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  1. #101

    Standard

    Es stimmt mich fast nachdenklich, dass das "Ziel" sein kann für Menschenseelen, denn wie weit sind wir denn entfernt von unserem Ursprung, dass wir tatsächlich erst "lernen" müssen unsere Wurzel ("Gott") wahrzunehmen?

    ich will euch gar nicht im Thema stören, es freut mich, dass ihr so regen Austausch habt (ein Hallo an Provisorium )

    Da es aber Provisorium doch beschäftigte, als ich diesen Satz schrieb, will ich nur kurz erwähnen, dass ich es nicht "abwertend" oder als Unverstehen in dem Sinne (menschlich betrachtet) meinte.

    Manchmal sind die Blickwinkel einfach sehr verschieden. Ich meinte Betonung auf ZIEL eines Lebensplanes, denn ich gehe persönlich davon grundlegend aus, dass alle Menschenseelen eine Verbindung zur Wurzel haben und in sich tragen. So also im Zusammenhang war dieser Satz getippt, ohne in dem Fall den Blickwinkel anderer Religionen/Glaubensformen in dem Moment einzunehmen. (Wie sich zeigt, immer ein Fehler, weil es schnell zu anderem Verstehen beim Leser führt.) Daran lerne ich erneut, meine Worte noch bewußter zu wählen, Danke für den Hinweis.

    einen schönen Austausch euch beiden

    l firefly

  2. #102

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    Hallo Firefly

    nee also mich störst Du auf keinen Fall und ich bin mir sicher Bruder Provisorium auch nicht... wage ich zu behaupten :-) Zudem ist es ja auch "Dein Thread" :-)

    Mir kam heut früh der Gedanke daß es evtl. am besten wär all die ganzen "alten Geschichten" einfach ad'akta zu legen.

    Wir haben zu wenig Möglichkeiten um in "deren Köpfe" im Nachhinein hineinzusehen... was und wie sie wirklich dachten... die paar Fragmente an (auch widersprüchlichen, und imho auch fragwürdigen) Überlieferungen über sie reichen nicht aus... bleibt einem zum großteil einfach nur die reine Spekulation übrig... gemischt natürlich stehts mit der "eigenen Farbe"...


    Wir kennen weder "einen Paulus" wirklich... noch einen Konstantin... noch irgendeinen aus damaliger Zeit...


    Was geht uns zB heute deren Problem mit ihrer religiösen Opferei an? Das ist alles in meinen Augen Vergangenheit und irrlevant für "Heute".

    Natürlich hängen zwar noch viele im Christentum an den Grund-Prinzipien des Opfertums an... denen würd ich das eigentilch auch empfehlen: Einfach alles loslassen von deren damaligen Problematiken und sich auf "das heute" konzentrieren.

    Nach den "Aposteln" von heute Auschau halten... die gibt es immer noch "überall verstreut"... oder, eigentich noch besser, durch zB Kontemplation der Wurzel in sich selbst begegnen und sich von ihr inspirieren lassen.... was gibts besseres als Wasser direkt aus der Quelle? Quasi ohne Konservierungsstoffe :-)

    Übrigens: "Meine Wurzel" sagt mir daß es "kontraproduktiv" ist, die Kritk so zu üben wie ich sie übe... für mich und für alle anderen...

    ...


    Denk mir dann: Nicht da sonst noch ein paar Nazis in ein paar hundert Jahren kommen, und die Kritik dann zufällig lesen, und meinen ich hätte - "im Namen Gottes" - zum bewaffneten Kampf gegen das Christentum aufgerufen... wäre mir natürlich sehr unangenehm...

    lg Net.Krel :-)
    Geändert von net.krel (12.03.2018 um 05:05 Uhr)

  3. #103
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    Schönen guten Morgen,

    In meinen Augen hat sich Weltweit eine falsche Variante von Jesus (Lehren) vorwiegend ausgebreitet. Eine "tote Jesuslehre". Symbol: Toter Jesus am Kreuz. Der "Kern"... Das Zentrum... angeblich "das Evangelium"...

    Ich denk an diesen Punkt treffen wir uns noch, oder Provisorium?
    Also ich persönlich würde das jetzt nicht eine falsche oder tote Variante von Jesu Lehren nennen wollen, sondern vielleicht eher den hilflosen und insgesamt eher gescheiterten Versuch einer Institutionalisierung der Lehren Jesu. Die Trennlinie verläuft für mich nämlich weniger zwischen "wahr oder falsch", "lebendig oder tot", sondern vielmehr zwischen "Gottes Reich und weltlichen Reich".

    Jesus sagte ja selbst, dass sein Reich nicht von dieser Welt ist, weshalb es nicht verwundern sollte, dass sich auf Grundlage der Lehren Jesu nur sehr ungenügend eine mit weltlicher Macht ausgestattete Institution Kirche bauen lässt. Versucht hat man es trotzdem und sich dabei von den Reichtümern der Welt so sehr korrumpieren lassen, dass das Reich Gottes zunehmend aus dem Blickwinkel verschwand. Und dass das nicht gut war/ist, darauf könnte ich mich mit dir einigen..:-)

    Dafür hat Rom imho auch gesorgt... Kein Kriegerisches System läßt Literatur zu die es nicht will... und Rom wollte nur "seine Bibel"... eben Bibelfundametnalismus.
    Ne du, das sehe ich aufgrund bereits erwähnter Gründe anders. Die Schriften des Neuen Testamentes kursierten schon lange vor Festlegung des Kanons in vielfacher Abschrift (und sicher auch als Varianten) in den christlichen Einflussgebieten. Rom konnte den Kanon zwar insofern bestimmen, weil sie es waren, die entschieden was rein kommt und was nicht, aber es gab diesbezüglich tatsächlich nie die Notwendigkeit einen Konzilbeschlusses, der die Kanonisierung per Dogma verordnet hätte. Die Christen in aller Welt mussten also ganz grundsätzlich mit der Zusammenstellung des Kanons weitestgehend einverstanden gewesen sein. Sonst wüsste man heute von viel krasseren Auseinandersetzungen, die ja in anderen Fällen (Trinitätsdogma) auch nicht gescheut wurden.

    Ich will damit jetzt aber nicht sagen, dass da rein gar nichts verändert und angepasst wurde (aus der Apostelin Junia wurde ja z.B. ein Junianus, was heute als gesichert gelten kann), aber bei deiner Kritik an Rom könnte man ja fast schon den Eindruck gewinnen, dass die Römer den biblischen Kanon am Reißbrett entworfen hätten, um ihre Machtinteressen zu sichern... ;-) Das war ganz bestimmt nicht so.

    Natürlich wüssten wir nichts über den histoischen Jesus und die ganze Geschichte drum herum da das ja alles in der Geschichte dann unter gegangen wäre... diese Wahrscheinlichkeit bestand imho aufjedenfall... so oder so.

    Die Offenbarungen Gottes wären imho dennoch weiter gegangen. Besser gesagt: Sie sind, imho, so oder so weitergegangen... auch "nach Christi"... ich glaube das Gott niemals aufhören wird "sich den Menschen zu offenbaren"...

    Wenn Jesus Lehren Universell waren (was ich aufjedenfall glaube) dann wären sie über andere Wege oder "Söhne Gottes".. "Propheten"... "Apostel"... spirituelle Lehrer, "Gott Nahestehende" etc... (wie mans auch immer nennen möchte) zu uns gelangt.
    Weißt du, jeden Morgen, wenn ich aufwache, die Augen aufschlage und aus dem Fenster schaue, offenbart sich mir ein ganz kleines Stück von dem, was Gott mir offenbaren möchte. Gott ist für mich immer ein Gott der Gegenwart, der Präsenz und Unmittelbarkeit. Er ist mir näher, als ich mir selbst bin.

    Aber der Grund, weshalb ich das so empfinde und der Grund, weshalb ich das, was ich empfinde, in diesen Worten ausdrücke, liegt schlussendlich allein darin verborgen, dass es den historischen Jesus so gegeben hat, wie es ihn gegeben hat und viele Menschen dann so über ihn berichteten, wie sie über ihn berichteten und diese Berichte dann auf diese Weise zu mir gelangten, wie es geschah...

    @firefly:

    ich will euch gar nicht im Thema stören, es freut mich, dass ihr so regen Austausch habt (ein Hallo an Provisorium )
    Huhu. Also ich persönlich wäre dir sehr dankbar, wenn du "unser Thema" um deine Meinung bereichern würdest!

    Da es aber Provisorium doch beschäftigte, als ich diesen Satz schrieb, will ich nur kurz erwähnen, dass ich es nicht "abwertend" oder als Unverstehen in dem Sinne (menschlich betrachtet) meinte.
    So hatte ich dich auch gar nicht verstanden, firefly. Nichts an deiner Argumentation fand ich irgendwie abwertend. Vielmehr konnte ich nicht recht verstehen, wieso du der Meinung sein solltest, dass sich alle Menschen als mit einer Wurzel verbunden verstehen/erleben? Dass die Menschen sich irgendwann auf die Suche nach dieser Wurzel begeben und sich das Ziel setzen, sie zu finden, kann ich schon verstehen, aber dass sie von Beginn an, sozusagen als Startpunkt, aus der Wurzel heraus bewusst ihr Leben gestalten, entspricht halt ganz einfach nicht meiner persönlichen Erfahrung mit den Menschen und so hatte ich dich zunächst missverstanden.

    Jetzt, wo du die Betonung klar auf "das Ziel" legst, sind alle Missverständnisse bereinigt...:-)

    LG
    Provisorium
    Gott ist ein Gott der Gegenwart. Wie er dich findet, so nimmt und empfängt er dich, nicht als das, was du gewesen, sondern als das, was du jetzt bist. (Meister Eckhart)

  4. #104

    Standard

    Hallo Provisorium

    was den Einfluß der Welt-Kriegs-Macht Rom auf die Überlieferungen und Weitergabe der Lehren Jesus betrifft haben wir dann, nach wie vor, unterschiedliche Ansichten bzw. Spekulationen.

    Wenn ich Dich richtig verstanden haben ist Dein Standpunkt in etwa dieser: Rom hat die Lehren Jesus, im großen und ganzen, sowohl schriftlich als auch sinngemäß, doch noch "einigermaßen korrekt" überliefert. Eine Verfläschung - weder bewust noch unbewust - fand kaum statt. Wäre "dem Rest" zu sehr aufgefallen.


    Berichtige mich aber bitte gerne, falls ich Dich falsch verstanden habe.


    Meine Spekulation hingegen lautet:

    Eine (Welt)kriegerisches System, wie es zB rom war, ist erst noch gar nie in der Lage gewesen, jegwelche Gotteslehren Sinngemäß der ursprünglichen Lehre zu überliefern. Weder "kanonisiert schriftlich", noch mündlich, noch per Predigt über ihre Institutionellen kirchen.

    Weil daß ihre Auflösung - und die eines jeglichen "Kriegerischen Reiches" - gleichzeitig bedeuten würde.

    Anders gesagt: Man kann zB nicht andere Länder überfallen... und gleichzeitig die Lehren Jesus ihrem wahren Sinne nach "überliefern"... "kanonisieren"... lehren... geschweige denn praktisch danach Leben.

    Das wäre wie wenn zB Hitlers "Kirche der deutschen Christen" (DC) den Anspruch gehabt hätten (hatten sie ja sogar auch), die Lehren Jesus zu vertreten, sie zu lehren, der Nachtwelt zu hinterlassen und eine "Kanonische Schrift-Auswahl" ihrer zu erstellen.... von allen Ansichten über Jesus und seinen Lehren die im "ganzen Reich" nunmal so rumschwirrten...

    Was wäre dabei wohl am Ende rausgekommen? Gerne alles mögliche... aber imho unmöglich das, was Jesus dem Sinn nach lehrte.


    ...


    Der Grund für diese meine Spekulation ist folgender:

    Imho kann man eine "wahre Gottes Lehre" nur in dem Grad Sinngemäß überliefern/lehren/predigen/"kanonisieren"... --> in dem Grad, wie man sie selbst innerlich erkannt und erfasst hat und (!) danach - ganz praktisch - aus eben dieser Erkenntnis heraus auch lebt.


    Eine "wahre Gottes Lehre" wiederum ist, für mich persönlich zumindest, niemals vereinbar mit Weltherrschafts-Angriffskriegen. Eins von beiden muss man unweigerlich los lassen. Seis auf bewuster oder auf unbewuster Ebene... Entweder die Gottes-Lehre, oder die Idee die Welt mit Waffengewalt erobern zu wollen.

    Beides gleichzeitig zu "halten" geht imho nicht.... denn "die Gotteslehre" würde in meinen Augen niemals Gewalt gegen andere zustimmen... Außer man "verzerrt" sie... oder "versteht sie falsch"... dreht sie (bewust oder unbewust) ins Gegenteil um so daß man sich am Ende auf die Fahne schreiben kann: Wir erobern die Welt --> Wir ziehen in die Kreig... Im Namen Gottes. Gott will es. Gott ist mit uns. etc...

    Und genau das passierte - seis zur "Romherrschafts Zeit" ... seis davor.. seis danach --> durch die nicht nur "christliche Geschichte" sondern durch die gesamte uns bekannte Menschheisgeschichte hindurch.

    Immer und immer wieder. Religions- Zeit und Kultur übergreifend.

    Bis zum heutigen Tag imho noch.

    Daher also ist meine Variante diese, daß "rom"... für "die Essenz" der Lehren Jesus, von Anfang an erst gar nie ein geeigneter Träger war... und auch gar nicht sein konnte.


    Was aufjednefall ein Fehler ist --> sie deshalb zu "verfluchen".

    Aber genauso ein Fehler wäre es imho (quasi das gegenüberliegende Äquivalent), einem Kriegsreich zuzusprechen, ein auch nur einigermaßen kompetenter und/oder vertrauendwürdiger Träger wahrer Gotteslehren ihrem Sinne nach gewesen zu sein.



    Zitat Zitat von Provisorium Beitrag anzeigen
    jeden Morgen, wenn ich aufwache, die Augen aufschlage und aus dem Fenster schaue, offenbart sich mir ein ganz kleines Stück von dem, was Gott mir offenbaren möchte. Gott ist für mich immer ein Gott der Gegenwart, der Präsenz und Unmittelbarkeit. Er ist mir näher, als ich mir selbst bin.
    Was ich Dir aufjedenfall glaube... das steht für mich außer Frage. Und auch daß Gott ein Gott der Lebenden und Gegenwart ist seh ich genauso.

    Zitat Zitat von Provisorium Beitrag anzeigen
    Aber der Grund, weshalb ich das so empfinde und der Grund, weshalb ich das, was ich empfinde, in diesen Worten ausdrücke, liegt schlussendlich allein darin verborgen, dass es den historischen Jesus so gegeben hat, wie es ihn gegeben hat und viele Menschen dann so über ihn berichteten, wie sie über ihn berichteten und diese Berichte dann auf diese Weise zu mir gelangten, wie es geschah...
    Das wiederum ist bei mir anders.
    Aber zumindest kann ich nun, glaub ich, ein bischen besser verstehen warum Du bzgl. "rom" einen anderen Standpunkt inne hast als ich.

    Denn hätte "rom" sich nicht für "das Christentum" entschieden (unabhängig grad nun "vom Grad der Verzerrung")... wäre der "historische Jesus" vermutlich in der Geschichte unter gegangen... so zumindest hatte ich den Vorbeitrag von Dir auch verstanden.


    Und Du hättest dann natürlich auch nichts von (historischen)Jesus erfahren können... und keiner hätte Dir dann ja logischerweise was von Jesus berichten können.


    Wenn ich das, natürlich rein spekulativ, kommentieren darf: Ich glaub daß dann die Wahrhscheinlichkeit dennoch hoch gelegen wäre, daß Du trotzdem so jeden morgen aufwachen würdest... zwar natürlich nicht unter dem Bewustsein der historischen Geschichte von Jesus... sondern dann von einem seiner Brüder welche ein "spirituelles Lehramt" wie Jesus inne hatten mit gleichen Inhalten.

    Könnt ich mir zumindest sehr gut Vorstellen dann.


    lg Net.Krel

  5. #105
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    Wenn ich Dich richtig verstanden haben ist Dein Standpunkt in etwa dieser: Rom hat die Lehren Jesus, im großen und ganzen, sowohl schriftlich als auch sinngemäß, doch noch "einigermaßen korrekt" überliefert. Eine Verfläschung - weder bewust noch unbewust - fand kaum statt. Wäre "dem Rest" zu sehr aufgefallen.
    Wir hatten uns ja über den biblischen Kanon unterhalten und bzgl. diesem stimmt es, dass er überwiegend unverfälscht die Lehre Jesu wiedergibt. Ich wüsste ehrlich gesagt auch nicht wieso eine, wie du es nanntest, "Welt-Kriegs-Macht" wie Rom, Interesse am Evangelium, so wie es im Kanon steht, haben sollte, wenn es die Möglichkeit gegeben hätte, zahlreiche Korrekturen bis hin zu Fälschungen in den Umlauf zu bringen, oder gar zu verordnen? Ich meine, Jesus hat von Nächsten- und Feindesliebe gepredigt, sagte, dass sein Reich nicht von dieser Welt sei und das derjenige, der das Schwert zieht, durch das Schwert umkommen wird. Sowas liegt doch nun wirklich nicht im Interesse einer "Welt-Kriegs-Macht", findest du nicht? Cool fanden die vielleicht höchstens das Jesu-Wort: "Gebt dem Kaiser was des Kaisers ist....."

    Eine (Welt)kriegerisches System, wie es zB rom war, ist erst noch gar nie in der Lage gewesen, jegwelche Gotteslehren Sinngemäß der ursprünglichen Lehre zu überliefern. Weder "kanonisiert schriftlich", noch mündlich, noch per Predigt über ihre Institutionellen kirchen.
    Die Römer hatten ursprünglich ja einen Kaiserkult und darüber hinaus ihre Götterwelt, ähnlich die der Griechen. Tatsächlich waren die Römer aber hinsichtlich der Religionsausübung sehr tolerant! Die haben zunächst niemandem aufgezwungen wie er zu glauben habe und im Römischen Reich durfte quasi jeder glauben was er wollte, solange er nicht gegen den Kaiserkult opponierte.

    Das änderte sich erst nachdem das Römische Reich das Christentum zur Staatsreligion gemacht hatte und im Zuge der Etablierung des christlichen Glaubens Dogmen festgelegt und Andersdenkende und -gläubige zurückgedrängt wurden, bis hin zur Verfolgung mit Mord und Totschlag.

    Trotzdem kann man nicht behaupten, dass Rom nicht dazu in der Lage gewesen wäre, jedwede Gotteslehre nach ihrem ursprünglichen Sinn zu überliefern. Es gibt aus den verschiedensten Religionen und Philosophien zahlreiche authentische Schriften die Rom überlebt haben. Gruppen, wie die Zoroaster, oder auch die Manichäer wurden zwar immer wieder mal verfolgt, aber wir können heute trotzdem noch recht gut nachvollziehen was diese Menschen glaubten (Zoroaster gibt es sogar heute noch). Rom war also durchaus kein gnadenloser "Säuberungsapparat", der jedwede Gotteslehre brutal und blutig vernichtet hätte, wenn es auch nicht gerade zimperlich mit seinen Gegnern umging (oder denjenigen, die zu Gegnern erklärt wurden).

    Imho kann man eine "wahre Gottes Lehre" nur in dem Grad Sinngemäß überliefern/lehren/predigen/"kanonisieren"... --> in dem Grad, wie man sie selbst innerlich erkannt und erfasst hat und (!) danach - ganz praktisch - aus eben dieser Erkenntnis heraus auch lebt.
    Ich denke man muss einfach zwischen dem institutionalisierten Dogmen der Staatskirche und den vielen einzelnen Gläubigen unterscheiden. Wie gesagt, z.B. die Evangelien wurden nicht großartig gefälscht, sondern ziemlich authentisch überliefert und danach lebten zahllose Menschen, während gleichzeitig die Staatskirche ihre Dogmen ersann und andere damit unterdrückte und kontrollierte.

    Denn hätte "rom" sich nicht für "das Christentum" entschieden (unabhängig grad nun "vom Grad der Verzerrung")... wäre der "historische Jesus" vermutlich in der Geschichte unter gegangen... so zumindest hatte ich den Vorbeitrag von Dir auch verstanden.
    Jo, so ungefähr sehe ich das.

    LG
    Provisorium
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  6. #106

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    Habe alles gelesen was Du schriebst Provisorium und würd gern "free-style" darauf antworten... Hoffe es stört Dich nicht.

    Wir sehen "rom" dann offensichtlich aus sehr unterschiedlichen Blickwinkeln... als auch dessen kirche.

    Kann es sein daß Du "das römische Imperium" nicht als ein "Unrecht-Reich" betrachtest... dessen damalige "Weltmachts-Stellung" einzig und allein nur durch aller schwerste Gewalt (Kriege und Überfall anderer Länder, Versklavung und und und) zustande kam?

    Für mich zumnindest war rom ein solches. Kein Unterschied zum zB III Reich... "Heil hitler" <--> "Heil cäsar"... + Hand und. Arm ausgestreckt (sogar der gleiche Kaiser/Führer Gruß)... und das Kern Motto: "lasst uns die Welt erobern denn sie gehört uns... wir sind 'Römer"... koste es was es wolle".

    So betrachte ich diese beiden "Reiche"...

    Klar ist natürlich auch, daß selbst innerdhalb solcher "Kriegs-Reiche" nicht alle "Staats-Angehörigen" eine "Homogene Einheit" bildeten... das war weder im III noch im rom-Reich so.... aber der "Tenor" war dieser.


    Persönlich find ich es immer etwas erschreckend und eigentlich auch etwas beängstigend wenn ein "Unrecht-Kriegs-Reich" (zudem noch ein so gewaltiges wie es rom damals war) nicht mehr als solches benannt wird...

    das rom imperium war in meinen Augen eine Geißel der Menschheit... und ich hoffe das sowas nie wieder vorkommen wird auf diesen Planeten.

    ...


    Ich schlage vor wir belassen unsere Sichtweisen bzgl. diesem kriegs-imperium einfach dann halt so wie sie sind da sie ziemlich inkopmatibel sind.

    Aber mir wird natürlich ein kleines Stück mehr klar warum meine "Rom-Kritik" (<-- auch die "kirchliche") bei Dir "aneckt"... und auch schon immer aneckte.

    Du betrachtest ihre kirche, als auch das Kriegs-Reich aus welchen sie entsprang, mit anderen Augen als ich. Mehr noch als mir bisher bewust war.

    Bzw. anders gesagt: Ihre Verbrechen - durch ihre Geschichte hindurch - (die Du zwar auch nicht verneinst, auch natürlich ebensowenig für "gut" befindest...) ... "nagen" an Dir nicht so wie an mir.

    Daher evntl. Deine Liberalität zu ihnen... Und meine fehlende. Sei es "rom", sei es dessen gegründete kirche. Ich stelle bei "ihnen" quasi alles in Frage. Egal wie es "von außen geschmückt und verziert und "heililg gesprochen" auch immer sein mag... Aufgrund ihrer Geschichte.

    lg net.krel
    Geändert von net.krel (13.03.2018 um 17:36 Uhr)

  7. #107
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    Kann es sein daß Du "das römische Imperium" nicht als ein "Unrecht-Reich" betrachtest... dessen damalige "Weltmachts-Stellung" einzig und allein nur durch aller schwerste Gewalt (Kriege und Überfall anderer Länder, Versklavung und und und) zustande kam?
    Das war doch bisher noch gar keine Frage gewesen, ob das Imperium ein Unrechtsstaat war, oder nicht. Ich hab' mich deshalb nur auf den Kontext mit den Religionen und deren Möglichkeit "unverfälscht" überliefert werden zu können bezogen. Rein politisch bin ich jetzt wirklich kein Fan von Rom! Ich hab's nicht so mit Sklavenhaltung, Imperialismus und Besatzungsmächten. Und das obwohl ich damals in die Limesschule gegangen bin...:-)

    Ne, ich finde du kommst jetzt echt auf ein ganz anderes Thema zu sprechen und hinsichtlich dieses Themas will ich das Römische Imperium ganz bestimmt nicht verteidigen.

    LG
    Provisorium
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  8. #108

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    Hallo Provisoriun

    ich finde es ist eigentlich "die Gretchenfrage" ob ein Unrechtssystem (bzw. dessen "installierte Staatskrichen") Träger der Lehren Jesus sein kann.. ohne sie zwangsläufig zu verfälschen/verzerren, daher auch meine vorherige Vergleichsfrage, ob zB das III Reich dazu in der Lage gewesen wäre. Imho ebensowenig.


    Erst recht, wenn "die Kirche" nicht unabhängig vom "Kaisertum" und seinen interessen war...


    Anders gefragt: Ist es möglich eine Lehre des Friedens und der Liebe, der Gerechtigkeit und der Wahrheit --> innerdhalb eines Dauer-Kriegs- und Unrechts- System aufrecht zu erhalten? Überhaupt ihr Träger zu sein?

    Frei, Unverzerrt und Unverfäscht... "Die Essenz" bewahren und weitergeben?

    Deine Antwort dazu hab ich bisher eher als ein "Ja" verstanden... bei gleichzeitiger Ablehnung genau jener Verzerrungen die imho geschahen.

    Eine dieser Verzerrungen ist zB in meinen Augen die "Kreuz-Opfer-Tod-Theologie"... oder auch der Biblizismus. Oder die (auch spirituelle) Diskriminierung der Frau. Vieles mehr noch... die "kritischen Beiträge" hier im Forum haben viele dieser Verzerrungen im Detail schon behandelt...


    All das lehrte in meinen Augen Jesus nicht.

    Vielmehr repräsentierten diese Verzerrung, vom Prinzip her, schon die "Religions-Macher" zu seiner Zeit
    (ihr, wie ich es nenne --> "false-Judentum"... vs. "true-Judentum" von Jesus)...

    Und die Lehren Jesus hingegen waren die unweigerliche Auflösung all dieser Verzerrungen... und das stuften "die Macher" wiederum als schwerste Gotteslästerung ein und ermordeten ihn deshalb auch.... ganz gemäß ihrer "mosaisch-verzerrten Gottesgesetze" welche die Todesstrafe dafür forderten ...


    Roms "offizielle kirche" hatte all diese Verzerrungen wieder ins Leben gerufen und ein weiteres mal zum "quasi-Dogma" deklariert ... bis auf den heutigen Tag. Unübersehlich imho.


    Die "hohe Kunst der Fälschung" ist unter dem Deckmantel der Liebe, der Gerechtigkeit und Freiheit, und Gott-Wahrhaftigkeit --> ein erpresserisches Raub-Sklaventum zu installieren und mit diesen dann einen Welt-Eroberungskrieg zu führen.

    Und zwar möglichst so, daß es "das Kollektiv" erst gar nicht realisiert... stattdessen meint --> das all das "im Namen Gottes" geschehen würde.


    Für mich: Eine schwere Form von "Rebellion gegen Gott".


    Was eine Zeitlang sicherich auch "funktionieren" mag... wie uns imho die Geschichte zeigt. Immer und immer wieder bis auf den heutigen Tag.


    Aber ebenso zeigt sie uns wie all diese Versuche zwangsläufig, früher oder später, scheitern werden... und all ihre "geraubten Groß-Reiche" ausnahmslos wieder in sich zusammen stürzen (karmisch unvermeidbar)... wie uns die Geschichte zB roms zeigt.


    lg Net.Krel
    Geändert von net.krel (14.03.2018 um 02:07 Uhr)

  9. #109

    Standard

    Also ich persönlich wäre dir sehr dankbar, wenn du "unser Thema" um deine Meinung bereichern würdest!
    Nun, da denke ich, obwohl ich mich schon mit "kirchen, christlichen Wegen und dieser Religion in der Geschichte" beschäftigt habe, sollte ich mich von außen doch eher mit einer Meinung bedeckt halten.
    Es erscheint mir beim Mitlesen solcher Gespräche eher wie ein innerer Konflikt dieser Religion. Für mich persönlich (da ich einen anderen Blickwinkel habe) erwachsen solche Diskussionen und Gespräche oft nur da, wo man "oberflächlich" über Wahrheit und absolute Wortwahrheit uneins ist.

    Solches Denken trägt sich in meinem Leben nicht und mein Verstand kann da auch kaum folgen, denn Religionen und Institutionen aller Religionen sind (meist) für und von Menschen erschaffene Hilfsmittel.

    Ich lese also gern eure internen Gespräche mit, doch da ich von außen darauf blicke, kommen mir persönlich eher ganz andere Fragen zur christlichen Religion beim Zuhören und Lesen.
    Aber das heißt ja nicht, dass es nicht fruchtbar für euch sein kann. Denn es besteht ganz offensichtlich da sehr viel Gesprächsbedarf unter Christen, also freut mich, wenn es diskutiert oder gesprochen wird.

    l firefly

  10. #110

    Standard

    @Firefly... möchte nur kurz erwähnen daß ich kein Christ bin. Der aktuelle Dialog stellt also zumindest aus meiner Sicht kein "Dialog unter Christen" dar.

    Ich erwähne das weil ich nicht als Angehöriger einer Religion verwechselt werden möchte welche - stehts im "Namen Christi" - solch eine Blutspur hinterlassen hat wie sie es nunmal hatte... gleichzeitig die meisten Anhänger dieser Religion keine, oder kaum, Konsequenzen daraus ziehen... zumindest meiner Beoachtung nach.

    Für mich stellt das eine Art von "Verdrängung" dar.

    Ich hab absolut nichts gegen Jesus. Ich betrachte "das Christentum" nur nicht als eine von ihn gegründete Religion... noch basiert es - aus meiner Sicht - auf seinen Lehren. Noch halte ich Jesus für "den einzigen"... "Gottes-Lehrer"... und das tat er imho selbst auch nicht.


    Ich sympathisiere zwar mit ein paar wenigen aus dieser Religion. Besser gesagt: Mit ihren spirituellen Ansichten. Aber das, was "das Kollektiv" unter "ich bin ein Christ" versteht... davon distanziere ich mich.

    Anders gesagt: Mir liegt absolut nichts an ihrer "religiösen Tradition" und noch viel weniger an der Entstehungsgeschichte ihrer Religion... am Herzen.

    Auch an der "offiziell überlieferten historischen Geschichte" von Jesus kann ich keine große Freude empfinden.

    Er lebte demnach ja zu einer Zeit und Ort und Kultur wo ich nie und nimmer leben möchte. (Stichwort: Steinigungs-Religion... Kreuzigungen...)

    Sie haben ihn (und seine Freunde) verfolgt und am Ende ermordet. Das einzig schöne an der "Jesus Geschichte" was ich empfinde ist --> daß er nach seiner Ermodung "Auferstanden ist"... wie und auf welcher Ebene man das nun auch immer deuten möchte. Für mich persönlich bedeutet es - rein im Kontext "der Jesus Geschichte" --> daß auch tödliche Gewalt "die Wahrheit" nicht vernichten kann.

    Ich bin "ein Freund" von der Lehre wie man Gott in seinem Inneren erkennen und wahrnehmen kann und sich von Gott inspirieren lassen kann... um sein Leben dann nach dieser Inspiration auszurichten. Glaube nämlich daß Gott uns - also jedem einzelnen - die beste Inspiration dazu geben kann.

    Wo und wer und unter welcher Religion oder "Philosophie" das auch immer gelehrt wird... da bin ich gern "zu Gast".

    Wollt das nur noch kurz erwähnt haben... mich würde zwar natürlich auch Deine Ansicht zu "der ganzen Angelegenheit" interessieren, respektiere aber natürlich auch Deine Zurückhaltung.

    lg Net.Krel
    Geändert von net.krel (14.03.2018 um 06:56 Uhr)


 

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