Hallo Lior,
Steiner ist für mich der Esoteriker par exellence. Wenn wir davon ausgehen, dass es mehr als materielle Gesetzmäßigkeiten gibt, dann muss man fragen, wie diese erkannt werden können. Und ich denke, dass das nicht besser geht, als wenn Lebendiges Lebendiges erkennt. Steiner hat da, besonders in seinem Buch "Wie erlangt man Erkenntnis höherer Welten?" den Weg sehr gut dargestellt. Esoterik ist, das schrieb auch schon Steiner, nur insofern geheim, dass eben diese Erkenntnisse nur durch Selbstentwicklung erlangt werden können, also nur, indem man einen spirituellen Weg geht. Esoterik ist demnach nichts anderes als Unterscheidungsvermögen in der den äußeren Sinnen unsichtbaren Welt. Es ist also das, was auch das Christentum "verlangt". Wir sollen da ja geistiges Unterscheidungsvermögen haben. Aber man sieht ja, wie es daran mangelt...Da stimme ich Dir zu. Parapsycholgische Phänomene wirken sich ja alle auf die physische Welt aus. Und diese Phänomene werden auch von Parapsychologen untersucht.
Was ich aber kritisch sehe ist deine Aussage über das Vermögen der Wissenschaft. Wenn du nämlich sagst, die Wissenschaft kann in Welt, die in ihren Grundlagen immateriell ist, keine Gesetzmäßigkeiten erkennen, dann würde ich hier widersprechen und sagen, sofern diese Gesetzmäßigkeiten sich auf die materielle Welt auswirken, sind sie der Wissenschaft auch zugänglich.
Aber überall dort, wo angebliche immaterielle oder unbekannte Kräfte wirken, kann die Wissenschaft zumindest deren Manifestation in der unserer Welt untersuchen. Denn wenn es solche gibt, dann lassen diese sich auch messen. Z.B. bei der Frage, ob ein Glücksbringer wirklich Glück bringt oder ob es keinen Unterschied macht und hier eher eine Wahrnehmungstäuschung vorliegt. Und sie kann auf diesem Weg auch Aussagen über die Glaubwürdigkeit metaphysischer Erklärungsmodelle machen und ggf. deren Falschannahmen belegen.
So eben auch die spontanen "Erinnerungen" an, ich drücke mich jetzt mal vorsichtig aus, vermeintliche frühere Erdenleben.
Dabei ist man zu dem Schluss gekommen, dass für eine Anzahl von Erinnerungen, frühere Erdenleben allein eine widerspruchslose Erklärung bieten. Aus diesem Grund wird gesagt, die Reinkarnation sei wissenschaftlich beweisen.Ich denke, eine Sache ist dann zu 100% sicher, wenn die gebotenen Erklärungsmöglichkeiten die Sache voll befriedigend erklären, und diese Erklärung auch nicht in Widerspruch zu anderen bekannten Tatsachen steht.
Siehst du, zu glauben, dass man diesen Zustand je erreichen kann (in seiner menschlichen Existenz) scheint mir nicht unproblematisch. Ich denke es ist wichtig, dass man niemals darin ruht nach Erkenntnis zu streben, und sich nicht mit vermeintlichen Gewissheiten begnügt. Aber wenn du zu dem Schluss kommst, das Reinkarnation und das Karmagesetz für dich 100%ig sicher ist, dann habe ich mit dieser Aussage kein Problem. Nur wenn du den Anspruch erhebst, wir anderen müssen dir darin zustimmen, oder uns als unwissend und ignorant bezeichnen lassen.^^
Eine schöne Woche dir noch
Lior
Also ich denke nicht, dass der Punkt noch kommen wird, an dem man den Zusammenhang Sonne - Erde anders erklären wird, als dass die Erde um die Sonne kreist. Meiner Ansicht nach, kann ich da 100% sicher sein, dass es sich so verhält. Ebenso bin ich 100% sicher, dass Reinkarntion und Karma unumstößliche Tatsachen sind. Das ist dann nichts was unter "Glaube" fällt, denn es kann je hinreichend erforscht und verifiziert werden. Es hat also meine Behauptung nichts mit Dogmatik zu tun.
LG,
Digido




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