Ich habe hier bisher nicht weiter geschrieben, weil ich so damit beschäftigt war, mich den Fragen rund um die Person Jesus Christus zu stellen.

Mein Fragen und meine Zweifel beziehen sich aber gar nicht darauf. Vielleicht hatte ich mich hier mißverständlich ausgedrückt und so kann ich nun auch manch besorgte Frage diesbezüglich besser einschätzen.

Mein Glaube lebt nun mal von der persönlichen Beziehung zu Christus. Was das angeht, habe ich in meinem Leben einen "Herrschaftswechsel" hinter mir, der endgültig ist.

Es geht mir also gar nicht um grundsätzliche Fragen. Es geht mehr darum, wie ich mein Leben noch "glaub-würdiger" leben kann. Angsichts von Leid und Elend und einer immer kälter werdenen Welt.

An meinem Arbeitsplatz ist deutlich zu spüren, dass jede Entscheidung immer mehr dem Gesetz des Profites unterworfen wird. Da zählt der Mensch nicht mehr. Der Mensch ist zum Risikofaktor geworden - deshalb wird versucht, möglichst ohne auszukommen. Nicht umsonst ist die "IT" die einzig wachsende Abteilung. Aber auch im alltäglichen Berufsleben wird auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter immer weniger Rücksicht genommen. Weihnachtsbeleuchtung und Schmuck wird verboten; ein eigener Arbeitsplatz ist Luxus. Täglich laufen Mitarbeiter durchs Haus und suchen in den sog. "buchbaren Büros" einen freien Schreibtisch mit Anschluß für ihr Notebook oder Dockingstation.

Täglich blicke ich in traurige, leere Gesichter. Nicht einer, der nichts zu jammern hat. Wer fröhlich ist, macht sich verdächtig (da kommen Sprüche wie: "was hat der denn hier zu lachen?")

Wie sieht es in eurem Umfeld aus? Und wie geht ihr damit um? Als Christ habe ich so viel Grund zur Freude - auch angsichts mancher persönlichen Katastrophe - wie kann ich das weiter geben?

Geli