Vergeben soll göttlich sein, heißt es. Aber wie kann man jemanden vergeben, der einem das ganze Leben zerstört hat, sowie das anderer Menschen? Christen verlangen leicht, das man dem Peiniger vergeben soll, aber dabei haben sie selbst diese Peinigungen nie erlebt.
In einem Forum, in dem ich bin, berichtete ein Bekannter vom Selbstmord seines Partners. Nicht, weil er sterbenskrank oder verwirrt war, beging er Selbstmord, sondern weil seine Familie und seine Kirche ihn nicht so akzeptierte, wie er war.
In einem anderen Forum gläubiger Menschen, in dem ich ebenfalls bin, erzählte vor Jahren eine ehemalige Zeugin Jehovas, die von ihrem Vater über Jahre vergewaltigt wurde, dass ihre Versammlung von ihr forderte, ihm zu vergeben, so dass er weiter ein ZJ sein könne (um weiter Kinder zu vergewaltigen). Sie weigerte sich und wurde ausgeschlossen, während der Peiniger weiter in dieser Sekte, zu Recht als "Pädophilenparadies" bezeichnet, sein kann.
Komisch, dass immer die Opfer vergeben sollen, und die Täter außer einem "es tut mir leid", nichts tun brauchen.
Traurige Geschichten. Da möchte ich auch nichts zu sagen, weil mir das viel zu wenig Informationen sind, man hört nur die eine Seite. Jeder der Hilfe braucht kann sie sich selber welche holen, um an seinem Problem zu arbeiten; da gibt es verschiedene Mittel und Wege.
Eigentlich hattest Du selbst von Vergebung geschrieben, dass Du in der Kindheit etwas erlebt hast, was Du nicht verzeihen kannst. Warum hältst Du dich an anderen fest, die nicht verzeihen wollen?
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