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Thema: Frage

Baum-Darstellung

  1. #4
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    Teil2:

    Christlich:
    Im Gegensat zur mehr als doppelt dicken Tenach (AT) wo Satan als Personenbezeichnung und auch als Verb 27 mal vorkommt, steht das Wort Satan im dünnen NT 35 mal, wobei er noch mehr als Diabolos (Durcheinanderbringer, Teufel, Verleumder) bezeichnet wird. Wobei einige male auch Personen damit bezeichnet werden.

    Satanas meint im christlichen den Teufel, den Feind Gottes und der Menschen schlechthin, und wahrscheinlich ist auch nicht immer in dem Sinne Satan gemeint.
    Er ist als Widersacher im besonderen Sinn der Gegner Gottes und aller Gott Zugehörigen: Er ist Anstifter zum Bösen (Mk 4,15; Apg 5,3); er versucht (1Kor 7,5); er veranlasst den „Verrat“, resp. das Überliefern Jesu durch den Judas (Lk 22,3). Er verhindert die Arbeit der Apostel (1.Thess 2,18); "des Satans Engel" schlägt Paulus mit Fäusten (2.Kor 12,7); von dem "Thron des Satans" und der "Synagoge des Satans" gehen die Feindseligkeiten gegen die junge Gemeinde aus (Offb 2,9; 2,13; 3,9). Satan soll derjenige sein, der sich über Gott erheben wollte, was aber nirgends biblisch belegt werden kann. In 2.Kor 11,14 sagte Paulus, dass Satan sich als Engel des Lichtes verstellt.


    Diese Wandlung von der Bedeutung von Satan und auch die Tätigkeit ist nun doch schon einiges anders, was man aber in anderer alter jüdischer Literatur nicht derartig findet. So fragt man sich, woher dieser Einfluss kommt.


    Luzifer, der Lichtengel:
    Oft wird Satan als Luzifer hingestellt, Luzifer ist aber eine Gestalt aus der römischen Mythologie, wo er ein Lichtengel, Lichtbringer ist, der Morgenstern (und vielleicht ja auch von da von anderswo hergeleitet).

    So wird dann vermeintlich Jes 14,12 dahingehend interpretiert, dass der Glanzstern, und damit Satan, vom Himmel gefallen sein soll. Nur wird da der Text aus dem Kontext gerissen, welches anderes aussagt. Dort geht es um den König von Babel.
    Ebenso bei Tyrus Hes 28,14, wo die Aussage dann allegorisch auf Satan, bedingt auch durch die Vulgata (lateinische Bibel), zum Luzifer hingedeutet. Damit wird dann die christliche Lehre über Satan Lehre als quasi biblisch gerechtfertigt, aber dies ganz unter dem Einfluss des Luzifer-Bildes.


    So wurde durch heidnischen Einfluss das Böse personifiziert und direkt auf den Teufel fokussiert und übertragen und er als Gegenspieler Gottes dargestellt, was einen sehr negativen Einfluss genommen hat, da man damit begann, den Menschen zu bekämpfen. Die Kirchengeschichte ist leider voll von solchen abartigen exorzistischen Folterungen und Hinrichtungen, wobei sich die Kirche auch da aus der Verschuldung gezogen hat, und dies der staatlichen Obrigkeit überlies.


    @Blackraven
    Ich hoffe, dass ich dir ein bisschen helfen und einen kleinen Einblick in die unterschiedliche Betrachtungsweise geben konnte. Sicher müsste man das eine und andere weiter ausarbeiten, und auch noch weitere Aspekte betrachten, aber so mal als Grundlage wird das sicher gehen. Ansonsten nur weiterfragen.


    Lehit

    Alef
    Geändert von anonym002 (27.10.2008 um 23:15 Uhr)


 

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