Als Vater lasse ich meinen Kindern die Freiheit der Entscheidungen, aber ich warne sie, anhand der Bibel, zu welchen Folgen diese oder jene Entscheidung führen wird. Natürlich bleibe ich ihr Vater, egal wie sie sich entscheiden. Aber, da ich ihnen manche unangenehme Momente, Peinlichkeiten und Leiden ersparen möchte, bin ich gezwungen sie vor den Folgen ihrer Entscheidungen zu warnen. Und hier komme ich warscheinlich als Mann zum Ausdruck: ich hab nicht das Bedürfnis (wie es bei Frauen ist) mich auszusprechen. Ich drücke meine Warnungen meistens in Bibelzitaten aus. Das erspart stundenlanges Rumdiskutieren. Und meine Kinder sind an meine Art schon gewohnt. Nur wenn der Bezug der Bibelzitaten zur Situation unklar ist, muß ich mich erklären.Der Philosoph Otto Friedrich Bollnow hat Sanftmut folgendermaßen umschrieben:
"Die Sanftmut steht im Gegensatz zur Gewaltsamkeit. ... Sanft ist er (der Mensch), wenn er sich nicht vom Zorn hinreißen läßt, ohne vermeidbare Härte im Affekt, weich und behutsam. Sanftmut bezeichnet dabei nicht nur eine Weise des Verhaltens, sondern mehr noch eine Beschaffenheit der Gesinnung. ... Die Sanftmut des Verhaltens verbindet sich sodann mit der Behutsamkeit im Umgang. Diese Behutsamkeit ist eine Art von Vorsicht, die keinen Schaden an den andern Menschen ... herankommen lassen will." (Bollnow, Die Tugend der Geduld)[4]
Das diese Art hier von vielen als kalt und hart empfunden wird, zeigt nur wie bibelfremd sie sind.
"Freu dich, junger Mann (Frau), in deiner Jugend, sei heiteren Herzens in deinen früheren Jahren! Geh auf den Wegen, die dein Herz dir sagt, zu dem, was deine Augen vor sich sehen. Aber sei dir bewußt, daß Gott dich für all das vor Gericht ziehen wird." (Koh. 11:9.)
Im Sinne des zweiten Satzes sprechen sich viele aus. Und es gefällt ihnen ihn zu hören. Aber den dritten Satz möchten sie nicht hören.
Nun, richtige Liebe verschweigt den dritten Satz nicht. Wo der dritte Satz verschwiegen wird, da gibt es keine richtige Liebe. Das Verschweigen des dritten Satzes kommt aus der Unverantwortlichkeit (und aus dem Unglauben), und hat Schaden und Leiden zur Folge, was die Liebe (und die Sanftmut) dem Nächsten doch ersparen, b.z.w. ihn davor bewahren will.
Muß man unbedingt so viel reden b.z.w. schreiben bis die Menschen es endlich begreifen?




Zitieren


Lesezeichen