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  1. #7
    Zeuge Gast

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    Zitat Zitat von Samu Beitrag anzeigen
    Paulus spricht im Tit. 2,9 a Den Sklaven sage, dass sie sich ihren Herren in allen Dingen unterordnen, ihnen gefällig seien, nicht widersprechen …; Eph. 6,5 a Ihr Sklaven, seid gehorsam euren irdischen Herren mit Furcht und Zittern, in Einfalt eures Herzens, als dem Herrn Christus…. Mehrfach können wir diese Art der Ermahnungen bei Paulus finden.

    Paulus befürwortet nicht nur die Sklaverei, er selbst unterstützt sie sogar und nimmt sie als Gesellschaftsordnung hin. Ein Tatbestand der schon so manchen Moraltheologen Kopf zerbrechen bereitet hat, da der römische Bürger Paulus ganz offensichtlich hier mehr dem Römischen Staatswesen zugeneigt ist, als es die Israeliten waren, bei denen faktisch die Sklaverei so nicht bekannt war und abgelehnt wurde. Übrigens ein Grund, warum Rom immer mit Argwohn auf Israel schaute, weil sich entflohene Sklaven nur all zu gern nach Israel absetzten, wo ihnen das Joch der Sklaverei erspart blieb.
    Das stimmt so nicht ganz, denn derselbe Paulus schreibt:
    "Bist du als Sklave berufen worden, so laß es dich nicht kümmern; wenn du aber auch frei werden kannst, mach um so lieber gebrauch davon!
    Denn der als Sklave im Herrn Berufene ist ein Freigelassener des Herrn; ebenso ist der als Freier Berufene ein Sklave Christi.
    Ihr seid um einen Preis erkauft. Werdet nicht Sklaven von Menschen!"
    (1Kor. 7:21-23)

    Worum es Paulus bei den Ermahnungen ging:
    "... damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit." (1Tim. 2:2)
    Kein Aufruhr, kein Aufstand, keine Revolution oder Bürgerkrieg!

    Die Freilassung der Sklaven sollte freiwillig geschehen:
    "Ich bitte dich für mein Kind, das ich gezeugt habe in den Fesseln, Onesimus,
    der dir einst unnütz war, jetzt aber dir und mir nützlich ist.
    Den habe ich zu dir zurückgesandt - ihn, das ist mein Herz.
    Ich wollte ihn bei mir behalten, damit er statt deiner mir diene in den Fesseln des Evangeliums.
    Aber ohne deinen Willen wollte ich nichts tun, damit deine Wohltat nicht wir gezwungen, sondern freiwillig sei.
    Denn vielleicht ist er deswegen für eine Zeit (von dir) getrennt gewesen, damit du ihn für immer besitzen sollst,
    nicht länger als einen Sklaven, sondern mehr als einen Sklaven, als einen geliebten Bruder, besonders für mich, wieviel mehr aber für dich, sowohl im Fleisch als auch im Herrn."
    (Philemon 10-16)

    Denn schließlich knüpfte Jesus mit seiner Botschaft an das Jübeljahr an:
    "Und er kam nach Nazareth, wo er erzogen worden war; und er ging nach seiner Gewohnheit am Sabbattag in die Synagoge und stand auf, um vorzulesen.
    Und es wurde ihm das Buch des Propheten Jesaja gereicht; und als er das Buch aufgerollt hatte, fand er die Stelle, wo geschrieben war:
    Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, Armen gute Botschaft zu verkündigen; er hat mich gesandt, Gefangenen Freiheit auszurufen und Blinden, daß sie werden sehen, Zerschlagene in Freiheit hinzusenden,
    auszurufen ein angenehmes Jahr des Herrn.
    Und als er das Buch zugerollt hatte, gab er es dem Diener zurück und setzte sich; und aller Augen in der Synagoge waren auf ihn gerichtet.
    Er fing aber an, zu ihnen zu sagen: Heute ist diese Schrift vor euren Ohren erfüllt."
    (Lk. 4:16-21)

    Doch wie sieht der Befund im hebräischen Tenach zu der Thematik aus? Lesen wir Exodus in der Septuagintaversion so steht da: Wenn du einen hebräischen Sklaven kaufst… (Exodus 21/2) Lesen wir aber in der hebräischen Version so steht da: Wenn du einen hebräischen Arbeiter kaufst… . Das hebräische ÄWÄD bedeutet schlicht und einfach Diener, Arbeiter und in anderem Zusammenhang auch Mietling, Fronarbeiter und Schulden – Abarbeiter!
    Es liegt wohl an der Sprache. In der russischen z.B. steht für Sklave - раб -, eine Abkürzung für Arbeiter - рабочий.
    Was aber nicht heißt, daß die Sklaverei den Russen unbekannt ist. Die Leibeigenschaft, vor allem zur Zeit der Katharina der Großen, war schlicht und einfach Sklaverei.

    Und wenn in Israel die Sklaverei vielleicht nicht in seiner schlimmsten Form statt gefunden hat, dennoch passte Israel sich in vielen Sachen anderen Völkern an. Da wird auch die Sklaverei keine Ausnahme gewesen sein.
    Sonnst hätte Gott nicht das Jübeljahr anordnen müssen.
    "Ihr sollt das Jahr des fünfzigsten Jahres heiligen und sollt im Land Freilassung für all seine Bewohner ausrufen." (Lev. 25:10)


    P.S. Und weil Christen diesem Teil des Evangeliums nicht nachgekommen sind, kamen Marx und Lenin.
    Geändert von Zeuge (06.01.2012 um 11:28 Uhr)


 

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