meine Erinnerung an Mexiko. Ich war damals jung, sehr jung und lebte einige Jahre in Mexiko. War nicht nur meinem jüdischen orthodoxen Elternhaus entflohen, sondern führte auch eine Rebellion gegen alles was mir bisher als wahr und richtig gelehrt wurde.
Schon immer habe ich mich für Schamanismus interessiert und nicht lange nach meinem einleben in Mexiko habe ich nach Indians gesucht, von denen ich mehr aus deren Glauben lernen wollte. Anfänglich habe ich viel gezahlt, mir die Beine in wüssten wundgelaufen, meine Lunge fast vertrocknen und den Magen schrumpfen lassen. Das waren so einige Nebenwirkungen. Gelehrt, so schätzte ich meine Situation selbst ein, habe ich so gut wie Nicht’s dabei und es kroch eine leise Ahnung in mir aus, dass eben mein Hunger nach Spiritualität den Kommerz anderer förderte.
Ich war zwar noch nicht pleite, aber nahe dran, als mein Freund mir den nächsten Schamanentrip auf meinen Tisch legte. Ich wollte erst einmal nicht mehr, aber er sagte, dass wir ein Problem hätten, denn die Indian stünde schon vor der Tür, weil sie gerne bei mir Übernachten wollte. Was soll’s, dachte ich, Übernachten und dann „astala vista“. Die wirklich junge und verdammt attraktive Indian ließ mir fast meine Kinnlade hinunterfallen und ihr etwas schüchtern wirkendes lächeln tat das Übrige, ich war wieder in der Wüste. …. (hier folgen viele Ereignisse der Reise, abgelehnte Liebe und einiges mehr) … Zum ersten Mal hatte ich glasklare Visionen. Das verrückte, die waren so real, dass ich es Anfangs gar nicht bemerkte. Ich Saß allein im heißen Sand und schälte vorsichtig einen essbaren Kaktus. Es war so total normal, der heiße Sand, die Stachel des Kaktuses in meiner Handinnenfläche und meine Überlegungen nüchtern. Denn dann kam ein Kojote auf mich zu. Nicht etwa schleichend oder so wie man das Verhalten dieser Tiere kennt. Mir blieb mein Herz fast stehen. Instinktiv schaute ich mich vorsichtig um, denn die Biester sind nie allein, aber ich momentan schon. Aber es wahren keine anderen zu sehen. Mir gefror, trotz der unsäglichen Hitze mein Blut, denn nun saß der Kojote, einem bravem Hund gleich, direkt vor mir. Und nun kommt’s. Er öffnete sein Maul und begann leise zu sprechen. Ich habe mich übergeben und bin fast daran erstickt. Als ich wieder Luft bekam war er, der Kojote weg. … (es folgen ähnliche Ereignisse) … Meine Welt hat sich verändert. Ich war zutriefst in meinen Grundmauern erschüttert. Meine nächste Aufgabe war, dass ich Dinge, während meinen Visionen, verändere und dann im „normalen Bewusstseinszustand“ prüfen sollte ob ich die Veränderungen auffinden könnte. … (ich müsste ein Buch schreiben, um alles zu erzählen) …
Nie gelang es mir die Veränderungen, während den glasklaren Visionen, im „normalem Bewusstseinszustand“ ausfindig zu machen. Was aber passierte war, dass ich mehr und mehr nicht mehr zu unterscheiden wusste was nun Vision und was „normaler Bewusstseinszustand“ war. Tief tief aus meinem Inneren rührte sich Stimmen in mir. Ich begann plötzlich wieder jüdische Nigun zu singen und zu beten wie es mir meine Eltern gelehrt hatten. Ich spürte, dass ich mich entscheiden muss. Ich musste mich zwischen dem Aufgeben der Fähigkeit entscheiden, dass ich Vision und „normalen Bewusstseinszustand“ zu unterscheiden vermag, oder dies vielleicht für immer nicht mehr trennen kann. Ich entschied mich für das Letztere.
Heute weiß ich wie real Visionen sein können und verstehe Mitmenschen, welche ihr Leben hergeben würden, um damit ihre Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit den Zweiflern vor Augen zu führen.
Aber ich habe auch gelernt, dass es etwas auf sich hat und zwar wenn man Mitmenschen, welche keine Visionen hatten, von Visionen erzählt und schreibt. Ich habe gelernt, dass eher mehr Mitmenschen Bedürftig sind und zwar Visionen in ihre Hoffnungen und ihren Glauben mit einzubauen, ohne unterscheiden zu wollen was in welcher Weise zu welcher Realität gehört.
Aus diesem Grund dürfen Leser gerne aus meinen Beiträgen entnehmen was sie daraus entnehmen möchten. Widerspruch, oder Material zum Überdenken.
Shalom
Isaak



Zitieren


Lesezeichen