Mehr als ein Drittel aller Psalmen sind Klagepsalmen.
Vor Gott klagen kann ich jederzeit. Klage ist kein Zeichen dafür, das mein Gebet ungläubiger ist als sonst. Nirgendwo wird so viel und intensiv gebetet wie dort, wo geklagt wird. Was gehört denn zur Klage? Ganz wichtig: Die Anrufung Gottes. Ich gehe mit dem, was mich fertigmacht, zu Gott. Ich klage Gott nicht an, ich klage zu ihm. Ich schreie nicht auf, ich schreie zu ihm.
(R. Albrecht)

Aus der Aidlinger Bibellese



Ich finds einfach gut, dass wir vor Gott klagen dürfen, dass wir ihm alles sagen können. In der Bibel heißt es: "Schüttet euer Herz vor ihm aus!" Das heißt doch: Alles raus lassen, was uns belastet, was uns Not macht.
Ich finds gut, dass wir eine Adresse haben, wo wir das können.
Und er hört zu - immer, zu jeder Zeit und überall.

Viele von euch kennen die Klagemauer in Jerusalem.
Ich hab auch mal in einer kleinen Kapelle hier in Bayern eine symbolische Klagemauer gesehen. Das fand ich gut. So was hilft uns oft. Wir können uns auch daheim eine Klagemauer schaffen, vielleicht symbolisch durch einen Stein.

Doch die Psalmen zeigen uns auch, dass man nicht beim Klagen stehenbleiben braucht. Die Psalmen gehen meist nach der Klage in Vertrauen und Dank über.

Ich finds wichtig, dass erst alles raus kommt, was in uns ist. Erst dann kann wieder neues rein.

Einen schönen und gesegneten Tag wünsche ich euch allen.

Eure Mirjamis