Ergebnis 1 bis 10 von 364

Hybrid-Darstellung

  1. #1

    Standard

    Zitat Zitat von net.krel Beitrag anzeigen
    Aber meine Frage lautet Primär: Wo kommt die Idee eigentlich her, daß die Bibel das Wort Gottes sei?
    Bzw. daß sie durchgehend inspiriertes Wort Gottes sei?
    Daß sie Irrumslos sei?
    Und daß ihn ihr das wichtigste stünde was Jesus alles gelehrt hat. Daß die Bibel quasi "die ultimative Messlatte" sei?
    Daß ihr keine andern Gottesoffenbarungen das Wasser reichen könnte bzw. sogar daß es außer der Bibel keine "authentischen" Gottesoffenbarungen gäbe (gibts ja auch viele die das denken)
    Wenn du wissen willst, wo eine Lehre herkommt, dann musst du fragen: "Wem nützt sie?"

    Dass die Bibel 100 % irrtumslos und Satz für Satz wörtlich zu nehmen sei, ist der radikalste und umfassendste Deutungsansatz, der denkbar ist. Er braucht keinen Widerspruch zu dulden und kann bereits hartnäckiges Fragen und Zweifeln zur Sünde deklarieren, wenn er will. Gleichzeitig ist er der theologisch am wenigsten anspruchsvolle. Er ermöglicht es jedem, der das immer schon wollte, sich als unangreifbaren "Verkünder von Gottes Wort" darzustellen. Voraussetzung für ein erfolgreiches Auftreten ist lediglich ein gutes Auskennen in den Schriften, um auf Fragen schnell mit einem passenden Bibelzitat antworten zu können. Das kann man durch reine Fleißarbeit erwerben, tieferes theologisches Verständnis oder Kenntnis der gesellschaftlichen Hintergründe der verschiedenen Bücher sind nicht erforderlich.

    Wer sagt daß Jesus überhaupt eine Bibel geschrieben haben wollte?
    Jesus selbst hinterließ ja bekanntlich keine Schriftstücke... Warum nicht? Wenn die Schriftliche Fixierung seiner Lehre ihm so wichtig gewesen wäre?
    Die Lehre Jesu, wie sie in den Evangelien beschrieben ist, ist so einfach, dass sie auf einen Fingernagel passt und so umfassend, dass ein Menschenleben nicht ausreicht, um sie wirklich auszuarbeiten: Liebt einander, wie euch der Vater liebt. Es ist nicht wichtig, dass er selbst nichts aufgeschrieben hat. Er hat es vorgelebt, und zwar so eindrucksvoll, dass es bis heute nachwirkt. Deshalb konnte er das Aufschreiben anderen überlassen.

    Und letztendlich frage ich mich ob es überhaupt richtig und im Sinne Jesus war, daß man das Wort Gottes überhaupt schriftlich fixieren und abschließen hätte jemals sollen? Ich glaube nämlich nicht...
    Dass man Wichtiges aufschreibt, um es zu überliefern und zu verbreiten, ist sinnvoll und nachvollziehbar und war überhaupt der Anlass für die Erfindung der Schrift. Wir wissen aus den Evangelien, dass Jesus die jüdischen Schriften verwendet hat, um in der Synagoge zu lehren. Warum sollte er was dagegen haben, dass seine eigene Lehre und Lebensgeschichte aufgeschrieben wird?

    Dass Gottes Wort vollständig und abgeschlossen sein soll in dem Sinne, dass er seit nunmehr 2.000 Jahren nicht mehr mit uns gesprochen hat und das auch erst am Ende der Welt wieder tun wird - nun ja, das halte ich für ein Gerücht. Aber es ist - siehe oben - für bestimmte Ideologien einfach nützlich, zu behaupten, man habe Gottes Wort vollständig und im Original vorliegen und dem sei nichts hinzuzufügen.

    Gruß, Sunigol
    Geändert von Sunigol (23.05.2014 um 10:45 Uhr)

  2. #2

    Standard

    Zitat Zitat von Sunigol Beitrag anzeigen
    Wenn du wissen willst, wo eine Lehre herkommt, dann musst du fragen: "Wem nützt sie?"
    Ja, das seh ich auch so.

    Zitat Zitat von Sunigol Beitrag anzeigen
    Die Lehre Jesu, wie sie in den Evangelien beschrieben ist, ist so einfach, dass sie auf einen Fingernagel passt und so umfassend, dass ein Menschenleben nicht ausreicht, um sie wirklich auszuarbeiten: Liebt einander, wie euch der Vater liebt.
    Das finde ich sehr gut auf den Punkt gebracht. Stimmt!

    Zitat Zitat von Sunigol Beitrag anzeigen
    Warum sollte er was dagegen haben, dass seine eigene Lehre und Lebensgeschichte aufgeschrieben wird?
    Dagegen wahrscheinlich nicht unbedingt. Eher es nicht sonderlich wichtig erachtet. Rein von den Evangelien her sieht es eher danach aus daß seine Aussage diesbzgl. die war: "Lebt die Gebote Gottes, lehrt es dadurch anderen, und empfangt dadurch auch weitere Offenbarungen Gottes".

    Das würde sich dann wie eine Art "Kettenbriefreaktion" ausbreiten dann. Es scheint dabei aber was schief gegangen zu sein :-) trotz dem Versuch seine Lehre schriftlich zu fixieren.

    Zitat Zitat von Sunigol Beitrag anzeigen
    Dass Gottes Wort vollständig und abgeschlossen sein soll in dem Sinne, dass er seit nunmehr 2.000 Jahren nicht mehr mit uns gesprochen hat und das auch erst am Ende der Welt wieder tun wird - nun ja, das halte ich für ein Gerücht.
    Ja... ich eben auch.

    lg :-)

  3. #3

    Standard

    Zitat Zitat von Sunigol Beitrag anzeigen
    Wenn du wissen willst, wo eine Lehre herkommt, dann musst du fragen: "Wem nützt sie?"

    Dass die Bibel 100 % irrtumslos und Satz für Satz wörtlich zu nehmen sei, ist der radikalste und umfassendste Deutungsansatz, der denkbar ist. Er braucht keinen Widerspruch zu dulden und kann bereits hartnäckiges Fragen und Zweifeln zur Sünde deklarieren, wenn er will. Gleichzeitig ist er der theologisch am wenigsten anspruchsvolle. Er ermöglicht es jedem, der das immer schon wollte, sich als unangreifbaren "Verkünder von Gottes Wort" darzustellen. Voraussetzung für ein erfolgreiches Auftreten ist lediglich ein gutes Auskennen in den Schriften, um auf Fragen schnell mit einem passenden Bibelzitat antworten zu können. Das kann man durch reine Fleißarbeit erwerben, tieferes theologisches Verständnis oder Kenntnis der gesellschaftlichen Hintergründe der verschiedenen Bücher sind nicht erforderlich.
    Genau. Kompakt und für mich treffend formuliert, so sehe ich das auch.

    Zitat Zitat von Sunigol Beitrag anzeigen
    Die Lehre Jesu, wie sie in den Evangelien beschrieben ist, ist so einfach, dass sie auf einen Fingernagel passt und so umfassend, dass ein Menschenleben nicht ausreicht, um sie wirklich auszuarbeiten: Liebt einander, wie euch der Vater liebt. Es ist nicht wichtig, dass er selbst nichts aufgeschrieben hat. Er hat es vorgelebt, und zwar so eindrucksvoll, dass es bis heute nachwirkt. Deshalb konnte er das Aufschreiben anderen überlassen.
    Die christliche Lehre übte seinerzeit auch deshalb große Anziehungskraft gerade auch auf ärmere Volksschichten aus, weil die Vorstellung von Gleichheit aller Menschen vor Gott und die Forderung der Nächstenliebe diesen Menschen Trost und Hoffnung schenkte.
    Das, was Jesus an Eindrucksvollem vorgelebt hat, konnte ja ruhig festgehalten werden, das Niedergeschriebene soll nur das bleiben was es ist, nämlich Erfahrungsberichte der Vergangenheit und nicht zum wortwörtlichen Wort Gottes erhoben werden. Das beeindruckend Vorgelebte wurde höchstwahrscheinlich auch ohne die Verschriftlichungen weitergetragen, nämlich durch die Menschen selbst, die sich davon haben anstecken lassen. Um sich auch heute noch davon inspirieren zu lassen, um daraus zu lernen und zu wachsen braucht es keine Aufwertung dieser Geschichten, deren Wert im Inhalt und der Auseinandersetzung damit (auch kritischen) liegen sollte und nicht im Wirbel, der drumherum aufgebaut wurde / wird.
    Geändert von anonym013 (23.05.2014 um 11:46 Uhr) Grund: Suche nach treffender Ausdrucksweise ;-)


 

Ähnliche Themen

  1. Der Ursprung von allem Boesen
    Von albi2000 im Forum Glaubensfragen / Jesus / Gebete
    Antworten: 25
    Letzter Beitrag: 08.10.2011, 17:11
  2. Der Ursprung von allem Bösem
    Von albi2000 im Forum Glaubensfragen / Jesus / Gebete
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 26.06.2011, 01:12
  3. Liegt der Ursprung des christlichen Fisch-Symbols in Indien?
    Von Tomas im Forum Glaubensfragen / Jesus / Gebete
    Antworten: 10
    Letzter Beitrag: 28.04.2008, 18:15

 Besucher kamen mit folgenden Begriffen auf diese Seite:

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •