Zitat Zitat von Provisorium Beitrag anzeigen
Schönen guten Morgen,

Weißt du, ich persönlich habe auch gar kein grundsätzliches Problem mit Innerlichkeit, aber ich finde den Begriff immer dann wenig hilfreich, wenn er unterdefiniert bleibt und auf diese Weise dem nach Innen Suchenden Orientierung versagt bleibt. Und an dieser Stelle kann eben sowohl die schriftliche, als auch die mündliche Überlieferung sehr nützliche Orientierung anbieten, die einen dann auf den Weg nach Innen begleitet und all das verständlich machen kann, was einem so auf dem Weg nach Innen begegnen kann.
Hallo Provisorium,

da bin ich ganz Deiner Meinung. Kennst Du da brauchbare schriftliche Überlieferungen?
Also ich finde nicht, dass organisierte Religiösitat gänzlich überwunden werden muss, da organisierte Religiösität ja auch einfach das Zusammenkommen mehrerer gläubiger Menschen in einer Gemeinschaft bedeuten kann. Und auch wenn man sich nicht auf gesellschaftliche Missstände konzentrieren mag, so gibt es sie halt trotzdem, sind Teil unserer Lebenswirklichkeit und nehmen Einfluss auf den Menschen. Und gerade diesbezüglich kann das Eingebundensein in eine Gemeinschaft, die jeden Einzelnen auf seinem Weg (nach Innen) begleitet und ihn dabei unterstützt, sehr wertvoll und nützlich sein.
Ich wollte damit nur andeuten, dass die organisierte Religiosität auch ein Gefängnis werden kann - oder sogar vielfach ist - da die Menschen meinen, dass mehr für ihr Heil nicht nötig sei. Jeder aber, der etwas wach geworden ist, merkt, dass er sich selbst auf die Suche machen muss.
Eine wirkliche Gemeinschaft, die einem Menschen auf dem Weg nach Innen hilft, kann nur eine solche sein, die aus ebenso orientierten Menschen besteht.
Grundsätzlich kann man vielleicht sagen, dass auch der Weg nach Innen in einer Außenwelt vollzogen werden muss, die sich nicht ignorieren lässt und die man meiner Meinung nach auch gar nicht ignorieren sollte, da es ansich eine wirklich schöne Welt ist, die ich sehr gerne als Geschenk und Gabe Gottes begreifen (lernen) möchte. Und gerade dieser Aspekt kann (muss nicht) bei einem Weg nach Innen auch sehr schnell auf ungesunde Weise vernachlässigt werden und dann kann im schlimmsten Fall der Weg nach Innen auch einem "Einschließen in die eigenen Befindlichkeiten" gleichkommen und die Beziehungsfähigkeit zur Welt (und vorallem den Menschen) darunter leiden.

LG
Provisorium
Wer den Weg nach Innen geht, dem wird ja die Außenwelt nicht schlechter - höchstens in dem Sinn, dass er nun sieht, wie wirklich alles (gegenüber dem Anschein) beschaffen ist - sondern leuchtender, da er mit ihr nur besser zurechtkommt. Die eigenen Befindlichkeiten werden ja gerade überwunden, bzw, die Gefühls- und Erfahrungswelt wird positiver.

LG,
Digido