OPEN DOORS GEBETSMAIL – 06. Februar 2009
Saudi Arabien: 28-jähriger ehemaliger Muslim verhaftet
Saudische Beamte verhafteten am 13. Januar den 28-jährigen ehemaligen Muslim, Bin Saleh, nachdem er im Internet von seiner Bekehrung zum Christentum berichtet hatte. Vor fünf Monaten wurde die 26-jährige Fatima Al-Mutairi ermordet. Auch sie hatte im Internet über ihren Glauben an Jesus geschrieben. Laut Gulfnews.com soll ihr Vater, ein Beamter der Religionspolizei, ihr nach einem heftigen Streitgespräch über Religion die Zunge herausgeschnitten und sie bei lebendigem Leibe verbrannt haben. Bin Saleh studierte in Jordanien englische Literatur und las in den Ferien Religionsvergleichende Bücher. Er besaß auch eine Bibel. „Ich verschenkte die Bücher, bevor ich nach Saudi Arabien zurückging. Denn mit solchen Büchern erwischt zu werden, hätte mir dunkles Gefängnis eingebracht.“
Bekehrung zu Jesus
Auf seiner jetzt gesperrten Internetseite schrieb Bin Saleh über seine Bekehrung zu Jesus. Er sei Zeuge einer öffentlichen Enthauptung von drei im Zusammenhang mit Drogen verurteilten Pakistanern gewesen. Erschüttert über dieses Erlebnis beschäftigte er sich genauer mit islamischer Geschichte, dem islamischen Recht (Scharia) und der saudischen Justiz. Ernüchtert stellte er für sich fest: Im Königreich verfolgt man strafrechtlich nur arme Saudis und Ausländer.
Als er las, wie Jesus einer wegen Ehebruchs verurteilten Frau vergab, anstatt sie zu steinigen, bekehrte er sich zum Christentum. „Bittet um das Licht Gottes", schrieb er in seinem Blog (Internettagebuch) am 22. Dezember 2008. „Vielleicht sind in Saudi-Arabien keine Bücher erhältlich, anhand derer ihr die Lehren von Mohammed und die Lehren Jesu vergleichen könnt, aber im Internet gibt es viele Quellen, durch die ihr in die Arme des Vaters der Errettung gelangen könnt."
In Saudi Arabien wird eine besonders strenge Form des Islam (Wahhabismus) praktiziert. Das Rechtssystem basiert auf der Scharia, die für Blasphemie bzw. die Beleidigung des Islam oder seines Propheten Mohammed die Todesstrafe fordert. Ebenso ist die Bekehrung vom Islam zu einem anderen Glauben ein todeswürdiges Verbrechen, wenngleich es in den vergangenen Jahren keine bestätigten Berichte über offizielle Hinrichtungen wegen Blasphemie oder Apostasie gegeben hat. Unter den 27 Millionen Einwohnern leben 980.000 Christen, meistens Ausländer. Schätzungsweise 1.000 einheimische Christen soll es geben, die im Geheimen ihren Glauben leben.



Zitieren


Lesezeichen