Irgendwie hatte ich heute Morgen das Gefühl, dass ich diese Geschichte endlich mal aufschreiben muss. Es ist so eine Art inneres Bild, nein eigentlich ehr ein Film der nach und nach entstanden ist und der sich ständig verändert. Ich möchte es Euch davon erzählen.
Welt der Raben
Ich sehe die Erde bevölkert von Vögeln. Schwarze Raben sitzen auf Bäumen, sie fressen am Boden, sie haben einen Bereich der am Tag mit einer großen Glasscheibe abgeschirmt ist. Es ist genug Platz zum Fliegen und zum Leben. Einige verstehen es nicht sie flattern wild umher, knallen immer wieder mit voller Wucht gegen die Scheibe. Sie brechen sich die Flügel, verletzen sich selbst regelrecht süchtig.
Nachts öffnet sich die unendliche Weite und es gibt keine Grenzen. Alle Vögel wissen das.
Einige schlafen, denn sie interessiert diese scheinbare Freiheit nicht. Andere schauen gespannt zu, wer diese Welt verläst. Mit großer Hoffnung fliegen einige Raben hinaus. Einige kehren nie zurück. Andere erreichen vor dem Tag wieder den Lebensbereich. Was geht in ihnen vor, was fühlen sie? Sind sie enttäuscht, verletzt, landen sie im Loch? Welche Entscheidung werden sie in der nächsten Nacht treffen, werden sie fliegen oder schlafen, leiden oder helfen?
Es gibt dieses riesige Loch, in dem kranke und schwache Raben wuseln. Einige liegen ganz ruhig und ertragen ihr Schicksal. Welche kämpfen dagegen an, klettern und flattern an der Wänden des Abgrundes empor, sie wollen es ohne Hilfe schaffen. Sie sind mutig und geben nicht auf, einige kommen heraus andere fallen wieder hinunter. Am Rand stehen Raben mit Seilen, die sind da um zu helfen, um zu unterstützen. Einige Schwache greifen zu und andere die noch gar nicht aus der Puste gekommen sind. Sie kommen langsam ganz langsam gemeinsam höher ans Licht. Bald schon stehen sie mit den Helfern auf einer Höhe. Die, die sich nicht angestrengt haben bei diesem Weg, fliegen sie einfach los? Vielleicht leben sie weiter wie zuvor, wer weiß das schon; man wird es sehen. Viele der Schwachen stellen sich an den Abgrund nehmen ein Seil in die Hand und sind bereit für die anderen da zu sein.
Für mich spiegelt sich in dieser Geschichte sehr viel Menschliches wieder. Das Seil ist für mich der Glaube. Ich kann kaum glauben, dass ich mal der Meinung war, dass all die Raben nur mit gestutzten Flügeln lebten. Es war für mich der einzige Grund, damit sie nicht wegfliegen. Für mich saßen sie eindeutig in einem Käfig. Ich konnte nicht sehen, dass das Glas nur ein Schutz ist. Gut dass ich selber in diesem Loch war, die Probleme durchlebt habe. Ich habe nach dem Seil gegriffen und es lebt sich besser behütet und geleitet von Gott.





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