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  1. #1

    Standard

    Zitat Zitat von FrauShane Beitrag anzeigen
    Net.Krels Rede an Renate gefällt mir ausnahmsweise mal. ;)
    Zu obigem Satz fällt mir allerdings noch eine kleine Ergänzung ein [...]
    Deine Ergänzung mir überigens auch :-) Nee echt hat was. Da gibt's nix zu mosern.
    lg Net.Krel :-)

  2. #2
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    Standard

    @ net.krel Danke für deine Antwort!
    Zitat Zitat von net.krel Beitrag anzeigen

    Warum aber, wenn dem so ist, reden die meisten Glaubensbekenntnisse gerade an diesen Punkt vorbei? Da wird betont daß Gott Himmel und Erde erschaffen hat und daß Jesus sein "eingeborener Sohn" ist und der HG angeblich Maria schwängerte und Pilatus ihn offiziell verurteilte zum Tode und er aber auferstanden ist und seit dem angeblich "der Richter" sei aller Menschen und all das...
    Wenn sich die Gelegenheit ergibt, bete ich das Glaubensbekenntnis mit. Ich habe mit den einzelnen Punkten kein Problem. Aber ich muss dir Recht geben. Wenn das Wichtigste fehlt, ja wenn der Mittelpunkt fehlt, sind ja alles nur leere Worthülsen.

    Ich brauche für meinen Glauben, für meinen Weg zu Gott keine Religionsgemeinschaft. Aber wenn mir danach ist besuche ich immer wieder mal Gottesdienste und nehme für mich das, was mir zusagt und entspricht. Im katholischen Gottesdienst finde ich, hat die Liebe schon einen hohen Stellenwert. Das war in der Vergangenheit bestimmt anders, hat sich aber geändert. Das bedeutet nicht, dass ich alles für gut befinde. Ich kann da schon differenzieren.

    Ich sage: Wenn wer wirklich daran glaubt daß die Liebe an erster Stelle steht... dann kann er das nicht nur auf seine spezielle Religion beziehen sondern dann kann er das (eigentlich) überall dort sehen wo auch die Liebe an erster Stelle wirklich steht...

    Die Liebe steht für mich im Mittelpunkt. Da Gott für mich die Liebe ist und die Liebe verkörpert, steht also er im Mittelpunkt. Ich bemühe mich um Nächstenliebe, um Vergebung und Toleranz.

    Andersgläubige, z. B. Moslem, Buddhisten, auch Atheisten können genauso zum Heil kommen, wenn sie sich um Liebe und Versöhnung bemühen.

    Wenn ich alle Religionen der Welt betrachte, sind das Christentum und der Buddhismus die einzigen, in der Feindesliebe und Vergebung eine wichtige Rolle spielen. Solange das so ist, kann man die Religionen nicht einfach auflösen.

    Die Gesetze des Alten Testaments hatten wahrscheinlich den Zweck, das Volk der Israeliten zusammen zu halten. Durch die Speisevorschriften und Reinigungsriten konnte verhindert werden, dass die Israeliten sich mit anderen Völkern vermischen. Vielleicht war das der Hauptzweck, für wen auch immer, diese Gesetze zu erlassen.

    Mit der Bibel übrigens das gleiche. Einzig und allein die Interpretation bestimmt in meinen Augen ihren Wert.

    Was nützt es wenn jemand sagt die Bibel sei das irrtumslose Wort Gottes und interpretiert sie so aber so daß Ausgrenzung, Anti-Liebe, Anti-Vergebung und all das dabei raus kommt? Mehr also Wertlos ist dann die Bibel bzw. - besser gesagt - sie wurde missbraucht mittels einer Interpretation die eben nicht die Liebe an erster Stelle hat.
    Sehe ich genauso!

    Grüße, Renate
    Geändert von Renate (28.08.2014 um 22:42 Uhr) Grund: Übersichtlichkeit
    Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei;
    doch am größten unter ihnen ist die Liebe.

    (1. Korr. 13,13)

  3. #3

    Standard

    Zitat Zitat von Provisorium Beitrag anzeigen
    Weil er in der Galaterstelle aus einer anderen Perspektive heraus auf das Gesetz blickt, als in den Stellen, die ich in meinem Eingangspost im Kopf hatte. Namentlich Römer 7, 6-10a:

    Jetzt aber sind wir von dem Gesetz losgemacht, da wir dem gestorben sind, worin wir festgehalten wurden, so dass wir in dem Neuen des Geistes dienen und nicht in dem Alten des Buchstabens. Was sollen wir nun sagen? Ist das Gesetz Sünde? Auf keinen Fall! Aber die Sünde hätte ich nicht erkannt als nur durchs Gesetz. Denn auch von der Begierde hätte ich nichts gewusst, wenn nicht das Gesetz gesagt hätte: "Du sollst nicht begehren!" Die Sünde aber ergriff durch das Gebot die Gelegenheit und bewirkte jede Begierde in mir; denn ohne Gesetz ist die Sünde tot. Ich aber lebte einst ohne Gesetz; als aber das Gebot kam, lebte die Sünde auf; ich aber starb.

    In beiden Fällen spricht Paulus von Gesetz, nur das er es in der Galaterstelle zuvorderst mit dem Liebesgebot in Verbindung bringt und in der beispielhaften Stelle aus Römer 7 dann z.B. mit Begierde, respektive dem Gebot nicht zu begehren.

    Und genau auf diese unterschiedlichen Blickwinkel wollte ich mit meinem Post ja nur aufmerksam machen. Das Gesetz besteht nicht einfach nur aus"Begierde erweckenden" und "die Sünde in mir wachrufenden" Geboten, sondern man kann es auch unter dem Blickwinkel betrachten, dass es zusammenfassend dem Gebot entspricht, Gott und seinen Nächsten zu lieben.
    "Von Abraham wird gesagt: Er glaubte Gott, und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet.
    Daran erkennt ihr, daß nur die, die glauben, Abrahams Söhne sind.
    Und da die Schrift vorhersah, daß Gott die Heiden aufgrund des Glaubens gerecht macht, hat sie Abraham im voraus verkündet: Durch dich sollen alle Völker Segen erlangen.
    Also gehören alle, die glauben, zu dem glaubenden Abraham und werden wie er gesegnet.
    Alle aber, die nach dem Gesetz leben, stehen unter dem Fluch. Denn in der Schrift heßt es: Verflucht ist jeder, der sich nicht an alles hält, was zu tun das Buch des Gesetzes vorschreibt.
    Daß durch das Gesetz niemand vor Gott gerecht wird, ist offenkundig; denn : Der aus Glauben Gerechte wird leben.
    Das Gesetz aber hat nichts mit dem Glauben zu tun, sondern es gilt: Wer die Gebote erfüllt, wird durch sie leben. ...
    Abraham und seinem Nachkommen wurde die Verheißung zugesprochen. Es heißt nicht: und den Nachkommen, als wären es viele gemeint, sondern es wird nur von einem gesprochen: und deinem Nachkommen; das aber ist Christus. ...
    Warum gibt es denn das Gesetz? Wegen der Übertretungen wurde es hinzugefügt, bis der Nachkomme käme, dem die Verheißung gilt." (Gal. 3:6-19)

    Ich sehe hier keinen wiederspruch zum Römerbrief, und auch keinen anderen Blickwinkel.
    Wegen der Übertretungen des Liebesprinzip wurde das Gesetz gegeben. Und es deckt die Lieblosigkeit der Menschen auf. Die bösen Neigungen werden durch die Gebote/Verbote geradezu aufgerüttelt.
    Daß Begehren war im Mensch auch früher. Und er lebte es aus ohne viel darüber nachzudenken.
    Jetzt aber, wo das Gebot sagt: Du sollst nicht begehren, erwacht das Begehren in ihm mit neuer Kraft.

    Ein ganz simmpler Beispiel: Versuch eine Stunde lang nicht über den Rosaelefanten zu denken.
    Wenn du bis dato es nicht getan hast, dann wirst du es jetzt mit Sicherheit.
    So wirkt das Gesetz auf einen Sünder, auf einen Menschen mit bösen Neigungen.
    Darum sagte Jesus, daß aus dem Herzen kommt das Böse.
    Das Gesetz deckt es nur auf.

    Bei Paulus entsteht nun aber hin und wieder der Eindruck (ge- und befördert durch die Theologie des Augustinus und Martin Luthers), dass der Glaube allein ausreicht, dass man also nur an Jesus glauben müsse und schon sei man vor Gott gerechtfertigt, was im Umkehrschluss dann natürlich bedeutet, dass der Gläubige, der nicht an Jesus glaubt, vor Gott nicht gerecht werden könnte. Diese Lehre begründet also den Absolutheitsanspruch des Christentums und den lehne ich persönlich vollständig ab!
    Die lutherische Lehre vom Glauben, im Sinne ausschließlich persönlicher Einstellung, Meinung, hat die Vorstellung vieler zunehmend geprägt.
    Der paulinische Glaube ist aber etwas ganz anderes.
    Das hebräische Wort dazu wäre richtiger mit "Vertrauen" zu übersetzen.
    So heißt es im Hebräerbrief: "Der Glaube aber ist eine Verwirklichung dessen, was man hofft, ein Überführtsein von Dingen, die man nicht sieht." (11:1)
    Der Glaube ist also keine bloße Meinung, sondern eine Handlung aus dem Vertrauen heraus.
    Das ganze elfte Kapitel ist voll von Beispielen solcher Handlungen. Ohne welcher der Glaube (laut Jakobus) nutzlos, tot ist.
    Genau so hat auch Paulus den Glauben verstanden: "Denn wir wandeln durch Glauben, nicht durch Schauen." (2Kor. 5:7)
    Wandeln, vollbringen immer wieder neue Handlungen aus dem Vertrauen.

    Wer also sich auf Jesus verläßt, ihm vertraut, in Sachen Gerechtvertgung, und sie nicht in eigene Hände nimmt, dem wird sein Glaube als Gerechtigkeit angerechnet. Genau so wie Abraham.
    Wer aber seine Gerechfertigung nicht Jesus anvertraut, sondern sie in eigene Hände nimmt, soll sehen wie er zurechtkommt.
    Denn Gott hat uns die Gerechtfertigung angeboten. Im Glauben an Jesus. So wie Er den Israeliten in der Wüste die Heilung von Schlangenbissen angeboten hatte, im Blick auf die kupferne Schlange.
    Wenn jemand das Angebot Gottes damals mißachtet hat, mußte sterben.
    Wer das Angebot Gottes heute mißachtet, bekommt das Leben nicht.

    Denn mann muß sich dessen bewußtwerden, was es heißt: Gerechtfertigung.
    Wenn heute im Gericht jemand gerechtfertigt wird, dann bedeutet das, daß er unschuldig ist.
    Genau in diesem Sinn muß auch die Gerechtfertigung Gottes verstanden werden. Alle, die an Jesus glauben, b.z.w. ihm vertrauen, hat Gott für unschuldig erklärt.
    Die aber, die unter dem Gesetz sind, werden vom Gesetz angeklagt, für schuldig erklärt.

    Jetzt kann jeder entscheiden, will er sich selbst verteidigen, oder lieber seine Verteidigung dem göttlichen Anwalt überlassen.
    Geändert von ed (28.08.2014 um 11:54 Uhr)

  4. #4

    Standard

    Lieber Ed,

    zunächst mal möchte ich Dich bitten, keine neuen Begrifflichkeiten zu erfinden. Den Begriff "Gerechtfertigung" gibt es nicht. Es gibt natürlich "sich rechtfertigen" und "gerechtfertigt werden". Das richtige Substantiv, auch bzgl. der verschiedenen christlichen Glaubensauslegungen, heißt Rechtfertigung. Und innerhallb der Glaubenslehren zieht der Begriff der Rechtfertigungslehre, und die Frage, wodurch wir vor Gott gerecht werden.

    Eines möchte ich noch kurz klarstellen: Im folgenden möchte ich nicht widerlegen oder alles für falsch erklären, was Du geschrieben hast sondern lediglich meine Glaubensauffasungen kund tun, die der der alten Kirche und damit der altkatholischen Glaubenslehre entspricht, die ich ja bekanntlich nicht für allein gültig halte und sich von der römisch-katholischen in einigen entscheidenden Punkten unterscheidet.

    Zitat Zitat von ed Beitrag anzeigen
    Wer aber seine Gerechfertigung nicht Jesus anvertraut, sondern sie in eigene Hände nimmt, soll sehen wie er zurechtkommt.
    Denn Gott hat uns die Gerechtfertigung angeboten. Im Glauben an Jesus. So wie Er den Israeliten in der Wüste die Heilung von Schlangenbissen angeboten hatte, im Blick auf die kupferne Schlange.
    Wenn jemand das Angebot Gottes damals mißachtet hat, mußte sterben.
    Wer das Angebot Gottes heute mißachtet, bekommt das Leben nicht.
    Das Angebot Gottes ist, dass jeder durch die Erlösungstat SEINES Sohnes und durch SEINE Gnade das Heil, das ewige Leben, erlangen kann. Dazu muss man sich in einem gerechten Stand befinden. Die Protestanten sehen sich bereits durch den Glauben an unseren Erlöser allein gerechtfertigt. In den katholischen/orthodoxen Kirchen kommt jedoch noch die Verantwortung für die eigenen Taten bzgl. des Erlangens des Gnadestandes hinzu (in unterschiedlichen Variationen). Und diesbzgl. ist auch meine Überzeugung, dass der Glaube allein nicht ausreicht. Man muss das eigene Leben bzgl. der Nachfolge Christi so gut man es vermag anpassen, insbesondere wenn es um wirklich schwere Sünden geht. Wirkliche Reue und Umkehr sind wichtige Bestandteile. Und das Vortäuschen derselben nützt natürlich gar nichts, da ER die Wahrheit in uns erkennen wird.


    Zitat Zitat von ed Beitrag anzeigen
    Denn mann muß sich dessen bewußtwerden, was es heißt: Gerechtfertigung.
    ....
    Genau in diesem Sinn muß auch die Gerechtfertigung Gottes verstanden werden. Alle, die an Jesus glauben, b.z.w. ihm vertrauen, hat Gott für unschuldig erklärt.
    Das ist eben aus meiner glaubentechnischen Sicht ein Unterschied zwischen unseren Auffassungen. ER hat uns durch die Erlösungstat SEINES Sohnes nicht generell und vor allem individuell für unschuldig erklärt sondern uns durch die Hinwegnahme "der Sünde der Welt" die Möglichkeit gegeben, wieder in den Stand der Gnade zu gelangen. ER hat uns damit nicht von unserer eigenen Verantwortung freigesprochen und keine "Generalamnestie" verliehen.
    Geändert von Sarandanon (28.08.2014 um 13:17 Uhr)

  5. #5

    Standard

    Hallo zusammen,

    Zitat Zitat von Sarandanon Beitrag anzeigen
    Die Protestanten sehen sich bereits durch den Glauben an unseren Erlöser allein gerechtfertigt.
    Mir scheint, so ganz einfach ist das auch für Protestanten nicht: de.wikipedia.org/wiki/Sola_fide

    Obwohl der Artikel kurz ist, sind da mehrere hochinteressante Stellen drin:

    Zitat Zitat von Wikipedia
    Es ist dem Menschen nach lutherischer Auffassung nicht möglich, sich aus eigenen Stücken für den Glauben an Christus zu entscheiden, da der Glaube allein durch Gottes Gnade (sola gratia) zustande kommt bzw. durch das ihn erreichende Wort Gottes (solus Christus) überhaupt erst geweckt wird. Damit ist eine autonome Glaubensentscheidung, also ein Akt des freien Willens seitens des Menschen für Luther völlig undenkbar
    Also eben nicht: "Ich entscheide mich für Jesus" und schwupps ist alles gut, sondern man kommt nicht zum Glauben ohne Gottes Zutun.

    Weiter geht's: "Allein durch den Glauben" ist sogar Luthers eigene Erfindung:
    Zitat Zitat von Wikipedia
    Allerdings kommt im griechischen Urtext von Röm 3,28 das Wort „allein“ nicht vor. Es wurde von Luther verdeutlichend hinzugefügt ...
    ... als Absage an die damals gängige Praxis, seine Sünden durch Kauf eines Ablasses loszuwerden. An die Stelle des Ablasses die bloße Annahme des Glaubens zu setzen (ohne Manifestation durch entsprechende Verhaltensweisen) hätte doch nur bedeutet, einen Formalismus durch einen anderen zu ersetzen. Aus Sicht Luthers wäre das völlig sinnlos gewesen.

    An anderen Stellen in der Bibel wird gesagt, dass auch andere Dinge Bedeutung haben:
    Zitat Zitat von Wikipedia
    ... dass bei Jesus Christus ein Glaube zählt, „der durch die Liebe tätig ist“ (Gal 5,6),
    Hört, hört, hier ist auf einmal von tätiger Liebe die Rede.

    Ich denke nicht, dass ich Luthers Ansichten bezüglich des freien Willens teile, aber der Rest, der hier steht, bestätigt mich in meinem Gefühl, dass Gott eben nicht nur angebetet werden will und dass es ihm nicht wurscht ist, was die Menschen einander antun.

  6. #6

    Standard

    Zitat Zitat von Sunigol Beitrag anzeigen
    Mir scheint, so ganz einfach ist das auch für Protestanten nicht: de.wikipedia.org/wiki/Sola_fide

    Obwohl der Artikel kurz ist, sind da mehrere hochinteressante Stellen drin:


    Also eben nicht: "Ich entscheide mich für Jesus" und schwupps ist alles gut, sondern man kommt nicht zum Glauben ohne Gottes Zutun.

    Weiter geht's: "Allein durch den Glauben" ist sogar Luthers eigene Erfindung:
    Ich habe mir das für die Prtestanten auch gar nicht einfach vorgestellt. Ehrlich gesagt kann ich mir auch nicht vorstellen, dass es eben so simpel gemeint war, wie viele Protestanten es auffassen.

    Außerdem müsste man sich auch mal genauer mit der Begrifflichkeit "Glaube" befassen. Was beinhaltet dieser denn? Handelt es sich nur um ein Annehmen oder Übernehmen einer Anschauung? Ich meine nein, es geht darüber hinaus. Ich bin fest überzeugt, dass in Bezug auf den Glauben an Jesus Christus die Liebe zu IHM in diesem zwingend enthalten ist. Ebenfalls ist enthalten, was insgesamt mit seiner Erlösungstat und seinen sonstigen Taten und Worten in Zusammenhang steht. Da kann mMn auch ein Protestant nicht umhin einzugestehen, dass auch die von IHM geforderten Taten zur Rechtfertigung dazugehören.

  7. #7

    Standard

    Zitat Zitat von Sarandanon Beitrag anzeigen
    Lieber Ed,

    zunächst mal möchte ich Dich bitten, keine neuen Begrifflichkeiten zu erfinden. Den Begriff "Gerechtfertigung" gibt es nicht. Es gibt natürlich "sich rechtfertigen" und "gerechtfertigt werden". Das richtige Substantiv, auch bzgl. der verschiedenen christlichen Glaubensauslegungen, heißt Rechtfertigung. Und innerhallb der Glaubenslehren zieht der Begriff der Rechtfertigungslehre, und die Frage, wodurch wir vor Gott gerecht werden.
    Mit disem Wort wollte ich wie die Rechtfertigung vor Gott, so auch dem Anspruch Gottes gerecht werden, zum Ausdruck bringen.
    Denn sich rechtfertigen, oder gerechtfertigt werden muß jemand, der angeklagt wurde/ist.
    Dem Anspruch Gottes aber gerecht zu sein, ist etwas anderes.
    Und beides gibt Gott uns in Christus. Aus Gnade.

    Das Angebot Gottes ist, dass jeder durch die Erlösungstat SEINES Sohnes und durch SEINE Gnade das Heil, das ewige Leben, erlangen kann. Dazu muss man sich in einem gerechten Stand befinden. Die Protestanten sehen sich bereits durch den Glauben an unseren Erlöser allein gerechtfertigt.
    Weil es so geshrieben steht:
    "Ihr sollt also wissen, meine Brüder: durch diesen (Jesus) wird euch die Vergebung der Sünden verkündet, und in allem, worin euch das Gesetz des Mose nicht gerecht machen konnte,
    wird jeder, der glaubt, durch ihn gerecht gemacht." (Apg. 13:38-39)
    "Gerecht gemacht aus Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn." (Röm. 5:1)

    Der Stand der Gerechten wird uns aus Glauben zuteil. In der Vereinigung mit Christus.
    "Wißt ihr nicht, daß diejenigen von uns, die eingetaucht sind in den Messias Jeschua, in seinen Tod eingetauch sind?
    Durch die Eintauchung in seinen Tod wurden wurden wir mit ihm begraben; damit auch wir so, wie der Messias durch die Herrlichkeit des Vaters wieder von den Toten auferweckt wurde, ein neues Leben haben mögen.
    Denn wenn wir mit ihm in einem solchen Tod vereint waren, werden wir auch in einer solchen Auferstehung mit ihm vereint sein.
    Wir wissen, daß unser altes Selbst mit ihm am Pfahl hingerichtet wurde, damit der ganze Leib unserer sündigen Neigungen vernichtet werde und wir nicht länger Knechte der Sünde seien.
    Denn wer gestorben ist, ist von der Sünde gereinigt.
    Da wir nun aber mit dem Messias gestorben sind, vertrauen wir darauf, daß wir auch mit ihm leben werden.
    Wir wissen, daß der Messias von den Toten auferweckt wurde, um niemals wieder zu sterben; der Tod hat keine Vollmacht mehr über ihn.
    Denn sein Tod war ein einmaliges Ereignes, das nicht wiederholt zu werden braucht; sein Leben aber lebt er für Gott.
    So erachtet auch ihr euch als der Sünde gestorben, aber lebendig für Gott durch eure Vereinigung mit dem Messias Jeschua." (Röm. 6:3-11)

    Es ist genau so, wie mit der standesamtlichen Eheschließung.
    Wenn eine Bauerstochter einen König heiratet, dann ist sie fortan eine Königin. Sie bekommt seinen Namen und seinen Titel.
    Wir, die wir mit Christus verbunden sind in der Gleichheit seines Todes (Taufe), haben seinen Namen (Christen) und seinen Titel (Kinder Gottes) bekommen, und seinen Stand, den Stand der Gerechten, der Heiligen. Daran mussen wir festhalten.
    Dann müssen wir entsprechen diesem Namen handeln. Das ist Glaube. Handeln aus dem Vertrauen heraus. Dem Vertrauen auf Gott, auf sen Wort.

    Und diesbzgl. ist auch meine Überzeugung, dass der Glaube allein nicht ausreicht.
    Handeln aus dem Vertrauen heraus genügt nicht?

    Man muss das eigene Leben bzgl. der Nachfolge Christi so gut man es vermag anpassen, insbesondere wenn es um wirklich schwere Sünden geht. Wirkliche Reue und Umkehr sind wichtige Bestandteile. Und das Vortäuschen derselben nützt natürlich gar nichts, da ER die Wahrheit in uns erkennen wird.
    Münchhausen Syndrom. Ihr steht vor der offenen Tür, und geht nicht rein. Weil ihr nicht glaubt dem, was geschrieben steht.

    Das ist eben aus meiner glaubentechnischen Sicht ein Unterschied zwischen unseren Auffassungen. ER hat uns durch die Erlösungstat SEINES Sohnes nicht generell und vor allem individuell für unschuldig erklärt sondern uns durch die Hinwegnahme "der Sünde der Welt" die Möglichkeit gegeben, wieder in den Stand der Gnade zu gelangen.]
    Durch eigene Werke?

    ER hat uns damit nicht von unserer eigenen Verantwortung freigesprochen und keine "Generalamnestie" verliehen.
    O doch! das hat Er!
    "Als aber die Güte und Menschenliebe Gottes , unseres Retters, erschien,
    hat er uns gerettet - nicht weil wir Werke vollbracht hätten, die uns gerecht machen können, sondern aufgrund seines Erbarmens - durch das Bad der Wiedergeburt und der Erneuerung im Heiligen Geist." (Tit. 3:4-5)
    "Wenn jemand also in Christus ist, dann ist er eine neue Schöpfung: Das Alte ist vergangen, Neues ist geworden." (2Kor. 5:17)
    "Ihr seid alle durch den Glauben Söhne Gottes in Christus Jesus.
    Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus (als Gewand) angelegt." (Gal. 3:26-27)
    Geändert von ed (28.08.2014 um 15:25 Uhr)

  8. #8

    Standard

    Zitat Zitat von ed Beitrag anzeigen
    Mit disem Wort wollte ich wie die Rechtfertigung vor Gott, so auch dem Anspruch Gottes gerecht werden, zum Ausdruck bringen.
    Denn sich rechtfertigen, oder gerechtfertigt werden muß jemand, der angeklagt wurde/ist.
    Dem Anspruch Gottes aber gerecht zu sein, ist etwas anderes.
    Und beides gibt Gott uns in Christus. Aus Gnade.
    Ja stimmt. Dazu braucht es aber kein neues Wort. Die Rechtfertigung und mit dieser die Rechtfertigungslehre sind die Begrifflichkeiten, die theologisch für die Erlangung des Gnadenstandes benutzt wird. Eine Unterscheidung zu jemandem, über den irdisch "Recht gesprochen" wird ist unnötig. Ein Letzterer wird sich vor Gericht sicherlich rechtfertigen müssen, letztlich wird er allerdings nicht gerechtfertigt (das kann er nur selbst tun) sondern wird aufgrund der Beweislast per Urteilsspruch entweder freigesprochen oder verurteilt. Es gibt keine generelle irdisch juristische Gnade. Im Übrigen bedeutet ein menschlich irdisches Urteil nicht immer Gerechtigkeit, ein göttliches schon.

    Für den Rest Deines Postings gilt für mich, dass Du das vermutl. aus protestantischer Sicht erläutert hast. Das kann ich nachvollziehen, teile diese Anschauung allerdings nicht.

  9. #9

    Standard

    Hallo Ed :-)

    Deine Beiträge bisher lesen sich ja fast schon wie Paulus selbst :-)

    Beim lesen weiß ich allerdings nie so recht wo ich nun dran bin. Einmal liest es sich so daß "der Glaube allein" ausreiche. Und dann wiederum liest es sich so daß dann doch die Werke hinzugehören. Wie halt bei Paulus... da weiß man auch nie so recht in welche Richtung er nun wollte :-)

    Falls Du mir Antworten möchtest und es Dir möglich ist... könntest Du Dich deswegen vieleicht rein auf die Evangelien beziehen? Also alles einfach mit den Worten Jesus und auch den passenden Kapiteln/Stellen in den Evangelien unterstreichen?

    Danke schon mal herzlichst im Voraus und schöne Grüße
    Net.Krel :-)

  10. #10

    Standard

    Zitat Zitat von net.krel Beitrag anzeigen
    Hallo Ed :-)

    Deine Beiträge bisher lesen sich ja fast schon wie Paulus selbst :-)

    Beim lesen weiß ich allerdings nie so recht wo ich nun dran bin. Einmal liest es sich so daß "der Glaube allein" ausreiche. Und dann wiederum liest es sich so daß dann doch die Werke hinzugehören. Wie halt bei Paulus... da weiß man auch nie so recht in welche Richtung er nun wollte :-)
    Weil du den Glauben als eine bloße Meinung, Vermutung verstehst.
    Das deutsche Wort Glaube wird in dem hier behandelten Sinn verwendet als Übersetzung des griechischen Substantivs pistis mit der Grundbedeutung „Treue, Vertrauen“. Das zugehörige Verb lautet pisteuein („treu sein, vertrauen“). Ursprünglich gemeint war also: „Ich verlasse mich auf ..., ich binde meine Existenz an ..., ich bin treu zu ...“. Das Wort zielt demnach auf Vertrauen, Gehorsam (vergleiche: Gelöbnis, Verlöbnis), Treue.[2]
    Das lateinische Wort credere (vgl. Credo und Kreditor) von cor dare: "das Herz geben/schenken" - ist direkt verwandt mit der altindischen Wurzel sraddha- („glauben“) und ist eine sehr alte (indogermanische) Verbalkomposition. Die Bestandteile bedeuten: „Herz“ und „setzen, stellen, legen“, zusammen also etwa „sein Herz (auf etwas) setzen“. Das unbestimmte „ich weiß nicht“ entspricht hingegen dem lateinischen Wort putare ("glauben, dass").

    Im Hebräischen gibt es die Vokabel aman: sich an etwas festmachen. Die Vokabel aman mit der Schreibung „Aleph-Mem-Nun“ wird nur in der Stammesmodifikation des Hif'il (Aussprache „hä'ämin“) mit dem Wort „glauben“ übersetzt. Diese Stammesmodifikation drückt im Allgemeinen einen kausativen Aspekt der Grundbedeutung aus. Die Grundbedeutung, die auch im ursprünglich hebräischen Wort Amen erscheint, ist „fest“ oder „unerschütterlich“, die Bedeutung im Hif'il ist also „jemanden fest sein lassen“.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Glaube

    Dieser Glaube ist keine bloße Meinung, sondern ein Handeln aus dem Vertrauen heraus.
    Moses streckte den Stab aus im Vertrauen auf Gott. Daß der das Meer teilen wird. Das Ausstrecken des Stabes, war Glaube.
    Israeliten gingen sieben Tage um Jericho herum im Vertrauen auf Gott. Daß der die Mauern Jerichos zerstören wird. Das um Jericho Herumgehen, war Glaube.
    "Der Glaube aber ist eine Verwirklichung dessen, was man erhofft ..." (Hebr. 11:1) Eine Handlung, eine Tat.

    Weil du aber am allgemeinen Verständnis von Glaube festhälst, in Sinne: "Das unbestimmte „ich weiß nicht“ entspricht hingegen dem lateinischen Wort putare ("glauben, dass")", kannst du Paulus nicht verstehen.
    Wirf dein Verständnis von Glaube über Bort, und übernimm das biblische, das jüdische, dann wirst du Paulus verstehen, der durch und durch ein Jude war.

    "Da fragten sie ihn: Was müssen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen?
    Jesus antwortete ihnen: Das ist Werk Gottes, daß ihr an den glaubt, den er gesandt hat." (Joh. 6:26-27)
    Glaube ist ein Werk, eine Handlung.

    "Der Beamte bat ihn: Herr, komm herab, ehe mein Kind stirbt.
    Jesus erwiderte ihm: Geh, dein Sohn lebt! Der Mann glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm gesagt hatte, und machte sich auf den Weg.
    Noch wärend er unterwegs war, kamen ihm seine Diener entgegen und sagten: Dein Junge lebt.
    Da fragte er sie genau nach der Stunde, in der die Besserung eingetreten war. Sie antworteten; Gestern in der siebten Stunde ist das Fieber von ihm gewichen.
    Da erkannte der Vater, daß es genau zu der Stunde war, als Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt. Und er wurde gläugig mit seinem ganzen Haus." (Joh. 4:49-53)
    Aber das war auch dieselbe Stunde, in der der Vater dem Wort Jesu geglaubt, und sich auf den Weg gemacht hat. Das "sich auf den Weg machen" war Glaube. Wieder eine Handlung aus dem Vertrauen heraus.

    "Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt." (Mt. 7:21)
    Wenn jemand auch behauptet an Jesus zu glauben, aber nicht nach seinem Wort handelt, der glaubt nicht! Würde er glauben, dann würde er handeln.
    Eine bloße Meinung ist noch kein Glaube, auch wenn die Menschen es so verstehen.
    Nur eine Handlung im vertrauen auf das Wort Gottes, ist Glaube.
    Geändert von ed (28.08.2014 um 18:09 Uhr)


 

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