Huhu Bruder,

Imho: Allgemein betrachtet schon noch ein Stückchen... Man muss, eigentlich, nur ein Blick in den Zustand unserer Welt werfen... als auch in ihre uns bekannte Geschichtsschreibung... so sieht es imho nirgends aus, wo mit Gott in Einklang gelebt wird.

Schön find ich das natürlich auch nicht. Und auf die Religionen kann man imho nicht baun... auch und gerade nicht auf das offizielle Christentum. Ich halte sie sogar maßgeblich verantwortlich und "Mitwirkende" für all das... auf sie trifft in meinen Augen nach wie vor noch zu:

"... die ihr das Himmelreich zuschließet vor den Menschen! Ihr kommt nicht hinein, und die hinein wollen, laßt ihr nicht hineingehen." (MT 23,13)

Das trifft es, imho, ziemlich genau auf den Punkt.

Es bleibt einem also nichts anderes übrig als ihre "Stopper-Lehren" zu ignorieren... sofern man vorwärts kommen will.

Gut ok... alle Echt-Christen (und jene, die nicht im Widerspruch zu ihnen stehen) die zumindest ich kenne, tun das sowieso... geht ja auch gar nicht anders.
Also ich persönlich ignoriere das, was du als "Stopper-Lehren" bezeichnest, eigentlich nicht und ganz ehrlich, ich glaube auch nicht, dass du diese Lehren ignorierst, sondern dich vielmehr sehr arg daran störst und ärgerst und sie allein schon deshalb immer wieder thematisierst. ;-)

Ich denke ich kann schon ganz gut verstehen inwiefern man das offizielle Christentum als "Stopper-Lehre" erleben und Matthäus 23,13 auf es beziehen kann, aber über diese "Stopper-Lehre" hinaus geht es ja auch immer um Menschen, die innerhalb dieses Lehrsystems ihren Lebensweg zu machen versuchen und gar nicht so selten auch Kraft, Trost und Mut aus dieser Lehre ziehen.

Dieser Tatsache möchte ich gerne Rechnung tragen und mich allein deshalb schon mit dieser "Stopper-Lehre" beschäftigen, damit ich die Menschen, die diese vertreten, besser verstehen kann. Die Gläubigen meinen es nämlich in den allermeisten Fällen wirklich von ganzem Herzen gut und haben die besten Absichten, wenn sie ihre Glaubenslehre mitteilen und verbreiten.

Mehr noch, häufig verbinden sie mit dieser Lehre ureigene, persönliche Erfahrungen die es Wert sind zu hören und die man nicht ignorieren sollte. Wie schnell schüttet man ansonsten das Kind mit dem Bade aus und vertut eine wertvolle Chance, dem Gegenüber als widerspiegelndes "Du" begegnen und gut tun zu können? Darauf möchte ich nicht verzichten, nur weil jemand an das "offizielle Christentum" glaubt (was auch immer das konkret sein soll).

Ich hab' in meinem Leben schon aus den wirklich schlimmsten Predigten, in denen sich sogar körperlich etwas in mir voller Abscheu wehrte als ich sie hörte, doch den einen wertvollen Impuls ziehen können, auf den ich nur ungern verzichtet hätte. Gut, manchmal muss man sowas auch unter der Kategorie "know your enemy" verbuchen, aber lohnen kann es sich trotzdem! Und ignorieren halte ich allein schon deshalb für den falschen Weg, weil ich selbst nicht gerne ignoriert werden möchte.

Ich denke man muss verstehen, dass manche Menschen ihn solch eine "Stopper-Lehre" hineinerzogen werden. Die kennen dann seit ihrer Kindheit nichts anderes und machen nur in diesem Lehrkontext ihre Lebenserfahrungen. Wie sollte es ihnen also möglich sein, einfach so davon zu lassen? Also ihre Religion loszulassen? Das ist schon bisschen arg viel verlangt, meine ich.

Tatsächlich werden solche Gläubigen zunächst immer versuchen im Kontext ihrer im Herzen aufgenommenen Lehre auch Schwieriges, Lebenskrisen und Momente des Zweifelns zu überwinden. Man schmeißt ja nicht gleich die ganze Lehre über Bord, wenn es grad mal nicht so läuft, wie man es sich wünscht. Das machen du und ich ja auch nicht.

Vielmehr versucht man innerhalb des bereits eingeschlagenen Weges, neue Möglichkeiten der Entwicklung und des Vorankommens zu entdecken und erst wenn das nicht mehr möglich erscheint (warum auch immer) und man sich also in einer wirklich verzeifelten Situation wiederfindet, wird man vielleicht auch grundsätzlich kritisch gegenüber diesem eingeschlagenen Weg werden. Aber das ist ein sehr schwieriger und durchaus auch schmerzhafter Prozess.

Vielen wird es vielleicht sogar unmöglich sein ihren Weg und ihre Lehre fundamental in Frage zu stellen, weil viel zu viele Ängste damit verbunden sind. Ich könnte das wirklich gut verstehen und würde diesen Menschen nur sehr ungern mit seinem Schmerz und Kummer allein lassen, nur weil ich seine Lehre ablehne und infolgedessen ignorierte....

LG
Provisorium