Also ich denke, es ist nicht ganz so einfach!

Grundsätzlich ist man Israelit durch Geburt und nicht durch seinen Glauben! Darüber hinaus kann der Israelit dem „mosaischen Glauben“ (gemein hin als Judentum bekannt) folgen.

Sich dem mosaischen Glauben = Judentum nicht zugehörig zu fühlen, ändert nichts an der Tatsache der israelitischen Herkunft! Das muss man ganz klar unterscheiden!

Nun kommt allerdings der theologische Aspekt hinzu, dass sich Israel durch den mosaischen Glauben definiert = der Glaube an den einzig wahren Gott + dessen erwähltes Volk Israel ist + das von Gott gegebene Land Israel, sind eine in sich nicht trennbare Einheit.

Ein Israelit, der das so für sich nicht gelten lassen kann, bleibt zwar Israelit, ist aber damit zugleich getrennt vom Glauben, Volk und Land Israels, er hat sich selbst aus dieser Verbindung gelöst.

Der Glaube des Christentums kann allein schon aus dieser Selbstdefinition Israels, die sich durch die Tora legitimiert, in keinen einzigen Punkt eine Annährung finden.

Was man sagen kann ist, dass das Christentum viele Elemente aus dem mosaischen Glauben in sich trägt und einen jüdischen Rabbiner und dessen Lehren folgt (die übrigens ohne Ausnahme auch Lehrgut des Judentums sind!), allerdings enden auch hier schon die Gemeinsamkeiten. Das mag jetzt sehr nüchtern und hart klingen, ist aber schlicht und einfach die Realität!

Was Judentum und Christentum trennt, sind nicht nur die in sich grundsätzlich verschiedenen Interpretationen zu Gott, die kulturellen Wurzeln der Religion, sondern das gesamte Religionsverständnis. Da liegen ganze Welten an trennenden zwischen diesen beiden Religionen.

In der Tat ist es so, dass Islam und Judentum wesentlich mehr innere Gemeinsamkeiten in sich tragen als das Christentum zum Judentum. Die wesentlichste davon ist der strenge Monotheismus, der in beiden Religionen, Islam und Judentum gleich definiert wird.

Eine Änderung dieses Sachverhaltes – Judentum und Christentum – kann einzig darin seine Änderung finden, wenn sich das Christentum auf den Boden seiner jüdischen Wurzeln, die auch nur Jesus kannte zurück besinnt. Ein langer und harter Weg, der erfreulicher Weise langsam gegangen wird.

Noch ein Nachtrag, Jesus hat nie eine Kirche gegründet und auch die Urgemeinde nicht. Historisch ist ganz klar belegt, dass die Urgemeinde ein fester Bestandteil des Judentums gewesen ist! Es hätte auch gar keine Notwendigkeit für eine Neue Religion für diese Gruppe gegeben, denn ihr Glaube ist absolut mit dem mosaischen Glauben konform gewesen.


Samu