Wie schon in meinem Eröffnungsbeitrag erwähnt, ist der Begriff Dogma negativ besetzt. Aber nicht nur das, auch der Begriff ist nicht eindeutig. In verschiedenen Zeiten wird der Begriff unterschiedlich verstanden. Trotz dieser Unschärfe will ich bei diesem Begriff bleiben.
Dogmen sind nicht einfach mein Lieblingsthema. Dogmen vermitteln mir Sicherheit in Glaubensfragen. Und mit dem Problem der Glaubenssicherheit beschäftige ich mich schon seit 25 Jahren. Nun kann man einwenden, dass es in Glaubensfragen keine Sicherheit gebe und manchmal meine ich das auch. Aber überzeugt davon bin ich nicht.
In einem Katechismus habe ich folgendes gefunden.
"Glauben ist aber nicht nur ein unbestimmtes Gottvertrauen, Glauben hat auch einen Inhalt. Wer glaubt, gibt sich Rechenschaft über das, was er glaubt. Darum lässt sich christlicher Glaube auch in bestimmten Sätzen, die den Inhalt des christlichen Glaubens wiedergeben, aussagen."
Ich habe ständig mit Leute zu tun, die meinen Glauben nur unvollständig teilen oder sogar vollständig ablehnen. Das fordert zur Besinnung darüber auf, was ich glaube und warum ich glaube.
Glauben gründet sich auf Vertrauen. Ich halte es für wichtig sich darüber klarzuwerden, worauf das Vertrauen gründet. "Wer sich auf etwas verlässt das nicht trägt, der ist verlassen." Ich sehe mich nicht in der Lage ohne Dogmen, also frei von Stützen, Leitplanken oder Laternenpfählen den Grund meines Glaubens zu beschreiben.
Deshalb möchte ich eine persönliche Frage stellen. (Persönlich deshalb, weil Glauben eine Privatsache ist.) Wie gelingt ein Glauben frei von Dogmen? Kann man seinen Glaubensgrund frei von Dogmen beschreiben?
Gruss Gerd



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