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Hybrid-Darstellung

  1. #1

    Standard

    Zitat Zitat von daVinnci Beitrag anzeigen
    Vielleicht macht es ja Sinn, erst einmal zu definieren was

    * Religion
    * Glaube
    * Dogma
    * Bräuche

    eigentlich ist/sind, welche Bedeutung sie haben?
    Religion (von lateinisch religio ‚gewissenhafte Berücksichtigung‘, ‚Sorgfalt‘, zu lateinisch relegere ‚bedenken‘, ‚achtgeben‘, ursprünglich gemeint ist „die gewissenhafte Sorgfalt in der Beachtung von Vorzeichen und Vorschriften.“)
    http://de.wikipedia.org/wiki/Religion

    kodifizierte und/ oder auf Überlieferung beruhende Kult-/Glaubenspraxis und -auslegung
    ...
    So wurde mit religio die getreue Beachtung kultischer Regeln und Überlieferungen bezeichnet
    ...
    Religion wäre nach dieser Darstellung die Rückbindung an einen von Gläubigen an- beziehungsweise wahrgenommenen göttlichen Urgrund.
    http://de.wiktionary.org/wiki/Religion

    Religion ist also getreue Beachtung kultischer Regeln und Überlieferungen (in bestimmter Auslegung), die auf einen göttlichen Urgrund zurückzuführen sind.

    Glaube habe ich schon im vorigen Post definiert.

    Unter einem Dogma (altgr. δόγμα, dógma, „Meinung, Lehrsatz; Beschluss, Verordnung“) versteht man eine feststehende Definition oder eine grundlegende, normative Lehraussage, deren Wahrheitsanspruch als unumstößlich festgestellt wird.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Dogma

    Ein Brauch (von althochdeutsch bruh ‚Nutzen‘; auch Usus, von lateinisch uti ‚gebrauchen‘) ist eine innerhalb einer Gemeinschaft entstandene, regelmäßig wiederkehrende, soziale Handlung von Menschen in festen, stark ritualisierten Formen. Bräuche sind Ausdruck der Tradition.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Brauch

    Und da Religion getreue Beachtung kultischer Regeln und Überlieferungen ist, kommt sie ohne Dogmen und Bräuche nicht aus.
    Glaube allerdings kommt auch ohne Dgmen und Bräuche aus. Sie braucht nur den göttlichen Urgrund, die Offenbarung Gottes.

    Kurz nach meiner Konfirmation sagte mir jemand: "Glauben ist doch nur Geistesträgheit".
    Ich habe mich damals fürchterlich darüber aufgeregt, stand ich doch fest hinter der Bibel und Jesus, war glücklich darüber, das Jesus für mich gequält wurde und ER, mein Held, freiwillig für meine Sünden gestorben war. Dem habe ich aber meine Meinung "gegeigt".

    Zwanzig Jahre später wusste ich, dass der "Jemand" damals Recht hatte und immer noch Recht hat.

    Glauben ohne wissende Überzeugung ist blinder Glaube, ist Geistesträgheit!
    Wie sieht es nun mit dem "Glauben" aus? Ist es schlichtweg das Gegenteil von "Wissen", wie es öfter heißt? Mich mit dieser Frage nun endlich mal auseinander zu setzen, dazu hat mich der Theologe und Blogger-Kollege Hermann Aichele mit seinem aktuellen Beitrag "Ich glaub', ich glaube anders" motiviert. Er nimmt darin eine ganz witzige Twitter-Meldung über einen inzwischen zurückgetretenen Politiker zum Aufhänger:
    "Große Mehrheit glaubt nicht mehr an NN " ... Und ich dachte immer den gibt's wirklich...
    Ein nettes Spiel mit zwei grundlegenden, offensichtlich ziemlich verschiedenen Facetten des Wortes "glauben". Und es sind nicht die einzigen. Hier einige Beispielsätze:
    1. "Ich glaube, Hans wollte auch kommen": Im alltäglichen Sprachgebrauch steht "glauben" meistens für meinen, denken, vermuten – wobei der Sprecher durch die Formulierung "Ich glaube .." deutlich macht, dass er es eben nicht genau weiß. "Glauben" steht hier also für eine Qualität von Erkenntnis, die sich von "Wissen" unterscheidet. Die Einleitung "Ich glaube" stuft die Zuverlässigkeit der nachfolgenden Aussage herab.
    2. "Ich glaube an dich": Dieser Satz drückt einen Zuspruch aus, \etwa im Sinne von "du schaffst das", und – sofern der Sprecher aufrichtig ist – durchaus auch eine feste Überzeugung. In diesem Sinne war das Zitat in der Twitter-Meldung ursprünglich gemeint. Mit einer Herabstufung einer Aussage-Zuverlässigkeit hat das "glauben" hier nichts zu tun. Stattdessen beschreibt es Vertrauen und innere Nähe, stiftet Beziehung, bewegt sich damit auf einer ganz anderen – ich würde sagen: existenzielleren – Ebene als die sachliche Aussage aus Beispiel 1.
    3. "Klein Hänschen glaubt noch an den Osterhasen": Hier bedeutet "glauben an XY" so viel wie "von der Existenz von XY ausgehen" – so hat der Twitterer aus dem Beispiel ganz oben die zitierte Schlagzeile (bewusst) falsch verstanden. Anders als in Fall 1 schließt "glauben" hier keine Unsicherheit von Hänschens Seite ein – er würde wohl kaum von sich sagen "ich glaube an den Osterhasen", sondern so über den Osterhasen reden, als sei dessen Existenz gewiss. Der Sprechende weiß dagegen, dass es keinen Osterhasen gibt. Insofern hängt "glauben" hier wie in Beispiel 1 eng mit "nicht wissen" zusammen – anders als dort wird dem Glaubenden (also Hänschen) hier Verblendung unterstellt.
    4. "Hänschen glaubt seinen Eltern": Hier liegt gewissermaßen die tiefere Wahrheit bezüglich des Osterhasen aus Beispiel 3. "Glauben" heißt, jedenfalls in Verbindung mit einem Dativobjekt, der Aussage des anderen zu trauen. Es handelt sich hier \wieder um einen existenziellen Vorgang auf der Beziehungsebene. Für den Glaubenden drückt "ich glaube" hier keineswegs die Unsicherheit seines Wissens aus, sondern Vertrauen und die Bereitschaft, sich auf dessen Aussage zu verlassen.
    5. "Ich glaube, dass das Wetter heute schön bleibt" – sprach's und startete in T-Shirt und Shorts, ohne weitere Kleidung im Gepäck, zur großen Fahrradtour. Gerne bildet \man ja Beispielsätze mit "glauben" und "Wetter" im Sinne von Fall 1, wo die Betonung der Ungewissheit im Vordergrund steht. Hier aber bringt "glauben" eine Überzeugung mit existenzieller Dimension zum Ausdruck, ganz analog zu Beispiel 4.
    http://www.evangelisch.de/blogs/glaube-und-wissen/114621/30-03-2012

    Welchen Glauben hattest du denn?
    Geändert von ed (13.04.2016 um 19:13 Uhr)

  2. #2

    Standard

    Der Sprechende weiß dagegen, dass es keinen Osterhasen gibt. Insofern hängt "glauben" hier wie in Beispiel 1 eng mit "nicht wissen" zusammen – anders als dort wird dem Glaubenden (also Hänschen) hier Verblendung unterstellt.
    4. "Hänschen glaubt seinen Eltern": Hier liegt gewissermaßen die tiefere Wahrheit bezüglich des Osterhasen aus Beispiel 3. "Glauben" heißt, jedenfalls in Verbindung mit einem Dativobjekt, der Aussage des anderen zu trauen. Es handelt sich hier \wieder um einen existenziellen Vorgang auf der Beziehungsebene. Für den Glaubenden drückt "ich glaube" hier keineswegs die Unsicherheit seines Wissens aus, sondern Vertrauen und die Bereitschaft, sich auf dessen Aussage zu verlassen.
    Ein treffendes Beispiel. Der kindliche Glauben an den Osterhasen wird nicht dazu beitragen, dass es ihn, den Osterhasen, gibt.

    Nun wird "Hänschen" zum Hans und Hans ist (im Idealfall) auf eine höhere Bewusstseinsebene gelangt und nun weis Hans: Es gibt keinen Osterhasen. Es wird ihn auch dann nicht geben, wenn der Osterhase zum Dogma erklärt wird.

    Für mich gibt es auch ein Dogma: Der Schöpfer macht keine Fehler, denn ER ist vollkommen und aus Vollkommenes kann nur Vollkommenes kommen und...ER richtet sich nicht nach meinem Glauben.

  3. #3

    Standard

    Zitat Zitat von daVinnci Beitrag anzeigen
    Ein treffendes Beispiel. Der kindliche Glauben an den Osterhasen wird nicht dazu beitragen, dass es ihn, den Osterhasen, gibt.
    Wenn das dein Glaube war, dann wundert mich nicht, daß du ihn aufgegeben hast. Hätte ich höchst warscheinlich auch.

    Für mich gibt es auch ein Dogma: Der Schöpfer macht keine Fehler, denn ER ist vollkommen und aus Vollkommenes kann nur Vollkommenes kommen und...ER richtet sich nicht nach meinem Glauben.
    Eben. Seine Vollkommenheit richtet sich nicht nach deiner Vorstellung von Vollkommenheit.

  4. #4

    Standard

    Seine Vollkommenheit richtet sich nicht nach deiner Vorstellung von Vollkommenheit.
    Ja, das stimmt.

    Aber meine Aufgabe ist/war es heraus zu finden, nach welchen Gesetzen Schöpfung funktioniert und was es für mich bedeutet: "Was ich säe werde ich ernten" und "Ihre Werke folgen ihnen nach" und "...werden ausgelöscht aus dem Buche des Lebens".

    In den Religionen, Kirchen und Moscheen fand ich die Antworten nicht.

  5. #5

    Standard

    Zitat Zitat von daVinnci Beitrag anzeigen
    meine Aufgabe ist/war es heraus zu finden, nach welchen Gesetzen Schöpfung funktioniert und was es für mich bedeutet: "Was ich säe werde ich ernten" und "Ihre Werke folgen ihnen nach" und "...werden ausgelöscht aus dem Buche des Lebens".
    Richtig.

    Nicht so lange her sah ich eine Sendung über irgendeinen der ägyptischen Götter.
    Im Tempel, im Allerheiligsten stand die Statue dieses Gottes, der für die Weltordnung zuständig war.
    Ein mal im Jahr wurde diese Statue rausgetragen und dem Volk gezeigt. Die Welt ist quasi noch in Ordnung.

    In Israel befanden sich im Allrheiligsten die Gesetzestafeln. Gott wurde durch das Gesetz presentiert. Was nahelegt, daß die gesammte Schöpfung nach bestimmten Gesetzen/Gesetztkäßigkeiten funktioniert.
    Und im Buch Hiob, wo Gott Willkür unterstellt wird, verweist Gott auf die Gesetze der Schöpfung.
    Um Gott zu erkennen, muß man die/seine Gesetze verstehen.

    1 Mein Sohn, wenn du meine Reden annimmst und meine Gebote bei dir verwahrst,
    2 indem du der Weisheit dein Ohr leihst, dein Herz dem Verständnis zuwendest,
    3 ja, wenn du den Verstand anrufst, zum Verständnis erhebst deine Stimme,
    4 wenn du es suchst wie Silber und wie Schätzen ihm nachspürst,
    5 dann wirst du verstehen die Furcht des HERRN und die Erkenntnis Gottes gewinnen. (Spr. 2)

    In den Religionen, Kirchen und Moscheen fand ich die Antworten nicht.
    Weil jede Religion nur einen kleinen Teil der Offenbarung Gottes lebt. Der übberwiegende Rest besteht aus menschlichen Dogmen, Regeln und Bräuchen.
    Man sollte weniger in der Religion suchen, und mehr in der Offenbarung Gottes.
    Leider können viele die Offenbarung Gottes nicht von der Religion unterscheiden.

  6. #6

    Standard

    Um Gott zu erkennen, muß man die/seine Gesetze verstehen.
    Um sie zu verstehen muss ich sie aber erst einmal kennen.

    Leider können viele die Offenbarung Gottes nicht von der Religion unterscheiden.
    Nicht nur das, sie werden z. T. von den Religionsvertretern, die um ihre irdische Macht und ihren Einfluss fürchten, sogar aktiv bekämpft.

    Vor einigen Jahren habe ich einmal eine Veranstaltung der Sektenbeauftragten des Bistums Essen besucht. Es war unglaublich wie diese Lady gegen alles vom Leder zog, was nicht rk war. :-(

  7. #7

    Standard

    Zitat Zitat von daVinnci Beitrag anzeigen
    Um sie zu verstehen muss ich sie aber erst einmal kennen.
    Richtig.
    Und die Gesetze der Natur lernt man kennen indem man die Natur beobachtet.
    Die Gesetze des Geistes aber hat Gott uns in seinem, von ihn dazu ausserwähltem, Volk mitgeteilt.

    Nicht nur das, sie werden z. T. von den Religionsvertretern, die um ihre irdische Macht und ihren Einfluss fürchten, sogar aktiv bekämpft.
    Stimmt. Und die einzig wirksame Methode, gegen solche Machtgier vorzugehen, ist das Wort Gottes zu predigen. Denn nur Gott steht über jede menschliche Macht.


 

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