Aus der Aidlinger Bibellese (vom 27.12.):
Vielleicht ist mancher von uns niedergedrückt und erschöpft. Wir seufzen: Und das nennt sich Weihnachtszeit! Wie soll man sich freuen können, wenn man müde und enttäuscht ist! Vergessen wir nicht: Jesus kam damals auch zu Menschen, die vom Leben hart mitgenommen waren. Das jüdische Volk lag unterdrückt am Boden und stöhnte unter der Römerherrschaft. Die Hirten auf dem Feld, über denen der Lichtglanz der himmlischen Welt aufging, waren einfache, arme Leute, die ihr Leben lang schwer arbeiten mussten.
Maria und Josef waren von der langen Wanderung erschöpft und der Verzweiflung nahe, weil sie keine Herberge finden konnten, wo Jesus zur Welt kommen sollte. Und doch wurde es damals hell, mitten in aller Nacht und Not, und die Klarheit Gottes ging auf über Menschen, die nicht wussten, wie ihnen geholfen werden sollte.
Es ist eins der tiefsten Geheimnisse Gottes: Gott kommt mit seiner Hilfe am liebsten dann in unser Leben, wenn wir mit unserem Können am Ende sind.
Er kann uns einen lieben Menschen über den Weg schicken, der uns wohltut. Er kann uns sein Wort mit neuer Überzeugungskraft aufschließen, dass es mit einer Lebendigkeit zu uns spricht wie nie zuvor.
So lange wir uns im Vollbesitz der Kraft fühlen, neigen wir leicht dazu, diese Höhe uns selbst zuzuschreiben. Wenn es aber hell wird mitten in Dunkelheit und Verzagtsein, dann wissen wir: Das haben wir nicht selbst bewirkt. Da ist Gott am Werk gewesen und hat eingegriffen, sonst wären wir in Traurigkeit versunken.
"Ich lag in tiefster Todesnacht, du warest meine Sonne,
die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne.
O Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht',
wie schön sind deine Strahlen!"
(P. Gerhardt)



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