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Hybrid-Darstellung

  1. #1

    Standard

    Lieber Ed,

    zunächst mal möchte ich Dich bitten, keine neuen Begrifflichkeiten zu erfinden. Den Begriff "Gerechtfertigung" gibt es nicht. Es gibt natürlich "sich rechtfertigen" und "gerechtfertigt werden". Das richtige Substantiv, auch bzgl. der verschiedenen christlichen Glaubensauslegungen, heißt Rechtfertigung. Und innerhallb der Glaubenslehren zieht der Begriff der Rechtfertigungslehre, und die Frage, wodurch wir vor Gott gerecht werden.

    Eines möchte ich noch kurz klarstellen: Im folgenden möchte ich nicht widerlegen oder alles für falsch erklären, was Du geschrieben hast sondern lediglich meine Glaubensauffasungen kund tun, die der der alten Kirche und damit der altkatholischen Glaubenslehre entspricht, die ich ja bekanntlich nicht für allein gültig halte und sich von der römisch-katholischen in einigen entscheidenden Punkten unterscheidet.

    Zitat Zitat von ed Beitrag anzeigen
    Wer aber seine Gerechfertigung nicht Jesus anvertraut, sondern sie in eigene Hände nimmt, soll sehen wie er zurechtkommt.
    Denn Gott hat uns die Gerechtfertigung angeboten. Im Glauben an Jesus. So wie Er den Israeliten in der Wüste die Heilung von Schlangenbissen angeboten hatte, im Blick auf die kupferne Schlange.
    Wenn jemand das Angebot Gottes damals mißachtet hat, mußte sterben.
    Wer das Angebot Gottes heute mißachtet, bekommt das Leben nicht.
    Das Angebot Gottes ist, dass jeder durch die Erlösungstat SEINES Sohnes und durch SEINE Gnade das Heil, das ewige Leben, erlangen kann. Dazu muss man sich in einem gerechten Stand befinden. Die Protestanten sehen sich bereits durch den Glauben an unseren Erlöser allein gerechtfertigt. In den katholischen/orthodoxen Kirchen kommt jedoch noch die Verantwortung für die eigenen Taten bzgl. des Erlangens des Gnadestandes hinzu (in unterschiedlichen Variationen). Und diesbzgl. ist auch meine Überzeugung, dass der Glaube allein nicht ausreicht. Man muss das eigene Leben bzgl. der Nachfolge Christi so gut man es vermag anpassen, insbesondere wenn es um wirklich schwere Sünden geht. Wirkliche Reue und Umkehr sind wichtige Bestandteile. Und das Vortäuschen derselben nützt natürlich gar nichts, da ER die Wahrheit in uns erkennen wird.


    Zitat Zitat von ed Beitrag anzeigen
    Denn mann muß sich dessen bewußtwerden, was es heißt: Gerechtfertigung.
    ....
    Genau in diesem Sinn muß auch die Gerechtfertigung Gottes verstanden werden. Alle, die an Jesus glauben, b.z.w. ihm vertrauen, hat Gott für unschuldig erklärt.
    Das ist eben aus meiner glaubentechnischen Sicht ein Unterschied zwischen unseren Auffassungen. ER hat uns durch die Erlösungstat SEINES Sohnes nicht generell und vor allem individuell für unschuldig erklärt sondern uns durch die Hinwegnahme "der Sünde der Welt" die Möglichkeit gegeben, wieder in den Stand der Gnade zu gelangen. ER hat uns damit nicht von unserer eigenen Verantwortung freigesprochen und keine "Generalamnestie" verliehen.
    Geändert von Sarandanon (28.08.2014 um 13:17 Uhr)

  2. #2

    Standard

    Hallo zusammen,

    Zitat Zitat von Sarandanon Beitrag anzeigen
    Die Protestanten sehen sich bereits durch den Glauben an unseren Erlöser allein gerechtfertigt.
    Mir scheint, so ganz einfach ist das auch für Protestanten nicht: de.wikipedia.org/wiki/Sola_fide

    Obwohl der Artikel kurz ist, sind da mehrere hochinteressante Stellen drin:

    Zitat Zitat von Wikipedia
    Es ist dem Menschen nach lutherischer Auffassung nicht möglich, sich aus eigenen Stücken für den Glauben an Christus zu entscheiden, da der Glaube allein durch Gottes Gnade (sola gratia) zustande kommt bzw. durch das ihn erreichende Wort Gottes (solus Christus) überhaupt erst geweckt wird. Damit ist eine autonome Glaubensentscheidung, also ein Akt des freien Willens seitens des Menschen für Luther völlig undenkbar
    Also eben nicht: "Ich entscheide mich für Jesus" und schwupps ist alles gut, sondern man kommt nicht zum Glauben ohne Gottes Zutun.

    Weiter geht's: "Allein durch den Glauben" ist sogar Luthers eigene Erfindung:
    Zitat Zitat von Wikipedia
    Allerdings kommt im griechischen Urtext von Röm 3,28 das Wort „allein“ nicht vor. Es wurde von Luther verdeutlichend hinzugefügt ...
    ... als Absage an die damals gängige Praxis, seine Sünden durch Kauf eines Ablasses loszuwerden. An die Stelle des Ablasses die bloße Annahme des Glaubens zu setzen (ohne Manifestation durch entsprechende Verhaltensweisen) hätte doch nur bedeutet, einen Formalismus durch einen anderen zu ersetzen. Aus Sicht Luthers wäre das völlig sinnlos gewesen.

    An anderen Stellen in der Bibel wird gesagt, dass auch andere Dinge Bedeutung haben:
    Zitat Zitat von Wikipedia
    ... dass bei Jesus Christus ein Glaube zählt, „der durch die Liebe tätig ist“ (Gal 5,6),
    Hört, hört, hier ist auf einmal von tätiger Liebe die Rede.

    Ich denke nicht, dass ich Luthers Ansichten bezüglich des freien Willens teile, aber der Rest, der hier steht, bestätigt mich in meinem Gefühl, dass Gott eben nicht nur angebetet werden will und dass es ihm nicht wurscht ist, was die Menschen einander antun.

  3. #3

    Standard

    Zitat Zitat von Sunigol Beitrag anzeigen
    Mir scheint, so ganz einfach ist das auch für Protestanten nicht: de.wikipedia.org/wiki/Sola_fide

    Obwohl der Artikel kurz ist, sind da mehrere hochinteressante Stellen drin:


    Also eben nicht: "Ich entscheide mich für Jesus" und schwupps ist alles gut, sondern man kommt nicht zum Glauben ohne Gottes Zutun.

    Weiter geht's: "Allein durch den Glauben" ist sogar Luthers eigene Erfindung:
    Ich habe mir das für die Prtestanten auch gar nicht einfach vorgestellt. Ehrlich gesagt kann ich mir auch nicht vorstellen, dass es eben so simpel gemeint war, wie viele Protestanten es auffassen.

    Außerdem müsste man sich auch mal genauer mit der Begrifflichkeit "Glaube" befassen. Was beinhaltet dieser denn? Handelt es sich nur um ein Annehmen oder Übernehmen einer Anschauung? Ich meine nein, es geht darüber hinaus. Ich bin fest überzeugt, dass in Bezug auf den Glauben an Jesus Christus die Liebe zu IHM in diesem zwingend enthalten ist. Ebenfalls ist enthalten, was insgesamt mit seiner Erlösungstat und seinen sonstigen Taten und Worten in Zusammenhang steht. Da kann mMn auch ein Protestant nicht umhin einzugestehen, dass auch die von IHM geforderten Taten zur Rechtfertigung dazugehören.


 

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