Hallo eddy, in Bezug auf das damalige Geschehen, also was die geradezu verbissene Tötungsforderung des Hohen Rats bezüglich Jesus Christus anbelangt, ist aus meiner Sicht wichtig zu sehen, dass damals im Judentum das Töten von Menschen für dies und das als von "Gott" befohlen worden galt und deshalb vollumfänglich so umgesetzt werden müsse.
In den Augen der Pharisäer war Jesus aufgrund seiner - den ihren weitgehend widersprechenden- Lehren, seines Verhaltens (durch Heilen am Sabbat Verstoss gegen die Sabbatheiligung was ja mit dem Tode durch Steinigung bestraft werden musste) der Böse, der Übertreter von Gesetzesvorschriften.
Du weisst ja, wie Paulus extreme innere Freude, Genugtuung empfand, als Stephanus gesteinigt wurde. Er wuchs ja auch unter dem Irrglauben auf, Töten für dies und das müsse sein, und solche die etwas Anderes, gar Gegenteiliges lehrten und verbreiteten was Jahwe dem Mose diktiert habe, müssten für immer zum Schweigen gebracht werden. Darum war Paulus ja auch als Christenverfolger bekannt, als er sich noch innerlich vollkommen der gesamten Tora verpflichtet fühlte.
Nach seiner Bekehrung hatte er noch anfänglich Mühe sich von seiner einstigen -von ihm vorher als "normal" geltenden- Bosheit gegenüber Andersgläubigen vollkommen abzuwenden. Er kämpfte anfänglich wohl dagegen an, weiterhin gottlos zu handeln, was ihm nicht immer gelang, wie er selber sagte (was von den Evangelikalen Fundamentalisten auf Mensche allgemein übertragen wurde und wird) Es war wohl ein nicht einfacher Wandlungsprozess, aber mit wachsendem Erfolg, bei sich und bei andern, die er aufklärte, was wirklich zu tun und zu lassen sei, um nurmehr das Gute zu tun, uns so dem allein wahren Gott zu dienen und natürlich auch den Mitmenschen mit Achtung und Restpekt zu begegnen.
Jesus sagte seinen Verfolgern klar, sie hätten den Teufel zum Vater und nach dessen (Mord-) Gelüste wollten sie nun ihn umbringen (was ja klar längst vorhersehbar war ja so kommen musste aufgrund ihrer Verbohrtheit, ihrer Hartherzigkeit, Gesetzlichkeit ihrer Prägung durch die entsprechenden Gesetze) dieser sei ein Mörder und Lügner von Anfang an.
Umgekehrt sagten die Vertreter Jahwes Gesetze an Moses, Jesus habe den Teufel, sei ein Sünder etc.worauf Jesus antwortete:
Joh. 8.46 Welcher unter euch kann mich einer Sünde zeihen? So ich aber die Wahrheit sage, warum glaubet ihr mir nicht? () 47 Wer von Gott ist, der hört Gottes Worte; darum hört ihr nicht, denn ihr seid nicht von Gott.
Es ist ganz klar ersichtlich in der Bibel, dass die Verfolger Jesus eine ganz andere Auffassung von "Gott", gerecht oder ungerecht/gottgefällig oder gottlos in Sache Denken und Handeln hatten als Jesus. Sie verliessen sich vollkommen auf die Überlieferungen in den Hl.Schriften, also der Tora und wenn da stand, für dies und das sei jemand zu steinigen, dann war das für sie keineswegs gottloses/bösartiges Handeln aus unserer Sicht, sondern "göttlich" angeordnete Pflicht und somit gut.
Es gibt ja viele Christen, also insbesondere jene die tatsächlich das AT und das NT gleichermassen als einzige Autorität für Glaube und Lebensführung bezeugen, welche alle Untaten/Kriegstreibereien etc Jahwes, also Aufrufe zu Mord und Totschlag gegenüber Freunden als Treuebeweis ihm gegenüber oder gemäss Steinigugnskatalog in der Tora dermassen vehement verteidigen und nicht zulassen solche Gottlosigkeiten zu kritisieren. Gott habe schon gewusst warum dies und das habe sein müssen, Gott sei heilig und er habe ein heiliges Volk gewollt. Im Alltag sind solche sicherlich auch ganz liebe Menschen, sie wuchsen ja hier auf, wo ja jene gottlosen mosaischen Gesetze längst ohne Belang sind.
Also, was ich mit meinen ganzen Ausführungen hier aufzeigen möchte. Die Verfolger von Jesus fanden es nicht als Böse, Jesus töten zu lassen sondern als ihre Pflicht um das Volk daran zu hindern, davor zu schützen, durch Jesus Lehren von den bislang geltenden -angeblichen- Gotteslehren in den Büchern Mose abzukommen und somit verdorben zu werden.
lg starangel




Zitieren


Lesezeichen