwar nicht von denen, die drunter zu leiden haben, sondern von denen, die daran stinkreich werden (siehe oben), viel reicher als durch Frieden und Wohlstand für alle. Wenn Krieg sich nicht lohnen würde, dann gäbe es keinen. Auch das ist ein Lazarus mit Geschwüren, der vor unserer Tür herumliegt und um Hilfe bittet.

    Zu Lazarus fällt mir ein: im Gleichnis ist Lazarus auf Erden arm, in der Realität zu JESU Zeiten war Lazarus begütert, wenn nicht sogar reich, denn er hatte ja eine Herberge (oder ein grosses Gut?) zu Bethanien.
    Vermutlich gab es mehrere Menschen mit dem Namen Lazarus. Es sind ja auch mehrere Personen in der Bibel erwähnt, die Simon hießen oder Maria. Außerdem ist es ein von Jesus erzähltes Gleichnis, und wie dort die handelnden Personen heißen (wenn sie überhaupt Namen haben), ist eher Nebensache, denke ich.

    Aber ging es JESUS wirklich "nur" darum?
    Tut mir leid, dass ich dir nicht aus erster Hand sagen kann, worum es Jesus ging. Ich weiß nicht, warum der Reiche Abraham und nicht Gott anrief. Aber die Geschichte spielt im jüdischen Umfeld, nicht im christlichen, vielleicht liegt der Grund dort.

    Aber ich muss sagen, viel spannender ist, was das Gleichnis heute zu sagen hat. Der letzte Satz: "Er (Abraham) sprach zu ihm: Hören sie Mose und die Propheten nicht, so werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn jemand von den Toten auferstünde." ist der Steilpass für uns: Für uns (Christen) ist tatsächlich jemand von den Toten auferstanden. Und? Hören wir die Botschaft? Lassen wir uns überzeugen?

    Sunigol
    Geändert von Sunigol (30.09.2013 um 10:22 Uhr)


 

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